07.05.2020, 13:56 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Krisenstab des Landkreises mit weniger Personal im Einsatz

Der Katastrophenschutzstab des Landkreises Grafschaft Bentheim ist mit weniger Personal im Einsatz. Mit dem Rückgang der Corona-Infektionen sei auch das Geschehen im Kreishaus ruhiger geworden, teilt der Landkreis mit.

Kurze Lagebesprechung mit Stabsleiter Thomas Heinrich (links am Bildschirm), Matthias Woltering (rechts), davor Gerald Voet und Claudia Hüsing. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Kurze Lagebesprechung mit Stabsleiter Thomas Heinrich (links am Bildschirm), Matthias Woltering (rechts), davor Gerald Voet und Claudia Hüsing. Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Nordhorn Angesichts der sich „derzeit entspannter darstellenden Lage“ habe man personell etwas abgespeckt, wird Thomas Heinrich, Leiter des Katastrophenschutzstabes des Landkreises in einer Mitteilung zitiert. Zwei Monate oder neun Wochen oder 63 Tage Arbeit ist der Stab im Schichtdienst im Einsatz. Gleich nach dem ersten Corona-Fall in der Grafschaft war ein Teil dieses „Kats-Stabes“, das Bürgertelefon, hochgefahren worden – „das große Besteck“ ging zwei Wochen später an den Start.

Katastrophenschutzfall „nicht unwahrscheinlich“

Als „großes Besteck“ bezeichnet der Landkreis sieben Personen im Bürgertelefon sowie elf Frauen und Männer im Stabsraum. Die Entscheidung, den „Kats-Stab“ neben den vorhandenen Verwaltungsstrukturen hochzufahren, habe Landrat Uwe Fietzek als vorausschauende Maßnahme getroffen. Laut Thomas Heinrich sei auch das Ausrufen des Katastrophenschutzfalles wie in Bayern vor wenigen Wochen nicht unwahrscheinlich.

Mehrmals täglich Lagebesprechung

Neben ausreichendem Platz für das Personal – inklusive Sicherheitsabstand – musste auch genügend Raum für Technik und Material vorhanden sein. Deshalb funktionierte der Landkreis den Sitzungsraumbereich des Kreishauses kurzerhand zum Herzstück des Krisenmanagements um. Bei der mehrmals täglichen Lagebesprechung würden auf großen Bildschirmen aktuelle Fallzahlenentwicklungen, Übersichten von durch Corona-Patienten belegte Betten in der Euregio-Klinik und der Fachklinik Bad Bentheim sowie die Mengen an vorhandenem Material wie Schutzkleidung, Masken und Desinfektionsmitteln dargestellt. Daneben würden zahlreiche Arbeitsaufträge abgestimmt.

Verwaltungsleute werden zu Krisenmanagern

Verwaltungsleute, die sich zuvor mit Naturschutz, Wirtschaftsförderung, sozialen Dienstleistungen oder Straßenbau befassten, sind laut Landkreis „zu professionell agierenden Krisenmanagern“ geworden. Sie hätten sich plötzlich um die Beschaffung von Masken und Desinfektionsmitteln kümmern und um die Abstimmung mit den Kliniken, den Alten- und Pflegeheimen, mit dem Ärztenetz, den ambulanten Pflegediensten oder auch den Hebammen vornehmen müssen. Thomas Heinrich: „Es ist in solchen Zeiten beruhigend, zu wissen, dass man sich auf gute Leute stützen und verlassen kann.“

Lesen Sie auch: „Detektive“ des Landkreises suchen nach Corona-Infizierten

Bürgertelefon „lief heiß“

In Spitzenzeiten waren allein drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer sogenannten Taskforce Beschaffung in einem weiteren Sitzungsraum im Einsatz. „Da war es zeitweise verdammt eng auf dem freien Markt, was Masken, Desinfektionsmittel oder Schutzkleidung anging. Wir haben versucht, alle Hebel, die wir ausfindig machen konnten, in Bewegung zu setzen – immer in enger Kooperation mit unserem Gesundheitsamt“, erläutert Matthias Woltering, stellvertretender Stabsleiter, in der Mitteilung.

„Richtiggehend heiß“ lief aus Sicht des Landkreises das Bürgertelefon. Zu Beginn hätten den Landkreis allgemeine Fragen zum Virus und zum richtigen Verhalten erreicht. „Später glühten die Drähte immer dann, wenn neue Verordnungen sich ankündigten oder erlassen wurden.“

„Achtsam und vorbereitet bleiben“

Trotz Personalreduzierung soll der „Kats-Stab“ noch eine Zeit lang weiter arbeiten. „Achtsam und vorbereitet bleiben“, sei die Devise. „Die Lage ist zum Glück nicht soweit gediehen, dass der Landrat den Katastrophenfall ausrufen musste. Jetzt ist eine Entspannung eingetreten. Aber wir müssen genau beobachten, was in den nächsten Wochen oder gar Monaten geschieht“, sagt Stabsleiter Thomas Heinrich laut Mitteilung. Beruhigend aber sei, dass er und der Landkreis auf „erprobtes und fähiges Personal“ bauen können.

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating
Copyright © Grafschafter Nachrichten - Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.
Corona-Virus