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09.08.2017, 14:03 Uhr

Zur Musik von „DJ Nick und Arne“ feiert die Grafschaft

Nick Büdden und Arne Jeurink aus Hoogstede sind mit ihren gerade mal 17 und 16 Jahren als „DJ Nick und Arne“ in der Grafschaft bekannt. Auf welchem Weg beide zur Musik kamen, haben sie GN-Szene erzählt.

Zur Musik von „DJ Nick und Arne“ feiert die Grafschaft

Arne Jeurink (16) und Nick Büdden (17) aus Hoogstede arbeiten als „DJ Nick und Arne“. Foto: privat

Von Markus Spykman

Hoogstede. Angefangen hat alles mit einem Schwarzsender, den die beiden 2013 zusammen betrieben. Da waren Nick Büdden und Arne Jeurink gerade mal 13 und 12 Jahre alt. Mit eigenem Sendemast gelang es ihnen, die Musik in einer Distanz von zehn Kilometern auszustrahlen. Als die Behörden jedoch vermehrt Schwarzsender in der Grafschaft ausfindig gemacht haben und hohe Geldstrafen folgten, fingen die beide Hoogsteder an, für die Geburtstage der Verwandtschaft aufzulegen.

Die technische Ausstattung besaßen sie bereits. Arne erinnert sich: „Als andere eine Playstation bekommen haben, habe ich eine Anlage gekriegt. Wenn ich so zurückdenke, was ich auf dem 50. Geburtstag meines Onkels gespielt habe – totaler Mist!“ So schlecht scheint es aber nicht gewesen zu sein, die ersten Anfragen folgten prompt.

Erinnerungen an gute und schlechte Partys

So fingen die ersten Aufträge bei einer Weihnachtsfeier an und gingen überwiegend bei 40. oder 50. Geburtstagen weiter. Mittlerweile erreichen die beiden Jugendlichen aber auch 18. Geburtstage und Schulabschlüsse und konnten sich dort als „DJ Nick und Arne“ schon einen großen Bekanntheitsgrad unter den jungen Leuten aufbauen. Arne erzählt: „Der Vorteil daran ist, dass man die Musik, die die jungen Leute hören, viel besser kennt.“ Doch die beiden haben ein breites Spektrum an Musik zu bieten: Charts, Schlager, Ballermann, 80er, 90er – was man eben so hört auf einer Party. Nur Rap spielen sie wenig oder gar nicht. „Aber hört ja auch keiner auf Feten“, ergänzt Nick nebenbei.

Wenn die beiden versuchen, sich an ihre beste Party zurückzuerinnern, können sie sich gar nicht festlegen. Arne erinnert sich: „Einmal haben die Leute von 18 Uhr bis 4 Uhr durchgetanzt. Da konntest du die Flippers auf AC/DC spielen. Normalerweise gehen dann viele an die Theke, aber da war das ganz egal“. Sicherlich spielte der Alkohol hier keine unwichtige Rolle, aber es zeigt vor allen Dingen eines: Nick und Arne wissen, wie man Stimmung unter die Leute bringt. Doch nicht immer lief es so reibungslos. So kam es auch schon vor, dass keiner auf die Tanzfläche gegangen ist, egal bei welchem Lied. „Grauenhaft“ nennen sie es, wenn sie darauf zurückblicken.

Je später der Abend, desto jünger die Musik

Eine Schwierigkeit besteht darin, die ganze Bandbreite der Musikgeschmäcker der Partygäste erfüllen zu können. Deshalb spielen sie zu Anfang ältere Hits, um die älteren Gäste zufriedenzustellen, die wahrscheinlich früher die Feier verlassen. Später, wenn die jüngeren Leute auf die Tanzfläche gehen, wird die Musik entsprechend angepasst. „Je später der Abend, desto mehr vermischt sich alles, da stehen dann auch mal 18-Jährige mit 50-Jährigen auf der Tanzfläche“, berichtet Arne.

