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02.12.2018, 13:00 Uhr

Ferkelkastration: Stegemann dafür, De Ridder enthält sich

Erleichterung beim Bauernverband, massiver Ärger bei Grünen und Umweltschützern: Die Fristverlängerung für die betäubungslose Kastration von Ferkeln hat die erwarteten Reaktionen ausgelöst.

Ferkelkastration: Stegemann dafür, De Ridder enthält sich

Eine Sau und ihr Nachwuchs im Stall von Ferkelerzeuger Dietmar Woltmann aus Quendorf. Er kastriert selbst noch mit dem schnellen betäubungslosen Schnitt. Foto: Schönrock

Von Guntram Dörr

Berlin/Nordhorn Der Bundestag hatte am Donnerstag eine Änderung des Tierschutzgesetzes beschlossen, mit der die schmerzhafte Kastrationsmethode zur Verhinderung des Ebergeruchs noch für zwei weitere Jahre erlaubt wird, weil die derzeit verfügbaren Alternativen den Anforderungen der Praxis nicht gerecht würden.

Die beiden Grafschafter Bundestagsabgeordneten votierten unterschiedlich: Albert Stegemann (CDU) stimmte mit „Ja“, Dr. Daniela De Ridder (SPD) enthielt sich. Beide begründeten ihr Verhalten gegenüber den GN.

Das CDU/CSU-Bundeslandwirtschaftsministerium habe es „ärgerlicher Weise“ seit fünf Jahren versäumt, den Landwirten die Mittel an die Hand zu geben, um eine Alternative zur betäubungslosen Kastration auf den Weg zu bringen, kritisierte De Ridder. Gleichzeitig könne sie der Fortsetzung der bisherigen Praxis nicht zustimmen. Sie kündigte als „letztmalige Brücke“ die Bildung eines „Runden Tisches“ in der Grafschaft an, damit „alle relevanten Akteure und Interessierte ins Gespräch kommen und Lösungen für dieses politische Versäumnis entwickeln“. Stegemann räumte ein, es sei „bedauerlicherweise“ in den letzten Jahren nicht gelungen, brauchbare Wege aus der betäubungslosen Ferkelkastration zu finden. Ein „Strukturbruch in der Sauenhaltung zum Jahresende“ müsse gleichwohl verhindert werden. Daher habe der Bundestag den Beteiligten „letztmalig“ zwei Jahre Zeit gegeben, um praxistaugliche und am Markt akzeptierte Lösungen zu entwickeln. Konkret kündigte der agrarpolitische Sprecher seiner Fraktion an, die Union werde Sorge tragen, „dass die Inhalations-Narkose mit Isofluran durch den Landwirt durchgeführt werden kann“. Ab Mitte 2019 sollen dafür Schulungen stattfinden.

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