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18.02.2018, 16:00 Uhr

„SDP“ tanzt in Lingen mit 4700 Fans aus der Reihe

Das Berliner Gesangsduo spielt in der ausverkauften Emslandarena in Lingen – und begeistert das Publikum aus der Region.

„SDP“ tanzt in Lingen mit 4700 Fans aus der Reihe

Nah dran: „SDP“ bei einem Ausflug auf eine kleine Bühne mitten im Publikum. Foto: Rehbock

Von Larissa Rehbock

Lingen. „So wie es aussieht, ist die bekannteste unbekannteste Band wieder da“, sagt eine Computerstimme über die riesigen Boxen in der Emslandarena in Lingen. Im gleichen Moment springt das Berliner-Duo „SDP“ auf die Bühne und der Song „Leider wieder da“ schallt in die Konzerthalle. „Leider“ war am Samstagabend wohl das falsche Wort, denn die rund 4700 Zuschauer waren sichtlich euphorisch über den Auftritt der deutschen Band in der Emslandarena. Im Rahmen ihrer „Die bunte Seite der Macht“-Tour haben die Sänger Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin auch einen Halt in Lingen gemacht.

Bereits 1999 hat sich die Band, damals noch unter dem vollen Namen „Stonedeafproduction“, in Berlin-Spandau gegründet. Doch der Auftritt am Sonnabend war für die beiden 34-Jährigen trotzdem eine Premiere: „Tagchen Lingen, wir sind’s. Wir waren noch nie hier und können gar nicht glauben, dass so viele hier sind“, begrüßte Vincent Stein die schon jetzt tobende Menge. „Warum macht ihr eigentlich nichts Sinnvolleres an einem Samstagabend? Ne Familie gründen oder euch weiterbilden. Dann lasst uns einfach gemeinsam die Zeit verschwenden“, fügte Dag-Alexis Kopplin hinzu und stimmte den Song „Zeit verschwenden“ an.

Mal mehr und mal weniger gelungene ironische Übergänge für die kommenden Songs waren nicht die einzige Unterhaltung, die das Duo seinem Publikum, das weit über das Emsland und Grafschaft hinaus ging, bot. Denn die Berliner sind für ihr gegenseitiges Necken auf der Bühne bekannt. Während der rund eineinhalbstündigen Show ärgerte Kopplin seinen Bandkollegen immer wieder wegen seiner leichten Erkältung. Und die gegenseitige Bezeichnung von „Digga“ ist bei „SDP“ schon Kult. „Aber das ist bei uns normal. Wir streiten uns und dann vertragen wir uns und dann streiten wir wieder“, erklärten sie dem lachenden Publikum.

Wert auf eine unterhaltsame Show legten die 34-Jährigen auch während ihrer Songs. So wurden beim Lied „Wenn ich einmal groß bin“ große, bunte Bälle in die Masse geworfen. Bei ihrem großen Hit „Ne Leiche“ ließen sie kurzerhand eine Gummipuppe von zwei Sanitätern auf die Bühne bringen und überlegten sich, was sie mit der „Leiche“ machen sollten. „Das Publikum ist zu lebendig, um ein Friedhof zu sein, oder wie ich es gerne nenne: Totenacker“, meint Kopplin. Auch ein großes Glücksrad und zwei Sakkos – das eine knallbunt, das andere im Leoparden-Look – schafften es am Samstag auf die Lingener Bühne.

„SDP“ tanzt in Lingen mit 4700 Fans aus der Reihe

Gut drauf: „SDP“ sorgten in Lingen für eine große Party. Foto: Rehbock

Das Berliner-Duo gab sich aber nicht nur sympathisch, sondern auch auf einer zweiten, sehr viel kleineren Bühne mitten in der Menschenmasse publikumsnah. Nur mit zwei Gitarren in der Hand bewiesen sie: Wir können nicht nur laut und verrückt, sondern auch gefühlvoll, als sie ihre Ballade „Eigentlich wollte er nie ein Liebeslied schreiben“ anstimmten. Schon an diesem Punkt des Abends fühlten nicht nur die Frauen jedes einzelne Wort der „SDP“-Texte. Denn auch viele Männer stimmten im Refrain aus vollstem Herzen mit ein.

Die beiden Sänger haben es verstanden, das deutsche, anspruchsvolle Publikum zu begeistern. Stein und Kopplin legen sich nicht auf ein Genre fest, sondern verbinden viele verschiedene Musikstile miteinander und nennen es selbst „Irgendwie Pop mit Ohrwurmcharakter“. Bestätigung im letzten Punkt bekamen sie am Sonnabend. Denn das Publikum konnte bei allen 24 Songs, die die Band an diesem Abend im Repertoire hatte, mitsingen. Und spätestens bei dem wohl bekanntesten Hit der Band „Ich will nur, dass du weißt“, hat auch der letzte Fan in der Emslandarena verstanden, dass er gerade auf einem ausverkauften „SDP“-Konzert feiert. „Ihr hört euch an wie ein Festival“, rief Vincent Stein ins Mikrofon.

Kurz vor Ende lief den Zuschauern noch einmal der Schweiß von der Stirn – und das nicht nur wegen der Flammen und des Bühnenfeuerwerks. „Lasst uns noch einmal abgehen, Lingen“, forderten „SDP“ und packten im Finale ihren absoluten Partyhit „Die Nacht von Freitag auf Montag“ aus, der schon am Ballermann gecovert wurde. „Danke Lingen, wir kommen auf jeden Fall wieder“, verabschieden sich die beiden Sänger um 22 Uhr.

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