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03.06.2016, 10:57 Uhr

GN-Poetry-Slam: Zehn Poeten messen sich

Poetry-Slam: Diese Art des Kulturschaffens liegt im Trend. Am Freitag, 3. Juni, geht der GN-Poetry-Slam mit Stars der Szene in der Alten Weberei in Nordhorn über die Bühne.

GN-Poetry-Slam: Zehn Poeten messen sich

Tobias Kunze aus Hannover war bereits 2011 Vize-Landesmeister.Foto: Andreas Reiffer

Von Rainer Müller

Nordhorn. Ob gedruckt oder digital: Warum lohnt es sich, die regionale Zeitung zu lesen? Diese Frage beantwortet seit Anfang September 2015 eine breit angelegte Kampagne, die von den Zeitungsverlegerverbänden aus Niedersachsen und Bremen (VNZV und ZVVB) realisiert wurde. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Qualität des regionalen Journalismus unter dem Motto: „Jedes Wort wert“. Guntram Dörr, Chefredakteur der Grafschafter Nachrichten, sagt dazu: „Wir sind glaubwürdig, berichten unabhängig, machen schlau, verbinden die Region und schreiben über das, was wirklich wichtig ist.“

In diesem Rahmen findet am Freitag, 3. Juni, 20 Uhr, in der Alten Weberei in Nordhorn einer von insgesamt sechs Poetry-Slams einer breit über Niedersachsen und Bremen angelegten Veranstaltungsreihe statt. Der Poetry-Slam in Nordhorn wird von den Grafschafter Nachrichten veranstaltet. Insgesamt zehn Stars der norddeutschen Slammer-Szene zeigen ihr Können rund um das gesprochene Wort. Alle zehn Protagonisten werden sich kritisch mit der regionalen Berichterstattung auseinandersetzen und versuchen, dabei Deckungsgleichheiten in der journalistischen Arbeitsweise aufzuzeigen – sowohl humorvoll wie auch nachdenklich und durchaus ernsthaft. Das kann beispielsweise die Herangehensweise an lokale Themen sein oder auch die mögliche (un-) bewusste Ausgrenzung von Randgruppen. Musikalisch aufgepeppt wird der Poetry-Slam von der Akustik-Hip-Hop-Formation „Niconomic“! aus der Landeshauptstadt Hannover. Eintrittskarten für den GN-Poetry-Slam sind an der Abendkasse erhältlich.

Die Zuhörer haben die Möglichkeit, als Juroren des GN-Poetry-Slams zu fungieren. Slam-Master Dominik Bartels wird zu Beginn der Veranstaltung Interessenten aus dem Publikum auswählen, die nach jedem Beitrag Punkte vergeben können. Die ernannten Juroren verbleiben mitten im Publikum und können so Meinungen, Kommentare und Qualitätsurteile aus dem Umfeld mit in ihre Bewertung der Slam-Beiträge einfließen lassen. Zwei bis drei Teilnehmer gelangen auf diese Weise ins Finale, in dem dann die Zuhörerschaft per „Applausometer“ den Sieger des Abends in der Alten Weberei kürt.

Diese zehn Slammer treten in Nordhorn an:

  • Sim Panse (Bremen) – amtierender Landesmeister Niedersachsen/Bremen
  • Sebastian Butte (Bremen) – Finalist der Landesmeisterschaften 2014
  • Lisa Schöyen (Bremen) – Finalistin der U20-Landesmeisterschaften 2015
  • Gerrit Wilanek (Hannover) – Finalist der Landesmeisterschaften 2015
  • Robert Kayser (Hannover) – Teilnehmer aller bisherigen Landesmeisterschaften
  • Theresa Sperling (Nordhorn) – Finalistin der Landesmeisterschaften 2015
  • Florian Wintels (Bad Bentheim) – Landesmeister 2013 und Finalist der deutschsprachigen Meisterschaften 2015
  • Tobi Kunze (Hannover) – Vize-Landesmeister des Jahres 2011
  • Conni Fauck (Rotenburg/Wümme) – Teilnehmerin der Landesmeisterschaften 2015
  • Sebastian Hahn – Vize-Landesmeister des Jahres 2014 und bislang immer im Finale gewesen.

