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30.04.2018, 05:00 Uhr

Bau-Gewerkschaft: Bau sucht Nachwuchs und spart am Geld

Die IG-Bau fordert sechs Prozent mehr Gehalt. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen droht der Streit zu eskalieren. Das hätte auch Auswirkungen auf die Grafschaft.

Bau-Gewerkschaft: Bau sucht Nachwuchs und spart am Geld

Der Bau-Boom hält an. Handwerker sind gefragt, die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Gehalt für Arbeiter. Foto: Kersten

gn Nordhorn. Bau-Boom, aber „Azubi-Ebbe“: Die Bauunternehmen im Landkreis Grafschaft Bentheim suchen Nachwuchs – und zwar händeringend, sagt die Bau-Gewerkschaft. 100 unbesetzte Ausbildungsplätze seien derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet. „Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Kreis Grafschaft Bentheim sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, sagt Herbert Hilberink. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim übt massive Kritik: „Bauarbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen. Das fängt bei der Lohntüte an und hört auf, wo jungen Menschen die Perspektive einer modernen Job-Zukunft auf dem Bau gegeben werden muss.“ Im Moment pralle „der Kampf um die besten Köpfe auf eine Geiz-Mentalität der Bauarbeitgeber“.

Ausdruck dafür sei das jüngste Scheitern der Bau-Tarifverhandlungen, bei der die IG BAU ein Lohn-Plus von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert hat, ebenso ein 13. Monatseinkommen für alle Bauarbeiter. „Für die Zukunft ist auch wichtig, dass Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen. Ebenso, dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass der Ausbildungsbetrieb die Fahrten zur Berufsschule bezahlt. Der Bau muss den Azubis einfach mehr bieten“, fordert Hilberink und ergänzt: „Wir haben einen Bau-Boom. Und die Betriebe im Landkreis Grafschaft Bentheim haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt.“

Jetzt werde eine Schlichtung immer wahrscheinlicher. Schaffe Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement es als Schlichter dabei nicht, die Bauarbeitgeber dazu zu bewegen, ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen, drohe der Bau-Streit zu eskalieren. Davon wäre dann auch die Grafschaft massiv betroffen.

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