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14.12.2017, 15:26 Uhr

Gleichstellungsbüro des Landkreises ist 25 Jahre alt

Das Gleichstellungsbüro des Landkreises hat mit einem Festakt in Nordhorn seinen 25. Geburtstag gefeiert. Vieles wurde bei der Gleichstellung erreicht, doch beim Frauenanteil in Politik und in Führungspositionen sieht man weiterhin Handlungsbedarf.

Gleichstellungsbüro des Landkreises ist 25 Jahre alt

Auf 25 Jahre Gleichstellungsbüro blickten zurück (von links): Landrat Friedrich Kethorn, Gleichstellungsbeauftragte Julia Stegt sowie die ehemaligen Frauen- beziehungsweise Gleichstellungsbeauftragten Beate Lunk und Hedwig Lammers. Foto: Wohlrab

gn Nordhorn. „Ein Vierteljahrhundert Gleichstellungsarbeit bedeutet auch ein Vierteljahrhundert Bewusstseinsarbeit und Sensibilisierung. Das war gerade in den Anfangsjahren mit vielen Vorbehalten und viel Skepsis, vor allem auch bei so manchen Männern, keine leichte Aufgabe“, resümierte Landrat Friedrich Kethorn am Mittwochabend vor rund 100 Gästen im Nordhorner NINO-Hochbau. Auf dem Programm der kleinen Feier zum 25-jährigen Bestehen des Gleichstellungsbüros beim Landkreis Grafschaft Bentheim standen aber nicht nur Reden und Grußworte. Mit einem Auftritt des Gender-Kabaretts „Was Sie schon immer über Gender wussten, aber nie zu denken wagten“ wurden schließlich kräftig die Lachmuskeln angeregt.

14.12.2017 Gleichstellungsbüro feiert 25-jähriges Bestehen
Nordhorn: Um den Prozess der Chancengleichheit weiter voran zu treiben, gibt es seit nun mehr 25 Jahren eine Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Grafschaft Bentheim.

Landrat Kethorn erinnerte in seiner Rede auch an die Anfänge des Gleichstellungsbüros als „Amt 16“ und mit der Bezeichnung „Frauenbeauftragte“. Ein gutes Jahr bevor es durch Gesetz verpflichtend war, trat bereits am 1. März 1992 mit Iris Blume die erste Frauenbeauftragte ihren Dienst beim Landkreis an. Acht weitere Frauen folgten. Seit Dezember 2014 ist Julia Stegt für die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags der Gleichstellung von Frauen und Männern tätig. „Wir haben in den 25 Jahren Vieles erreicht“, betonte Kethorn.

„In den 1990er-Jahren galt es noch als Besonderheit, wenn Frauen Führungspositionen innehatten oder diese gar in modernen Formen wie Jobsharing ausübten“, sagte der Landrat und erinnerte dabei an das Jahr 1992, als sich erstmals für Niedersachsen zwei Frauen eine Leitungsfunktion teilten: in der Nordhorner Euregio-Bücherei. Heute gebe es flexible Arbeitszeitmodelle mit dem Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Landkreis sei da seit 2006 mit dem Zertifikat „audit berufundfamilie“ in einer Vorreiterrolle: „Wir haben flexible Arbeitszeiten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeführt und verschiedene Teilzeitmodelle ermöglicht.“

Dennoch gebe es in verschiedenen Feldern noch Handlungsbedarf, sagte Kethorn. Der Frauenanteil in der Kreispolitik, der derzeit bei 26 Prozent liege, oder auch eine Unterrepräsentanz in Führungspositionen seien noch „Baustellen“. Aber er blicke optimistisch auf weitere Fortschritte in der Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Gleichstellungsbeauftragte Julia Stegt versprach, weiter „hartnäckig“ dafür zu arbeiten. Gesetze, Dienstanweisungen und Vorschriften reichten erfahrungsgemäß allein nicht aus: „Der wichtigste Schritt ist hierbei das Verinnerlichen. Es muss in allen Köpfen ankommen.“

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