GN-Poetry-Slam: Zehn Poeten messen sich

Theresa Sperling genießt die Auftritte zusammen mit ihren Kollegen, die in Fachkreisen in Anlehnung an den englischen Begriff „Family“ auch „Slamily“ genannt werden. Foto: privat

Im Interview: Die Nordhorner Poetin Theresa Sperling

Ehemann Simon ist seit Beginn ihrer Slammer-Karriere ihr größter Fan: Theresa Sperling, in Emlichheim am Gymnasium unterrichtende Lehrerin (Deutsch, Englisch, darstellendes Schauspiel) aus Nordhorn, befasst sich erst seit rund einem Jahr mit Poetry-Slams.

Die gebürtige Berlinerin und Buchautorin heimste gleich bei den niedersächsisch-bremischen Landesmeisterschaften 2015 einen respektablen vierten Platz ein. Die Grafschafter Nachrichten unterhielten sich mit der ausdrucksstarken Poetin im Garten ihres schmucken Einfamilienhauses in der Sauerlandstraße.

Was treibt eine Deutschlehrerin aus Nordhorn an, sich innerhalb eines Jahres mehrfach auf norddeutschen Kleinkunstbühnen in der Poetry-Slam-Kunst zu messen?

Poetry-Slam ist für mich die ideale Plattform, einem breiten Publikum meine Texte und Gedanken zu präsentieren, Menschen zu berühren, unmittelbares Feedback zu erhalten und den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Außerdem sehe ich die Chance zum Eigenmarketing für meinen ersten Jugendroman ,Mittelmeersplitter‘, der am 27. September im Lektora-Verlag erscheint.

Der GN-Poetry-Slam ist ja themengebunden unter dem Motto „Jedes Wort wert“. Sie haben Ihren Beitrag bereits in Oldenburg, Wolfsburg, Lüneburg und Hildesheim vor großem Publikum auf die Bühne gebracht. Was erwartet die Zuhörer in Nordhorn?

Beim GN-Poetry-Slam gibt es neben unserer gemeinsamen kritischen Auseinandersetzung mit der grundsätzlichen täglichen Arbeit von Tageszeitungsredaktionen vielleicht noch ein wenig Lokalkolorit obendrauf.

In der Alten Weberei in Nordhorn wird die regionale Zeitung von den Slam-Teilnehmern kritisch unter die Lupe genommen. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Ich konnte im Laufe meiner beruflichen Karriere verschiedene Lokalzeitungen miteinander vergleichen und sehe viele Parallelen in der lokalen Berichterstattung.

Was sagen Sie in Ihrem privaten Umfeld, wenn es darum geht, sich in der Tageszeitung über lokale Themen und Ereignisse zu informieren?

Man ist aufgeschmissen, wenn man sie nicht hat.

Sie haben ihre Mitstreiter bereits mehrfach erleben und beurteilen können. Wie schätzen Sie die Qualität der Besetzung des GN-Poetry-Slams ein?

Eine solches Line-up hat absolutes Großstadtniveau – auch mein Kollege Florian Wintels aus Bad Bentheim, der ja schon 2013 niedersächsisch-bremischer Landesmeister war, ist für mich da für bestes Beispiel.

Poetry-Slams gehören in Universitätsstädten wie Osnabrück, Münster, Hannover oder Göttingen schon zum kulturellen Tagesgeschäft. Welche Chance hat diese Kunstform in der Region ohne großen Anteil von Studierenden?

Ein paar Jahre noch, dann werden Poetry-Slams auch in Gegenden wie dieser regelmäßig ausverkauft sein. Ich wünsche mir vor allem, dass ältere Schüler ins Publikum finden.

GN-Poetry-Slam: Zehn Poeten messen sich

Florian Wintels aus Bad Bentheim wurde 2013 Landesmeister. Foto: Marvin Ruppert

GN-Poetry-Slam: Zehn Poeten messen sich

Sim Panse ist amtierender Landesmeister Niedersachsen/Bremen. Foto: Marvin Ruppert

GN-Poetry-Slam: Zehn Poeten messen sich

Robert Kayser aus Hannover stand bislang jedes Jahr im Slam-Finale.Foto: Andreas Reiffer

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Dominik Bartels , Urgestein der Slammer-Szene, moderiert den Abend in der Alten Weberei und sucht die freiwilligen Juroren im Publikum aus. Foto: privat

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