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10.03.2020, 12:09 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

IG BAU fordert mehr Geld für 2870 Grafschafter Bauarbeiter

Die Baubranche boomt. Deswegen fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) jetzt auch für die 2870 Bauarbeiter im Landkreis Grafschaft Bentheim eine Lohnerhöhung. In der anstehenden Tarifrunde ist das Ziel ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent.

Bauarbeiter errichten bei Sonnenaufgang ein Gebäude. Die IG BAU fordert nun mehr Gehalt und bezahlte Anfahrtswege für die Bauarbeiter. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Bauarbeiter errichten bei Sonnenaufgang ein Gebäude. Die IG BAU fordert nun mehr Gehalt und bezahlte Anfahrtswege für die Bauarbeiter. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Nordhorn Ein Lohnplus von 6,8 Prozent – mindestens aber 230 Euro mehr im Monat – das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) für die Bauarbeiter in der Grafschaft Bentheim. Für Azubis soll es 100 Euro mehr pro Monat geben. Außerdem verlangt die IG BAU, dass lange Fahrzeiten zur Baustelle bezahlt werden. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern beginnen am 19. März in Berlin.

Wirtschaftlich starke Betriebe

„Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger sind extrem gefragt. Gerade im Wohnungsbau verschärft sich der Mangel an Fachkräften. Aber die bekommt man nur, wenn die Arbeit auf dem Bau attraktiver wird“, sagt Herbert Hilberink, der stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Große Baufirmen, aber auch viele kleine Handwerksbetriebe in der Region stünden wirtschaftlich so gut da wie seit Jahren nicht mehr.

IG BAU fordert: Fahrten müssen bezahlt werden

„Wer heute nicht in bessere Löhne und Arbeitsbedingungen investiert, hat vielleicht morgen keine Facharbeiter mehr“, betont Hilberink. Ein entscheidender Punkt sei hier die Bezahlung der Pendelei: „Bauarbeiter verbringen teils mehrere Stunden am Tag im Auto, um zur Baustelle und zurück zu kommen. Das ist verlorene Lebenszeit. Dabei wechseln die Baustellen ständig. Bauleute können sich – anders als die meisten Pendler – vorher nicht auf den nächsten Einsatzort einstellen“, sagt Carsten Burckhardt, der für die IG BAU die Verhandlungen führt. In der Tarifrunde will die Gewerkschaft deshalb erstmals eine generelle Entschädigung der sogenannten Wegezeiten durchsetzen.

IG BAU rechnet sich gute Chancen aus

Die IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sieht großes Potenzial für ein „kräftiges Lohn-Plus“: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erreichten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im vergangenen Jahr mit 86 Milliarden Euro den höchsten jemals gemessenen Wert. In einem aktuellen Konjunkturbericht spricht die Bundesbank von einer „außerordentlich guten Auftragslage“, mit der Bauunternehmen ihre „Margen beträchtlich ausgeweitet“ hätten. Für das laufende Jahr rechnen Bauindustrie und -handwerk mit einem Umsatzplus von mindestens fünf Prozent.

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