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08.10.2019, 12:26 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Keime in Wurst: Listerien-Fälle in der Grafschaft

Die Grafschaft Bentheim ist ebenfalls vom Rückruf keimbelasteter Wurstwaren der Firma Wilke in Hessen betroffen. Vier Großhändler haben laut des Veterinäramtes die Ware in den Landkreis geliefert. Die Wurstwaren wurden inzwischen entsorgt.

Heruntergelassen sind die Rolltore des Wurstherstellers Wilke. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Heruntergelassen sind die Rolltore des Wurstherstellers Wilke. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Von Laura Fühner

Nordhorn Über vier Großhändler sind keimbelastete Wurstwaren des Fleischverarbeiters Wilke aus Hessen in die Grafschaft Bentheim gekommen. Das Veterinäramt hat einen Krisenstab eingerichtet. „Wir haben alle Kunden, von denen wir wissen, informiert“, berichtet Dr. Hermann Kramer, Leiter des Veterinäramtes der Grafschaft Bentheim. Betroffen sollen etwa 115 Kunden sein, darunter zehn Gastronomien. Die mit Listerien belastete Ware wurde daraufhin gesperrt und entsorgt.

„Ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen, dass wir noch weitere Listen mit Kunden bekommen“, berichtet Kramer. Da die Staatsanwaltschaft ermittelt, sei es möglich, dass noch weitere Kundenlisten auftauchen. Trotzdem rät der Leiter des Veterinäramtes zur Gelassenheit: „Nicht jeder merkt überhaupt, dass er Listerien zu sich genommen hat. Es gibt eine Risikogruppe, vor allem Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen können erkranken. Das äußert sich vor allem durch Durchfall und hohes Fieber.“

Eine erste E-Mail ohne genauere Hintergründe hat das Grafschafter Veterinäramt am 2. Oktober erreicht. Zwei Tage später kamen die ersten Kundenlisten per E-Mail, das Ausmaß der Rückrufaktion wurde deutlich. Das Veterinäramt richtete einen Krisenstab ein und arbeitete auch am Wochenende an der Rückrufaktion. Es wurden sowohl die Großhändler als auch deren Kunden informiert. „Die Nachricht haben alle sehr professionell aufgenommen. Die Waren wurden zurückgegeben und entsorgt“, berichtet Kramer.

Der Fall aus Hessen sorgt für Schlagzeilen, da die Waren der Firma Wilke mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht werden. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen, das berichteten mehrere Medien. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Wer Fragen zu den Fällen hat, kann das Veterinäramt des Landkreises telefonisch unter 05921 9601 erreichen.

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