Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
18.11.2019, 18:14 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

BUND gibt Informationen zu Baumfällungen und Fledermäusen

Am 1. Oktober hat die Baumfällsaison begonnen. Damit dabei keine Fledermäuse zu Schaden kommen, bittet die Kreisgruppe des BUND dringend um Beachtung Hinweise zum Fledermausschutz bei Baumfällungen, Pflegemaßnahmen und zum Betreiben von Kaminen.

Baumfällopfer: Fledermaus mit Unterarm- und Gesichtsverletzung.Foto: Dr. R. Keil / BUND

Baumfällopfer: Fledermaus mit Unterarm- und Gesichtsverletzung.Foto: Dr. R. Keil / BUND

Nordhorn Baumfällungen stellen für baumbewohnende Fledermausarten die größte Gefahr dar, so Walter Oppel vom BUND. Fledermäuse senken ihre Körpertemperatur beim Schlafen ab, deshalb können sie bei Gefahr nicht einfach wegfliegen wie ein Vogel. Sie brauchen zirka fünf bis zehn Minuten, bevor sie ihren Körper auf Flugtemperatur gebracht haben, im Winterschlaf sogar noch länger. Somit haben sie keine Chance, bei einer Baumfällung zu entfliehen. Oft werden Tiere lebendig zersägt, Splitter dringen tief in ihre Körper, es kommt zu Quetschungen und Knochenbrüchen. Wenn nicht sofort fachkundige Hilfe vor Ort ist, können bei einer Baumfällung Hunderte von Fledermäusen zu Tode kommen.

Daher die dringende Bitte des BUND: Bevor ein Baum gefällt wird, sollte dieser fachkundig auf Höhlen und auf Fledermäuse untersucht werden. Gleiches gilt auch für größere Baumpflegemaßnahmen, weil sich in dickeren Ästen zum Beispiel Hohlräume befinden können, die von Fledermäusen bewohnt werden. Fledermäuse können ebenfalls in Rindenspalten schlafen, daher sollten auch diese untersucht werden.

Steht man von der Entscheidung, einen Baum zu fällen, sollte man beachten, dass man einen alten Baum nicht einfach durch einen neuen ersetzen kann. Bis ein junger Baum einen adäquaten Quartierersatz für zahlreiche Tierarten, unter anderem die Fledermaus darstellt, vergehen mehrere Jahrzehnte. Generell sollte also versucht werden, alte Bäume als Quartiere für Fledermäuse zu erhalten.

Die Erhaltung und die Schaffung von Quartieren ist eine der wichtigsten Aufgaben beim Schutz von Fledermauspopulationen. Auch sollte laut BUND beachtet werden, dass künstliche Fledermaussommerquartiere keinen Ersatz für natürliche Quartiere darstellen, sondern lediglich als Ergänzung dienen.

Viele Fledermäuse suchen zur kalten Jahreszeit die vom Schornstein abgestrahlte Wärme. Leider führt die Suche nach dem warmen Versteck manchmal in das glatte Ofenrohr, das kein Hochklettern ermöglicht und zur Todesfalle wird. Die Tiere fallen hinein und verbrennen qualvoll.

Tipp des BUND: Durch Anbringen eines zugelassenen dicht anliegenden Gitters über der Schornsteinöffnung kann man nicht nur Fledermäuse, sondern auch Vögel schützen. Größer als fünf bis zehn Millimeter sollte die Maschenweite allerdings nicht sein, sonst fallen Zwergfledermäuse durch. Sicherlich kann ein Schornsteinfeger beim Einbau beraten und helfen.

Weitere Informationen hat der BUND auf der Internetseite www.bund-grafschaft-bentheim.de veröffentlicht.

Rettung aus dem Kamin: Fledermaus voller Ruß.Bildquelle (Dr. R. Keil / www.bund-fledermauszentrum-hannover.de )

Rettung aus dem Kamin: Fledermaus voller Ruß. Bildquelle (Dr. R. Keil / www.bund-fledermauszentrum-hannover.de )

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating