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30.01.2018, 18:08 Uhr

Kinderhospizdienst informiert über seine Arbeit

In der Euregio-Klinik gibt es zum bundesweiten „Tag der Kinderhospizarbeit“ eine Informationsveranstaltung.

Kinderhospizdienst informiert über seine Arbeit

Ein Teddy liegt neben dem Kopfkissen in einem Bett im Kinderhospiz. Am 10. Februar soll das Thema Sterben, Tod und Trauer bei einer Informationsveranstaltung im Foyer der Euregio-Klinik Nordhorn ins öffentliche Bewusstsein gebracht werden. Foto: Martin Schutt/dpa

gn Nordhorn. Seit nunmehr zwölf Jahren macht der bundesweite „Tag der Kinderhospizarbeit“ im Februar auf die Situation lebensverkürzend erkrankter Kinder und deren Familien aufmerksam. Er soll das Thema Sterben, Tod und Trauer der kleinen Patienten aus dem Tabu-Bereich heraus in das öffentliche Bewusstsein bringen.

Anlässlich dieses Tages informiert der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Grafschaft Bentheim am Sonnabend, 10. Februar, von 14 bis 17 Uhr im Foyer der Euregio-Klinik.

„Wenn Kinder sterben, gleich welchen Alters, ist die natürliche Reihenfolge zerstört und alles, was mit diesem Kind verbunden wurde, wie Zukunft und Sinnhaftigkeit des Lebens, wird infrage gestellt. Unverhofft und unbegreiflich müssen manche Eltern schon vor, während oder kurz nach der Geburt von ihrem Kind Abschied nehmen“, schreibt der Kinder- und Jugendhospizdienst in einer Mitteilung. Und macht deutlich: Für die Familien eines kranken Kindes ändert sich mit der Diagnose das bisherige Leben komplett. Einerseits stehen sie vor der schweren Aufgabe, das Unbegreifliche zu begreifen, andererseits gilt es, neue Lebensperspektiven zu entwickeln und den Lebensalltag neu zu organisieren. Geschwister wachsen in einem Spannungsfeld des Behütetseins und des Auf-sich-gestellt-Seins auf.

Kinderhospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, für die Begleitung der gesamten Familie zu sorgen. Sie bieten den Familien Unterstützung, Entlastung und Verständnis. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter absolvieren einen umfangreichen Befähigungskursus, bevor sie die Begleitung der Kinder und ihrer Familien aufnehmen. Die Unterstützung wird individuell nach den Bedürfnissen der Familien gestaltet. Die Hospize wissen:

Trauer beginnt schon vor dem Tod, wenn ein naher Verwandter die Diagnose einer unheilbaren Krankheit bekommt. Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche mit in die Zeit des Abschieds einzubeziehen.

Ein endgültiger Abschied bringt erst einmal das komplette Leben aller Beteiligten in Unordnung. Nichts ist mehr, wie es war. Das grundlegende Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen ist ins Wanken geraten. Jeder braucht seine Zeit, um den Verlust zu begreifen. Jeder geht individuell mit dem Trauerereignis um. Kinder und Jugendliche trauern nicht durchgehend, sie brauchen zwischendurch Pausen, in denen sie versuchen, alles was passiert ist zu vergessen. Ihr gewohnter Alltagsablauf vermittelt etwas Sicherheit in dieser schwierigen Zeit: Schule, Sport, Treffen und Spaß haben mit Freunden, Tanzen, Fernsehen etc. Das sollte man ihnen auch zugestehen. Es gibt aber auch Kinder, die sich zurückziehen und am liebsten alleine sind.

Wenn mit der Zeit Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen, häufiges Weinen, Wutausbrüche nicht besser werden, kann es hilfreich sein, sich Hilfe zu suchen. Erzählen, Malen, Basteln und Bewegungsspiele können entlastend wirken, denn Trauer braucht Ausdruck.

Hierfür bietet die Hospizhilfe Einzelgespräche mit betroffenen Kindern und Jugendlichen und Informationsgespräche für Eltern an. In einer Kindergruppe (sechs bis 13 Jahre) wird erlebt, dass andere Kinder ebenfalls einen schweren Verlust erlebt haben. In einem geschützten Rahmen kann über schöne Erinnerungen mit dem Verstorbenen, aber auch über Probleme und Schuldgefühle gesprochen werden.

Die Kindertrauergruppe findet einmal im Monat an einem Freitag von 15.30 bis 17.30 Uhr in der Geschäftsstelle der Hospizhilfe Grafschaft Bentheim in Nordhorn statt.

Kontakt: Hospizhilfe Grafschaft Bentheim e.V., Neuenhauser Straße 74, Nordhorn, Telefon 05921 75400.

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