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28.05.2018, 15:56 Uhr

Hitzefrei! Grafschafter Schüler genießen den Sommer im Mai

Ungewöhnliche Wärmewelle im Frühling. Einige Schulen in der Grafschaft gaben heute Hitzefrei, andere nicht. Die Entscheidung darüber fällt die jeweilige Schulleitung. Ein Erlass der Regierung legt fest, welche Regeln dafür gelten.

Hitzefrei! Grafschafter Schüler genießen den Sommer im Mai

Abkühlung finden die Grafschafter angesichts der Hitzewelle im Mai in den Freibädern. Foto: Konjer

Von Steffen Burkert

Nordhorn. Temperaturen um die 30 Grad, schwülwarme Luft: Die Grafschaft erlebt am Montag einen Hochsommertag – und das im Mai. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte sogar eine amtliche Warnung vor Hitze. Während mancher Arbeitnehmer stöhnte, war in einigen Schulen am Vormittag Jubel zu hören: Es gab Hitzefrei! Allerdings nicht flächendeckend an allen Grafschafter Schulen. Das führt immer wieder zu Diskussionen, vor allem bei Eltern. In „Facebook“-Gruppen beklagten die einen, dass ihre Kinder trotz der Hitze weiter unterrichtet wurden. Andere hingegen kritisierten, dass vor allem berufstätige Eltern Probleme bekommen, wenn ihr Nachwuchs unerwartet früher nach Hause kommt.

In Niedersachsen ist das Thema „Hitzefrei“ im Runderlass „Unterrichtsorganisation“ vom 20. Dezember 2013 geregelt. Darin heißt es: „Für einzelne oder alle Klassen von Schulen des Primarbereichs und des Sekundarbereichs I kann durch die Schulleiterin oder den Schulleiter Hitzefrei gegeben werden, wenn der Unterricht durch hohe Temperaturen in den Schulräumen erheblich beeinträchtigt wird und andere Formen der Unterrichtsgestaltung nicht sinnvoll erscheinen.“ Entscheidend ist also nicht die Außentemperatur, sondern wie die Schulleitung die Verhältnisse innerhalb der Schulräume beurteilt – und die können je nach Gebäude durchaus unterschiedlich sein.

Laut Erlass müssen die Schulleiter außerdem „sicherzustellen, dass gegenüber Schülerinnen und Schülern, die trotz des angeordneten Unterrichtsausfalls zur Schule gekommen sind, Aufsichtspflichten erfüllt werden. Auch bei einer vorzeitigen Beendigung des Unterrichts sind Schülerinnen und Schüler bis zum Verlassen der Schule zu beaufsichtigen. Im Primarbereich dürfen Schülerinnen und Schüler nur nach vorheriger Zustimmung der Erziehungsberechtigten nach Hause entlassen werden.“

Insbesondere die sogenannten „verlässlichen Grundschulen“ in Niedersachsen stellen sicher, dass Kinder grundsätzlich bis zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Schule betreut werden. Die Eltern können sich also darauf verlassen, dass ihr Nachwuchs nicht ohne ihre Einwilligung vorzeitig vor der Haustür steht – während sie selbst beispielsweise noch ihrem Beruf nachgehen.

Einige Schulleitungen lösten dies am Montag, indem sie die letzten Schulstunden kurzerhand an das Wetter anpassten. „Mein Sohn sagte, es gab Eis in der letzten Stunde und die waren dann draußen. Das ist ja auch sehr schön für die Kinder“, kommentierte zum Beispiel eine Nordhorner Mutter auf „Facebook“. Und eine andere Grafschafterin schrieb: „Ich denke, wenn man den Kids genug Trinken mitgibt, halten die es bei der Wärme ganz gut aus...“

Auch für Dienstag sagt der Deutsche Wetterdienst eine „starke Wärmebelastung“ voraus. Einige Grafschafter Schulen haben daher bereits angekündigt, den Unterricht erneut vorzeitig enden lassen zu wollen.

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