10.10.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Grafschaft überschreitet am Samstag kritischen Corona-Wert

Im Gesundheitsamt in Nordhorn laufen die Grafschafter Corona-Fäden zusammen. Foto: Hille

Im Gesundheitsamt in Nordhorn laufen die Grafschafter Corona-Fäden zusammen. Foto: Hille

Von Andre Berends

Nordhorn Die Corona-Fallzahlen in der Grafschaft sind weiter gestiegen. Wie schon am Freitag kamen auch am Samstag noch einmal 20 Fälle hinzu. Dadurch überschreitet die Grafschaft nun den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Das hat zur Folge, dass die Kreisverwaltung erneut gezwungen ist, strengere Regeln zu erlassen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Inzidenzwert liegt bei 56

Nach Angaben der Kreisverwaltung vom Samstagnachmittag liegt der sogenannte Inzidenzwert in der Grafschaft nun bei rund 56. „Das Coronageschehen entwickelt sich sehr dynamisch. Auf Basis der neuen Fallzahlen gibt die Kreisverwaltung heute eine neue Allgemeinverfügung heraus, die ab Sonntag, 11. Oktober, in Kraft tritt“, erklärt Landrat Uwe Fietzek.

Neue Regeln

Auf Grundlage der Niedersächsischen Landesverordnung wird in der Allgemeinverfügung Folgendes festgelegt:

  • Treffen und Feiern zu Hause dürfen – sowohl drinnen als auch draußen – nur noch mit maximal zehn Personen stattfinden.
  • Private Feiern in öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten wie zum Beispiel gastronomischen Betriebe dürfen nur noch mit maximal 25 Personen stattfinden.

Wird die Grafschaft Risikogebiet?

„Ob die Grafschaft Bentheim durch das Überschreiten des Inzidenzwertes von 50 vom Land Niedersachsen als Risikogebiet eingestuft wird, werden wir Anfang der kommenden Woche wissen. Bei der Einstufung wird das Land das lokale Pandemiegeschehen genauer betrachten“, erläutert der Landrat.

Mehrere Gründe für die Entwicklung

Die Zahlen in der Grafschaft sind den vergangenen zehn Tagen stetig gestiegen. Ende September hatte der Inzidenzwert noch bei unter 10 gelegen. Anders als im Emsland, wo es einen Corona-Ausbruch bei einem Schlachtbetrieb in Sögel gegeben hatte, lässt sich das Geschehen in der Grafschaft nicht auf einen einzigen Hotspot zurückführen.

Mitarbeiter in Unternehmen betroffen

In der Grafschaft sind mehrere Firmen von Corona-Infektionen betroffen. Anfang Oktober wurde ein Ausbruch beim Erdölförderer Wintershall Dea in Emlichheim bekannt. Am Freitag wurde öffentlich, dass auch die Großbäckerei Borggreve in Neuenhaus mit Corona zu kämpfen hat. Hinzu kommt, dass mehrere Grafschafter in emsländischen Firmen arbeiten, die ebenfalls von Infektionen betroffen sind. Auch in mehreren Grafschafter Schulen wurden Fälle registriert.

„Corona ist überall“

In der Kreisverwaltung in Nordhorn betrachtet man die Entwicklung mit Sorge. Landrat Uwe Fietzek rief die Grafschafter in der vergangenen Woche im GN-Video dazu auf, Kontakte so gut es geht zu vermeiden. Der Leiter des Gesundheitsamts machte im GN-Gespräch darauf aufmerksam, dass die steigenden Fallzahlen in direktem Zusammenhang mit Feiern stünden. Er stellte fest: „Aktuell gibt es weniger die sogenannten Hot-Spots. Corona ist überall.“

Bislang fast 400 Infektionen

Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt in der Grafschaft nun bei 396. Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bisher: 18. In Quarantäne befinden sich derzeit 743 Grafschafter.

Die ab Sonntag, 11. Oktober, geltende Allgemeinverfügung des Landkreises kann unter www.grafschaft-bentheim.de/bekanntmachung eingesehen werden.

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