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24.07.2017, 11:00 Uhr

Junger Nordhorner engagiert sich in Südafrika

Matthis Brauner aus Nordhorn geht nach der Schule ein Jahr ins Ausland. Er verbringt als Freiwilliger Zeit in Südafrika. Bald geht es bereits los.

Junger Nordhorner engagiert sich in Südafrika

Matthis Brauner aus Nordhorn verbringt ab August als Freiwilliger ein Jahr in Südafrika. Foto: Brauner

Von Matthis Brauner

Wie heißt du und wie alt bist du?

Hallo, ich heiße Matthis Brauner und bin 18 Jahre alt und wohne in Nordhorn, in der Grafschaft Bentheim.

Ich war Schüler am Gymnasium Nordhorn, das ich im Juni mit dem Abitur verlassen habe. Im August werde ich dann am entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramm weltwärts teilnehmen und für ein Jahr nach Südafrika gehen.

Nach meinem Auslandsaufenthalt möchte ich ein Lehramtsstudium in den Fächern Erdkunde und Englisch aufnehmen.

Warum ausgerechnet Südafrika?

Nachdem im vergangenen Jahr an unserer Schule ein Flyer für die Teilnahme an einer Begegnung junger Erwachsener in Südafrika verteilt wurde, war ich sofort begeistert. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig war, habe ich mich trotzdem bei der Ev. ref. Kirche Nord-West in Leer für die Teilnahme im Sommer 2016 beworben. So rutschte ich in die zehnköpfige Gruppe hinein, die vom Grafschafter Pastor Thomas Fender, der inzwischen in Leer tätig ist, begleitet wurde.

Im Juli flogen wir gemeinsam für drei Wochen zum CAP-Camp nach Johannesburg. Dort trafen wir uns mit weiteren Gruppen aus Belgien und Südafrika. Wir haben gemeinsam öffentliche Einrichtungen wie Waisenhäuser und Einrichtungen für Behinderte besucht, soziale Projekte durchgeführt und Gottesdienste gefeiert. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Länder und Kulturen wurden über die Vorstellung des jeweiligen Heimatlandes in einer sogenannten „country presentation“ herausgestellt. Natürlich blieb auch Zeit für Sightseeing. So ich lernte die Städte Johannesburg, Soweto und Pretoria mit ihrer Geschichte kennen. Diese Zeit war wirklich sehr intensiv.

Ich war beeindruckt von den Menschen und das Land und mir war klar, dass ich gerne in dieses Land zurückkehren möchte. Darüber hinaus habe ich in dieser Zeit viele neue Freundschaften geschlossen.

Nach meiner Rückkehr habe ich mich über die verschiedenen Organisationen, die Freiwilligendienste in Südafrika anbieten, informiert. Ich bewarb mich bei der VEM (Vereinigte Evangelische Mission) in Wuppertal, die auch schon das CAP-Camp federführend organisiert hat, und wurde tatsächlich zu einem Auswahlseminar eingeladen. Über die anschließende Zusage habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Wie bereitest du dich auf die Arbeit dort vor?

Die Entsendeorganisation lädt uns Freiwillige zu Vorbereitungsworkshops ein und betreut uns auch in Fragen von Visaangelegenheiten, Impfungen, Versicherungen u.s.w. Außerdem stehen uns ehemalige Freiwillige mit ihren Erfahrungen zur Seite.

In einem entwicklungspolitischen Workshop werden beispielsweise Themen rund um die kulturellen Unterschiede, weltwirtschaftliche Zusammenhänge oder fairen Handel erarbeitet. Kurz vor der Ausreise findet ein Seminar zu kulturellen Konflikten, Rassismus, der Umgang mit Gewalt, Abschied oder Einsamkeit statt.

Grundsätzlich wird den Freiwilligen ein zweiwöchiger Sprachkurs angeboten, je nachdem in welches Land sie entsandt werden. In Südafrika wird allerdings überwiegend englisch gesprochen. Daher erlerne ich eine der elf Amtssprachen (Africaans) über einen Online-Sprachkurs.

Was versprichst du dir von deinem Aufenthalt?

Zum einen bietet sich mir jetzt direkt nach dem Abitur die Möglichkeit, dieses Auslandsjahr einzuschieben und ganz neue Erfahrungen zu machen. Ich werde mich in dieser Zeit sicherlich auch persönlich verändern, insbesondere hinsichtlich Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit.

Außerdem möchte ich ganz viel über Südafrika, die dortigen Lebensumstände und die Menschen erfahren. Ich erhoffe mir, mit meinem Einsatz Vorort einen kleinen Teil zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen beitragen zu können.

Selbstverständlich ich mir aber auch bewusst, dass das Leben für mich durchaus Gefahren birgt, da ich an einem sehr gefährlichen Ort leben werde. Dinge, die heute für mich normal sind wie beispielsweise sich uneingeschränkt in Nordhorn bewegen zu können, muss ich in Südafrika neu überdenken. Aufgrund der hohen Kriminalität und den vielen Straßengangs ist es nahezu unmöglich, sich frei in Lavender Hill zu bewegen.

Wie sieht deine Tätigkeit in Südafrika aus?

Im August werde ich nach Kapstadt fliegen. Dort werde zusammen mit drei weiteren Freiwilligen eine WG in Lavender Hill beziehen. Lavender Hill ist ein Township, in dem die Menschen unter Gewalt, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und Gang-Aktivitäten leiden.

Seit inzwischen 30 Jahren ist die Organisation New World Foundation dort in Lavender Hill angesiedelt. Sie sieht ihre Aufgabe in „BUILDING A NEW WORLD OF HOPE, JUSTICE AND PEACE“. Hier finden die Menschen jeden Alters einen behüteten Ort, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen. Es gibt verschiedene Angebote und Programme wie das Educare, Aftercare, Homeworkgroup und der Girl‘s- und Boy‘s-Club. Erwachsene erhalten Unterstützung bei der Jobsuche, z.B. durch Fortbildungsangebote und Hilfestellungen bei ihren Bewerbungsbemühungen.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter: http://newworldfoundation.org.za/

Ich selber werde voraussichtlich im AFTERCARE-Programm eingesetzt. Dort unterstütze die Nachmittagsaktivitäten wie Hausaufgabenbetreuung, Sport- oder Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.

Wie finanziert sich das Freiwillige Jahr?

Da sich alle Teilnehmer am weltwärts-Programm, das durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird, bereit erklären, einen Unterstützer-kreis für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst aufzubauen, möchte ich die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, hier um Spenden zu bitten. Die so eingeworbenen Gelder fließen direkt dem weltwärts-Programm zu und ermöglichen anderen Freiwilligen, am einjährigen Freiwilligendienst bei gleichzeitiger Deckelung der Kosten teilnehmen zu können.

Im Gegenzug halte ich Sie während des Aufenthalts über meine Aktivitäten in Südafrika mittels Internetblog oder Rundbrief auf dem Laufenden. Nach meiner Rückkehr berichte ich aus erster Hand von meinen Projekten und inwiefern sich meine Erwartungen erfüllt haben.

Junger Nordhorner engagiert sich in Südafrika

Bereits im Sommer 2016 war Matthis Brauner für einen kurzen Aufenthalt in Südafrika.

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