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19.07.2017, 19:17 Uhr

Junger Osnabrücker sorgt für Furore in der Skateboard-Szene

Dem jungen Skateboarder Mika Möller aus Osnabrück wird eine große Zukunft prophezeit. Im Jahr 2020 ist er 16 Jahre alt. Dann will er an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen.

Junger Osnabrücker sorgt für Furore in der Skateboard-Szene

Auf dem Weg zum Olympioniken? Abgeklärt genug ist Mika Möller aus Osnabrück jedenfalls: Beim Fototermin trägt er völlig selbstverständlich einen Pullover seines Sponsors. Foto: David Ebener

Von Thomas Wübker

dpa Osnabrück. Ein Blick in das Kinderzimmer des 13-jährigen Mika Möller verrät: Für ihn gibt es nur Skateboarding. Außer einem Foto des Moderators Kai Pflaume mit persönlicher Widmung finden sich vor allem Skateboards und Pokale. Der junge Osnabrücker wird von Beobachtern als „extremes Talent“ beschrieben, und er hat ein Ziel: Er will zu Olympia 2020 in Tokio. Dann ist Skateboarding zum ersten Mal olympische Disziplin.

Wenn der Siebtklässler spricht, klingt er abgeklärt. Er sagt häufig „cool“. Für einen 13-Jährigen ist Mika zierlich gebaut und klein. Das sagt er auch selbst über sich. Deswegen kann er manche Tricks beim Skateboarden noch nicht fahren. Hohe Treppengeländer sind für ihn zum Beispiel nur schwer mit dem Board zu erreichen.

Mika erzählt, dass er vor sechs Jahren angefangen hat zu skaten. Vorher hat er Fußball gespielt und Taekwondo gemacht. Aber am Skaten fand er den meisten Spaß. Im vergangenen Jahr wurde er mit zwölf Jahren Siebter bei der Deutschen Meisterschaft, in diesem Jahr Norddeutscher Meister.

Schon im Alter von acht Jahren ist er von einem Skateboard-Ausrüster angesprochen worden. „Wir haben früh gesehen, dass Mika extrem talentiert ist“, sagt Daniel Labude, Geschäftsführer der Osnabrücker Filiale seines Sponsors. Eigentlich werden Fahrer erst ab zwölf Jahren mit Boards oder Kleidung ausgerüstet, so Labude, der selbst Skater ist. Aber Mika habe sie überzeugt. „Ich bin mir sicher, dass er irgendwann einen großen Sponsor aus der Branche bekommen wird.“

Von Mikas Talent konnte sich im Februar ein Millionenpublikum überzeugen lassen. In der ARD-Show „Klein gegen Groß“ besiegte er den Europameister Alex Mizurov im „Hippie Jump“. Dabei müssen die Skater über ein Hindernis springen, während ihr Brett darunter her rollt. Auf der anderen Seite müssen sie wieder auf das Brett springen. Der Moderator der Sendung, Kai Pflaume, sei ein lockerer Typ, meint Mika. Er hat den 13-Jährigen im Vorfeld der Sendung in Osnabrück besucht und das Foto mit Widmung dagelassen.

Bei manchen Contests werde Mika sogar gleich in eine höhere Altersklasse gestuft, weil die Gleichaltrigen keine Chance gegen ihn hätten, erzählt seine Mutter Silke Möller. Zu den Wettbewerben wird er von seinem Vater Guido gefahren. Beide Eltern seien stolz auf die Erfolge ihres Sohnes, sagen sie. Von wem er das Talent geerbt hat, wissen sie jedoch nicht. Guido Möller sagt, er habe mal Judo gemacht. „Aber das ist 20 Jahre her“, sagt er und schlägt mit der Hand auf seinen Bauch.

Bei Olympia in Tokio sind zum ersten Mal die Sportarten Baseball, Surfen, Klettern, Karate und Skateboard mit dabei. In der Skateboard-Szene ist die Aufnahme bei Olympia umstritten. Viele meinen, Skaten gehört auf die Straße und solle sich nicht von Olympia vereinnahmen lassen.

Mika ist das egal. Er glaubt, eine Qualifikation sei machbar. Dann ist er 16 Jahre alt. „Er wäre auf jeden Fall alt genug“, sagt ein Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes. Der Deutsche Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) hat bereits einen vorläufigen Kader aufgestellt mit 20 Frauen und 20 Männern. „Da gibt es immer die Möglichkeit nachzurücken“, sagt Sportdirektor Helmut Hilsenbeck. Es könnte Mikas große Chance werden.

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