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16.06.2019, 15:03 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

100 Jahre Lehrergewerkschaft: Jubiläum des GEW-Kreisverbands

Einige Vorstandsmitglieder des GEW-Kreisverbandes Grafschaft Bentheim mit dem ehemaligen Grafschafter Landrat (von links): Hermann Hamel, Beate Breitenbach-Jost, Elisabeth Brüning und Frauke Mandalka mit Nonno de Vries.Foto: privat

Einige Vorstandsmitglieder des GEW-Kreisverbandes Grafschaft Bentheim mit dem ehemaligen Grafschafter Landrat (von links): Hermann Hamel, Beate Breitenbach-Jost, Elisabeth Brüning und Frauke Mandalka mit Nonno de Vries.Foto: privat

Nordhorn Es ist der 29. März 1919, als die „Nordhorner Nachrichten“ von der Gründung eines Kreislehrervereins für die Grafschaft Bentheim berichten: Bei der Versammlung in Veldhausen, die „fast vollzählig von den Lehrern und Lehrerinnen des Kreises“ besucht wurde, rief man einen Zusammenschluss für „die gesamte Lehrerschaft aller Konfessionen und Schularten“ ins Leben. Dieses nun 100 Jahre zurückliegende Ereignis hat der heutige Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Anlass genommen, sich auf die Wurzeln und die Entwicklung der Lehrergewerkschaft in der Grafschaft zu besinnen.

Mehrere Mitglieder des Kreisverbands sind kürzlich zu einer Feierstunde im DRK-Mehrgenerationenhaus in Nordhorn zusammengekommen. In ihren Begrüßungsworten hob Vorstandsmitglied Elisabeth Brüning den Wandel in der Gewerkschaftsarbeit hervor und erinnerte etwa daran, dass die Veranstaltung vor 100 Jahren noch stark patriotisch geprägt war. „Die Zeit und damit die Stoßrichtung der Lehrergewerkschaft hat sich seitdem verändert – hin zu demokratischen Forderungen und dem Einsatz für eine friedliche Welt“, erklärte sie.

Besonders freuten sich die Gewerkschafter über die Anwesenheit des früheren Grafschafter Landrats Nonno de Vries, seines Zeichens GEW-Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Kreislehrervereins. Der heimatgeschichtlich bewanderte Schüttorfer gab den Anwesenden spannende Einblicke in seine Recherchen zur Gewerkschaftsarbeit. Demnach reichen die Anfänge noch um weit mehr als 100 Jahre in die Vergangenheit. Laut alter Protokollbücher habe es bereits 1871, im Jahr der Gründung des deutschen Kaiserreichs, die erste Versammlung eines „Kreislehrervereins Grafschaft Bentheim – KLB“ gegeben. „Das würde bedeuten, dass wir schon in zwei Jahren auf Kreisebene das 150-jährige Bestehen einer gewerkschaftlichen Vereinigung der Lehrer in der Grafschaft Bentheim feiern können“, so de Vries. Laut Statuten habe dieser frühe Vorgängerverein allerdings nur „aus den evangelischen Lehrern des Kreises“ bestanden. Hinzu kamen örtliche Lehrervereine in Bentheim, Nordhorn, Veldhausen, Uelsen und Emlichheim.

1958 wurde auf Landesebene der „Gesamtverband Niedersächsischer Lehrer (GNL)“ gegründet, welcher sich 1969 mit der GEW vereinte. Diese war bereits 1948 als überregionale Bildungsgewerkschaft entstanden. Der heutige GEW-Kreisverband besteht aus rund 400 Mitgliedern, davon sind in 2019 bereits 13 Mitglieder neu hinzugekommen. Er ist dem Bezirksverband Weser-Ems (vor 1979: Bezirksverband Osnabrück) angegliedert. Nach verschiedenen strukturellen Veränderungen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten besteht heute als einzige Untergliederung noch der Regionalverband Obergrafschaft. Zum Vorstandsteam auf Kreisebene zählen aktuell neben Elisabeth Brüning (Beisitzerin) weiterhin Frauke Mandalka (Vorsitzende), Beate Breitenbach-Jost (stellvertretende Vorsitzende), Hermann Hamel (Schatzmeister), Marianne Schnelle (Beisitzerin) und Henrik Schröder (Vertreter des Regionalverbandes Obergrafschaft). Frauke Mandalka betont, dass es nach wie vor wichtig ist, die Interessen der Pädagoginnen und Pädagogen zu vertreten und ihnen eine Stimme zu geben. Als aktuelles Beispiel nennt sie die Tarifverhandlungen für die angestellten, nicht verbeamteten Lehrer.

Zu den Aufgaben des Kreisverbands zählen darüber hinaus die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen sowie die Ausrichtung geselliger Zusammenkünfte zum gegenseitigen Austausch. An überregionalen Zielen unterstützt der Kreisverband die Forderungen, dass alle Lehrer mindestens mit A13 besoldet werden und dass die Arbeitszeitentlastungen, die die Arbeitszeitkommission der Landesregierung vorgeschlagen hat, realisiert werden.

Einziger Ehrenvorsitzender des Kreisverbands ist Dieter Blekker aus Uelsen. 25 Jahre lang stand er an der Spitze der Grafschafter GEW, bislang konnte noch niemand auf diesem Posten eine solche Amtszeit übertrumpfen. Der Gewerkschaft hält er bis heute aus politischer Überzeugung die Treue.

Musikalisch begleitet wurde der Jubiläumsabend durch die Band „Sommerhaus“ aus Rheine. Deren Gage sowie weitere Spenden des Abends gehen an die Flüchtlingshilfe Rheine. Insgesamt sind es 566,40 Euro.

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