Wer Musik auflegt, der muss auch von Gästen Musikwünsche entgegennehmen. Und dabei gibt es schon den einen oder anderen Wunsch, den beide mit der Zeit nicht mehr hören können. Nick fällt sofort „Atemlos“ von Helene Fischer ein. „Auf uns“ von Andreas Bourani fügen sie nach weiterer Überlegung noch hinzu. „Die Lieder sind einfach ausgelutscht. ‚Auf uns‘ zieht dazu noch total die Stimmung runter, auf Abschlüssen fangen einige bei dem Lied an zu weinen“, sagt Nick amüsiert. Wie soll da denn wieder gute Laune aufkommen? Alle Lieder müssen Arne und Nick sich von den regulären Anbietern wie iTunes zu Preisen von 50 Cent bis 2,50 Euro kaufen. Zum Unverständnis einiger Gäste haben sie deshalb extrem unbekannte Nummern nicht immer im Repertoire.

Vorbilder, so erzählen sie, haben sie in der Heimat: „Arizona-Eventshow“ aus Hoogstede. Nick erzählt begeistert: „Wo die überall schon waren, die haben es wirklich weit gebracht“ „Ihre Sachen lassen die sich schon aufbauen, da hat man echt geschafft!“, ergänzt Arne. International bekannte DJs gehören aber nicht zu den Vorbildern. Diese würden die Musik eher Mixen und genau dazu fehlt es noch an Kenntnissen und Equipment, das sehr kostspielig ist. Mit solchen Anlagen kann man zum Beispiel verstärkte Bässe unter die Lieder spielen, um die Stimmung aufzubessern. Dringend brauchen sie diese Anlagen aber nicht. Ein einfaches „Zicke zacke zicke zacke“ oder andere Sprüche von Arne am Mikrofon, tragen neben der Musik zusätzlich zu einer guten Partystimmung bei. Nick ist dabei eher für die Technik und das Licht zuständig.

Aller Anfang ist schwer

Nun ist es nicht so, dass Nick und Arne die einzigen DJs in der Grafschaft sind. Viele versuchen sich daran, doch nicht jedem gelingt schnell ein Sprung in die größere Bekanntheit. „Am Anfang war’s wirklich schwer, wir haben uns wochenlang vorbereitet“, erinnert sich Arne. Durch Visitenkarten, Empfehlungen anderer und weitere Auftritte konnten sie jedoch schnell bekannt werden. „Auf einmal ging alles ganz schnell“, fügt er noch hinzu. Eine Konkurrenz zwischen allen DJs in der Region gibt es aber nicht. Die Beziehungen sind freundschaftlich, so haben Nick und Arne gerade in der Anfangszeit viel Unterstützung in der technischen Ausstattung von Albrecht Höllmann und Günter Duling, zwei anderen DJs, bekommen. „Freundschaft in dem Bereich finde ich sehr wichtig, was bringt dir Konkurrenz?“, fragt Arne.

Der Terminkalender der beiden ist voll. An allen freien Wochenendtagen sind sie für dieses Jahr bereits ausgebucht. Im nächsten Jahr geht es gleich mit dem Heideschlößchen wieder los. Doch wer Feiern macht, der will selber auch mal Feiern gehen. Arne mahnt: „Alles wohl schön und gut, aber wenn du selber nie Party machst, verlierst du auch Freunde. Man darf das nicht vergessen“. Und bevor genau das passiert, nehmen die beiden es sich nicht, auch mal ein Wochenende freizunehmen.

Hauptberuflich wollen sie keine DJs werden. Beide beginnen demnächst eine Ausbildung. „Ich könnte es aber nicht lassen, wenn ich aufhören würde“, sagt Arne und erzählt weiterhin: „Für uns bleibt es ein Hobby. Aber wir wollen professioneller Hobby machen“. Ziele haben sie sich aber gesetzt: Scheunenfeste, Schützenfeste, Diskotheken in der Grafschaft mit teilweise 3500 Besuchern. Zuletzt spielten sie zum Beispiel schon auf dem „Groafschupper Musikfestival“ und brachten dort die Leute zum Tanzen.

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