Grafschafter Nachrichten
12.06.2018

Sängerin Raja aus Haselünne über ihre Zeit nach „The Voice“

Sängerin Raja aus Haselünne über ihre Zeit nach „The Voice“

Erfahrung bei einer Casting-Show gesammelt hat Sängerin Raja bei „The Voice of Germany 2017“. Foto: Carola Alge

Ihren Auftritt bei der Musikshow „The Voice of Germany 2017“ bereut die Haselünnerin Raja nicht. Im Gegenteil. Im Interview erklärt sie warum.

Raja, eigentlich heißen Sie ja Agnieszka Satola. Wie kamen Sie auf Ihren Künstlernamen?

Raja bedeutet „Paradies“. Wenn ich Musik höre, dazu tanze oder meditiere, ist das für mich absolut paradiesisch. Und es ist auch dieses Gefühl, das ich in anderen Menschen mit meiner Musik entstehen lassen will. Ich glaube, jeder kann durch sein ganz persönliches Talent diese Welt ein bisschen mehr zu einem Paradies machen.

Einem größeren Publikum wurden Sie bei der Musikshow „The Voice of Germany 2017“ bekannt. Bereuen Sie diesen Auftritt?

Niemals! Dieser Auftritt hat mich unglaublich viel gelehrt: Ich durfte ins Showbusiness reinschnuppern. Es ist faszinierend zu sehen, was wirklich hinter den Kulissen abläuft, bis das Endprodukt auf dem Bildschirm zu sehen ist. Und ich habe mich auch persönlich weiterentwickelt.

Ihr Auftritt war von einer Panne begleitet: Ein eingeblendetes Banner auf Smart TVs verriet ihr Ausscheiden schon vor dem Auftritt. Wie denken Sie darüber heute?

Ich freue mich darüber. Es war eine Besonderheit, die mich sogar in die Bild-Zeitung gebracht hat. So hatte ich zusätzliche Werbung.

Was hat Ihnen der Auftritt beruflich gebracht?

Mein Auftritt vor Millionen Menschen hat dazu geführt, dass Auftrittsmöglichkeiten oder Anfragen hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit Menschen aus der Musikbranche auf mich zugekommen sind, die ich mir sonst hätte längerfristig erarbeiten müssen. Und dadurch, dass ich meine persönlichen Grenzen überwunden habe, kann ich mich auf großen Bühnen besser fallen lassen. Private Veranstaltungen, für die ich beruflich gebucht werde, kommen mir nun vor wie ein schöner Besuch bei Freunden. Es ist alles viel entspannter und freier.

Castingshows sehen viele als Sprungbrett für eine vermeintlich große Karriere. Würden Sie noch einmal an einer teilnehmen?

Es ging mir bei der Teilnahme in erster Linie nicht um eine große Karriere. Für die wäre ich im Moment sowieso noch nicht bereit gewesen. Meine Tochter ist dafür noch zu jung, und ich möchte mich weiterhin neben der Musik meiner Tätigkeit als Lehrerin in der Karate-Schule meines Mannes widmen. Als angesagter Musiker hat man für nichts anderes Zeit und ist kaum zu Hause. Es ging mir um meinen Traum, einmal auf dieser berühmten und gefürchteten Bühne zu stehen und darum die Chance zu haben, meine Musik und meine Gefühle einem Millionenpublikum nahezubringen. Wenn ich Lust hätte, würde ich noch einmal teilnehmen. Aber es gibt noch so viel anderes, das ich gerne ausprobieren würde.

In „The Voice“ haben Sie den Song „Winter“ von Tori Amos präsentiert. Was fasziniert Sie an dem Titel?

Ich finde ihn genial komponiert. Er ist zart und hat doch eine sehr kraftvolle Botschaft. Ich kann mich in beide Rollen hineinversetzen, in die der Tochter und die des Vaters. Wenn ich den Song höre, sehe ich sofort die Geschichte vor meinem inneren Auge, und die Emotionen spüre ich in jeder Zeile.

Gehört er zum Repertoire, das Sie bei Ihren Auftritten präsentieren?

Das kann immer verschieden sein, ich stelle mich individuell auf den jeweiligen Auftritt ein.

Wie läuft es mit Konzerten?

Momentan trete ich aus zeitlichen Gründen meist auf privaten Veranstaltungen (zum Beispiel Trauungen) auf, für die ich beruflich gebucht werde. Ich genieße die warme, familiäre Atmosphäre. Eigene Konzerte habe ich zwischendurch auch schon gegeben. Auf Dauer möchte ich mich eventuell mehr darauf konzentrieren.

Wo sehen Sie Ihre musikalische Zukunft?

Mit Musik kann man unglaublich viel machen. Menschen ein gutes Gefühl geben, sie zum Nachdenken bringen, aber auch zu ihrer Heilung beitragen, zum Beispiel durch Musiktherapie. In der Zukunft möchte ich weiterhin sehr viel experimentieren und das volle Potenzial der Musik ausschöpfen. Ich möchte mir keine Grenzen setzen. Ein großer Traum von mir wäre zum Beispiel, in der Elbphilharmonie in Hamburg aufzutreten.

Wenn Sie ein Duett mit einem bekannten Musiker einsingen könnten: Wer wäre das?

Beyonce. Sie ist für mich eine Göttin im Bereich Gesang, eine Powerfrau und durch und durch Profi, was das Musikbusiness angeht. Aus Deutschland wäre es Xavier Naidoo. Er ist menschlich gesehen sehr engagiert und ein wahnsinnig guter Sänger.

Welche Auftritte in der Region stehen als nächste an?

Am 18. August bei den Meppener Fensterstimmen zugunsten Menschen mit Behinderung aus unserer Region, veranstaltet vom Vitus-Werk, und am 1. September beim Benefiz-Open-Air zugunsten des Lingener Tierschutzvereins.

Mehr Infos über Raja stehen auf der Webseite https://saengerinraja.wordpress.com/raja-saengerin-startseite/.

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