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12.06.2020, 14:53 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Grafschafter Junge Union: Fehlendes WLAN ist „Armutszeugnis“

Die Entscheidung der Kreisverwaltung, die Ausstattung der Jugendhäuser mit WLAN wegen der ungewissen Finanzlage in der Corona-Krise zurückzustellen, stößt bei der Jungen Union Grafschaft Bentheim auf Kritik. Auch die Kreisverwaltung nimmt Stellung.

Den Wunsch nach WLAN-Versorgung in den Jugendhäusern thematisiert die Junge Union Grafschaft Bentheim. Archivfoto: Kersten

Den Wunsch nach WLAN-Versorgung in den Jugendhäusern thematisiert die Junge Union Grafschaft Bentheim. Archivfoto: Kersten

Nordhorn In einer Pressemitteilung der Jungen Union (JU) Grafschaft Bentheim heißt es: „Mit großer Enttäuschung hat die Junge Union Grafschaft Bentheim den Artikel ,WLAN-Pläne für Grafschafter Jugendhäuser auf Eis‘ auf GN-Online verfolgt. Dass derzeit die Haushaltsplanungen neu überdacht werden und mögliche Kosteneinsparungen getroffen werden müssen, dafür zeigen wir Verständnis und begrüßen wir ausdrücklich mit Blick auf die Generationengerechtigkeit. Allerdings kann es nicht sein, dass dieses Thema nun auf den Rücken der jungen Leute ausgetragen wird.

Die Corona-Krise hat den Menschen aller Gesellschaftsschichten einiges abverlangt und extreme Einschnitte in das Alltagsleben jedes Einzelnen hervorgerufen. Kinder und Jugendliche, die sich noch mitten in ihrer Entwicklungsphase befinden, stehen plötzlich auf verlorenem Posten und sind von der Außenwelt abgeschnitten – keine Schule, keine Freunde, keine Freizeitaktivitäten. Vieles findet nun online statt. Hier kann sich glücklich schätzen, wer über eine vernünftige Internetverbindung verfügt und mit der passenden Hardware ausgestattet ist. Aber nicht jede Familie hat die finanziellen Mittel, weder vor und schon gar nicht während der Corona-Krise. Und nicht jede Wohneinrichtung verfügt über genügend Platz, damit junge Leute einen Rückzugsort haben. Die Jugendhäuser bieten jungen Heranwachsenden eben diesen Rückzugsort. Das Wort Ehrenamt wird hier noch großgeschrieben. Mit den gegebenen Mitteln versuchen die Jugendhäuser, das Bestmögliche zu bieten, aber die Ausstattung ist an vielen Stellen ausbaufähig. Die Überlebensfähigkeit der Jugendeinrichtungen hat in vielen Gemeinden schon jetzt einen schweren Stand und obendrein sollen nun die finanziellen Mittel zum WLAN-Ausbau gestrichen werden.

In der heutigen Zeit ist es schon ein Armutszeugnis, dass die Jugendhäuser bis heute über keinen WLAN-Anschluss verfügen. Die Junge Union fordert, dass die Entscheidung vom Kreis überdacht wird und die Gelder planmäßig zur Verfügung gestellt werden, um die Jugendhäuser nicht nur zukunftsfähig zu machen, sondern um etwas nachzuholen, was schon lange überfällig ist. Nicht zuletzt leisten die Jugendeinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenz und WLAN gilt als Teil der Daseinsvorsorge. Außerdem sollte besonders jetzt die junge Generation nicht hintenanstehen müssen.“

Landkreis: Berichterstattung erweckt falschen Eindruck

„Die Berichterstattung über die vergangene Jugendhilfeausschusssitzung des Landkreises zum Tagesordnungspunkt WLAN für Jugendhäuser erweckt leider einen falschen Eindruck“, machen hingegen Landrat Uwe Fietzek und Kreisrätin Gunda Gülker-Alsmeier in einer Pressemitteilung vom Freitag deutlich: „Es ist richtig, dass wir eine Entscheidung verschoben haben. Damit ist das Projekt natürlich nicht aufgehoben.“ Derzeit werde von der Verwaltung – angesichts der durch die Corona-Pandemie knapper werdenden Mittel – ein Überblick über die finanzielle Situation erstellt. Dieser soll der Politik bereits Ende Juni vorliegen.

„Ich habe in meinem ‚Wort an die Jugend‘ vor dem Hintergrund der vielen Einschränkungen vor wenigen Wochen gesagt: Die Anliegen der Jugend sind mir wichtig. Dazu stehe ich nach wie vor“, stellt Landrat Fietzek klar. Aber, und das habe er bereits in der Kreistagssitzung hervorgehoben, es sei ein Gebot der Fairness, sich alle Projekte erst einmal in Ruhe anzusehen und dann Prioritäten zu setzen. Abschließend betonen Landrat Fietzek und Kreisrätin Gülker-Alsmeier: „Wir möchten klipp und klar zum Ausdruck bringen: Für uns steht dabei das Thema Digitalisierung und damit auch WLAN in Jugendhäusern an bedeutender Stelle.“ Der Jugendhilfeausschuss werde sich direkt nach der Sommerpause erneut mit dem Thema befassen.

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