17.06.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Gesundheitsregion fördert „Grafschafter Babylotsen“

Die Geburt eines Kindes stellt die frischgebackenen Eltern vor Herausforderungen. Foto: dpa

Die Geburt eines Kindes stellt die frischgebackenen Eltern vor Herausforderungen. Foto: dpa

Nordhorn Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis. Doch nicht selten kommen mit dem neuen Erdenbürger Probleme auf die jungen Eltern zu, die sie ohne Hilfe kaum bewältigen können. Rat und Unterstützung soll künftig ein „Grafschafter Babylotse“ bieten. Finanziert wird das Angebot des Jugendamtes und der Euregio-Klinik durch Fördermittel der Gesundheitsregionen Niedersachsen. Das Land fördert das auf eine Laufzeit von 18 Monaten ausgelegte Projekt auf Antrag der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim mit 80.000 Euro. „Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag so schnell bewilligt wurde und wir dieses sinnvolle Vorhaben jetzt in die Tat umsetzen können“, teilen Landrat Uwe Fietzek und Annegret Hölscher, Leiterin der Gesundheitsregion in einer Presseerklärung mit.

„Die erfolgreiche Zusammenarbeit des Jugendamtes mit der Euregio-Klinik wird mit dem Projekt ,Babylotsen‘ fortgesetzt. Hier zeigt sich auch, dass die Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim auf kommunaler Ebene ein wichtiger Motor zur Realisierung innovativer Projekte verschiedener Netzwerkpartner darstellt. Ich würde mich freuen, wenn in Zukunft noch andere Projektinitiatoren aus dem Bereich der Gesundheitsprävention diesem positiven Beispiel folgen“, so Fietzek, der auch Vorsitzender der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim ist. „Das Projekt ,Grafschafter Babylotsen – Frühe Hilfen für Eltern‘ ist eine sinnvolle Ergänzung zu den seit 2007 bestehenden ,Frühen Hilfen‘“, erklärt Kreisrätin Gunda Gülker-Alsmeier und verweist auf das breite Netzwerk von Landkreis, Klinik, Wohlfahrtsverbänden, kirchlichen Einrichtungen und weiteren Institutionen.

Hilfe für Eltern

Ob eine Schwangerschaft geplant oder ungeplant ist, das Neugeborene erkrankt ist oder die Lebenssituation der Familie durch das Kind auf den Kopf gestellt wird: Viele Eltern benötigen niederschwellige Unterstützung, die ihnen die neuen ,Babylotsen‘ bieten sollen. Sie beantworten Fragen wie „Wo gibt es Betreuungsmöglichkeiten für die Geschwister?“, „Welche finanziellen Unterstützungen gibt es?“, „Wer ist der geeignete Ansprechpartner, wenn das Kind krank ist?“ oder „Wo bekomme ich Rat, wenn ich mich unsicher fühle im Umgang mit meinem Baby?“.

„Es gibt viele Hilfen, die betroffene Eltern nicht immer kennen. Aufgabe des Babylotsen ist es, einen einfachen Zugang zu diesen Angeboten zu schaffen“, betont Dr. Jörg Langlitz, Chefarzt der Kinderklinik in der Euregio-Klinik. „Wir möchten möglichst frühzeitig mit entsprechenden Angeboten ansetzen. Deshalb sei die Babylotsin innerhalb der Euregio-Klinik bei der geburtshilflichen Abteilung angegliedert. Eine sehr wichtige Rolle spielen hierbei auch die niedergelassenen Gynäkologen, die für die werdenden Eltern in aller Regel die ersten Ansprechpartner sind“, ergänzt Dr. Markus Jansen, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, und fügt hinzu: „Natürlich ist das Angebot freiwillig und die ,Babylotsin‘ unterliegt der Schweigepflicht. Ich hoffe, dass Eltern, die Beratungsbedarf haben, die Hilfe der ,Babylotsin‘ annehmen werden.“

„Der erste Startschuss ist mit der Förderzusage gegeben. Um zeitnah mit dem Projekt starten zu können, wird in den nächsten Tagen die Position der ,Babylotsin‘ beziehungsweise des ,Babylotsen‘ ausgeschrieben. Die Anstellung erfolgt bei der Euregio-Klinik“, weist Geschäftsführer Michael Kamp Interessierte auf die Möglichkeit hin, sich zeitnah bei der Euregio-Klinik um die Stelle zu bewerben.

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