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14.07.2020, 08:32 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Komet „Neowise“ auch über der Grafschaft Bentheim zu sehen

Diese Aufnahme von „Neowise“ gelang Christoph Lohuis am 12. Juli in Neuenhaus. Foto: Lohuis

Diese Aufnahme von „Neowise“ gelang Christoph Lohuis am 12. Juli in Neuenhaus. Foto: Lohuis

Neuenhaus Aktuell mehren sich die Anfragen in der Sternwarte und dem Planetarium Neuenhaus. Beim Blick aus dem Fenster oder dem späten Spaziergang sehen immer mehr Grafschafter in Richtung Norden eine diffuse Erscheinung am Himmel. Christoph Lohuis, Leiter der Sternwarte, klärt auf und erläutert, dass es sich um den Kometen „Neowise“ handelt, der seit Kurzem am späten Abendhimmel zu sehen ist. „Obwohl die frostigen Besucher regelmäßig am Firmament stehen, haben die Wenigsten einen Schweifstern mit dem bloßen Auge gesehen“, berichtet Lohuis in einer Pressemitteilung. Dies läge daran, dass für fast alle Sichtungen ein Teleskop und häufig auch fotografisches Zubehör nötig sei, erklärt er. Dass ein Komet mit dem bloßen Auge sichtbar wird, wäre eine Besonderheit. „Vielen wird insbesondere ,Hale-Bopp‘ im Bewusstsein geblieben sein, der zu Beginn des Frühjahres 1997 als Jahrhundertkomet für mehrere Wochen unübersehbar am Himmel stand.“

Lohuis führt aus: „Vom Anblick eines ,Hale-Bopp‘ sind wir aktuell noch weit entfernt, aber mit dem ,Neowise‘ ist endlich mal wieder ein Komet mit bloßem Auge sichtbar.“ Und er fügt hinzu „Wer den Eindruck wie auf Hochglanzbildern erwartet, der würde enttäuscht sein. Wer sich aber vor Augen führt, wie selten sich diese Möglichkeit ergibt, der sollte 23 Jahre nach Hale-Bopp diese Chance nutzen.“

Schmutzige Eisklumpen

Kometen sind vereinfacht dargestellt einige Kilometer große Brocken aus Eis, Staub und Geröll. „Das ist wirklich sehr vereinfacht, das wissen die Wissenschaftler umso so mehr, als sie versuchten, auf einem Kometen zu landen“ weis Lohuis. Gelangt ein solch dreckiger Eisklumpen in Sonnennähe, schmelzen Teile und der charakteristische Schweif entsteht. Die Brocken kommen ursprünglich vom Rand unseres Sonnensystems und stürzen dann Richtung Sonne. „Auf ihrem Weg um die Sonne werden sie dann zerstört oder bewegen sich meistens in der Folge auf einer elliptischen Umlaufbahn um die Sonne“, erläutert der Leiter der Sternwarte.

Nachdem C/2020 F3 (,Neowise‘), so der kryptisch anmutende aber exakte Name des Kometen, erst nur in der Morgendämmerung zu sehen war, verlagern sich seine Sichtungsmöglichkeiten immer mehr in die Abenddämmerung, die im Sommer spät einsetzt. Gegen Mitternacht ist der Komet tief im Nordwesten zu erkennen. Er hat Ähnlichkeit mit einem unscharfen Stern mit einem Anhängsel. Dieses Anhängsel ist der charakteristische Schweif.

Zur Orientierung kann auch der Großen Wagen dienen, unter dem sich ,Neowise‘ im Laufe des Monats Juli hinweg bewegt. „Die Zeit zur Beobachtung ist eigentlich perfekt. Hoffentlich gibt es bald laue Sommerabende, dann heißt es – einfach auf die Dämmerung warten und den Sternenhimmel genießen“, empfiehlt Christoph Lohuis.

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