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20.11.2017, 17:49 Uhr

Grafschafter geben rund 2600 Euro für Urlaub aus

Insgesamt geben die Grafschafter fast 351 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus – von der Landpartie bis zur Pauschalreise und von der Radtour bis zum Städtetrip. Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse des Pestel-Instituts hervor.

Grafschafter geben rund 2600 Euro für Urlaub aus

Insgesamt geben die Grafschafter fast 351 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus. Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse des Pestel-Instituts hervor. Foto: privat

gn Nordhorn/Berlin/Hannover. Erstmals hatte das Pestel-Institut für die Initiative „Auf Zukunft gebucht“ der Tourismuswirtschaft den regionalen Tourismus untersucht. Die Initiative wollte wissen, wie viel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist.

Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus betragen vom Kind bis zum Senior im Landkreis Grafschaft Bentheim 2600 Euro im Jahr. „Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: Rund 18 Prozent von dem Geld, das die Einwohner der Grafschaft ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: 12 Prozent sind es für Nahrungsmittel. Ähnlich wie in der Grafschaft Bentheim liegt die Ausgabe hier bundesweit bei durchschnittlich 1800 Euro pro Kopf und Jahr“, sagt Matthias Günther. Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus „ein starker Wirtschaftsfaktor – auch weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben“. Das zeige, dass das „Reiseziel Deutschland“ nach wie vor hoch im Kurs stehe. Dabei wäre die Attraktivität des Tourismus sogar noch zu steigern. So könne man Urlaubern noch mehr fürs Geld bieten, meint der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) als Koordinator der Initiative „Auf Zukunft gebucht“.

Dies fange bereits bei der unterschiedlich hohen Besteuerung von frischen Speisen in Restaurants an: nämlich mit sieben statt der bislang fälligen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Zudem kritisiert die Tourismuswirtschaft, dass der Staat kräftig an der Preisspirale beim Reisen drehe. Allen voran durch die Luftverkehrssteuer, die Deutschland im Alleingang erhebe.

Auch die Luftsicherheitsgebühren wälze der Staat – anders als beispielsweise in Spanien, Italien oder in den USA – auf die Reisenden und Unternehmen ab. „Hier geht es um Passagier- und Gepäckkontrollen – und um bundesweit immerhin fast 700 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Dabei ist Terrorismusbekämpfung und Gefahrenabwehr eine staatliche Aufgabe“, sagt BTW-Generalsekretär Michael Rabe.

Die Branche appelliert daher jetzt in einem „Tourismus-Brief“ an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich politisch für ein „günstigeres Reiseklima“ einzusetzen. „Es wird Zeit, die Stellschraube staatlicher Kostentreiber im Tourismus zurückzudrehen.“ Die Tourismusbranche spricht sich in dem Parlamentarierbrief zudem für ein bezahlbares Bahnfahren aus. Hier dürfe der Staat das Augenmaß nicht verlieren.

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