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14.06.2018, 15:19 Uhr

Emsländer für „Jugend forscht“ in den USA erfolgreich

Vom Emsland in das Land der großen Träume: Jonas Boukamp aus Salzbergen hat es zusammen mit seiner Freundin Jessica Kirchner für „Jugend forscht“ in den internationalen Wettbewerb nach Pittsburgh geschafft.

Emsländer für „Jugend forscht“ in den USA erfolgreich

Forscherteam: Jonas Boukamp aus Salzbergen und seine Freundin Jessica Kirchner aus Greven haben es mit ihrem Projekt für „Jugend forscht“ sogar bis zum internationalen Vergleich nach Pittsburgh in die USA geschafft. Foto: Jessica Kirchner

Von Jessica Lehbrink

Salzbergen Beim Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ erreichten Jonas Boukamp und Jessica Kirchner mit ihrem Projekt den vierten Platz. Von etwa 120 Leuten wurde das Forscherpaar ausgewählt, vom 13. bis zum 18. Mai am Intel International Science and Engineering Fair in Pittsburgh teilzunehmen.

1800 Teilnehmer aus 81 Ländern – mittendrin das deutsche Forscherpaar, das sich neben hawaiianischen Standnachbarn wiederfand. „Wenn man selbst Teilnehmer ist, kommt man leider nicht dazu, sich alle Stände anzugucken“, sagt der 19-Jährige. Dennoch sagt er, es sei sehr spannend gewesen, einige Projekte der anderen zu sehen, vor allem aber Menschen anderer Nationalitäten kennenzulernen.

In der Kategorie „Plant Science“, zu Deutsch „Pflanzen-Wissenschaft“, holten sich Boukamp und Kirchner den zweiten Platz. „Damit haben wir nicht gerechnet“, gesteht der Salzbergener, der erst später registrierte, welch einen Erfolg er mit seiner Partnerin eingefahren hatte. Besonders gerne erinnert er sich an die Unterhaltungen mit seinen internationalen Mitstreitern. „Es war schön und hat wirklich Spaß gemacht“, berichtet der Emsländer.

Alles fing mit Boukamps Schulwechsel auf das Berufskolleg in Rheine an. Beim regionalen Wettbewerb von „Jugend forscht“ kam der erste Erfolg. Boukamp schaffte es auf die nächste Ebene: den Landeswettbewerb.

Seine Freundin und Forschungspartnerin Jessica Kirchner aus Greven lernte er mit 16 Jahren ebenfalls über „Jugend forscht“ kennen. Sie entschlossen sich zu einem gemeinsamen Projekt und stützten sich dabei auf Kirchners Fachbereich: Biologie.

Ob die giftigen Alkaloide des Jakobskreuzkrauts über Bienen in den Honig gelangen: Dieser Frage gingen die beiden nach. Dafür forschten sie buchstäblich an der Wurzel des Ganzen. Mithilfe eines Imker-Vereins in Greven sammelten die Schüler Daten für ihr Vorgehen. „Das Problem war, dass ein Imker seinen Honig sogar wegschmeißen musste, weil eine hohe Menge an Pyrrolizidinalkaloiden enthalten war“, sagt Boukamp.

Diese Stoffe werden vom Jakobskreuzkraut gebildet, um sich vor natürlichen Fressfeinden zu schützen. Doch Bienen sammeln die Pollen der Pflanze, welche diese Alkaloide enthalten, erklärt der Salzbergener weiter. Laut Boukamp stehen die Stoffe im Verdacht, krebserregend zu sein. „Deshalb haben wir geschaut, ob auch andere Imker betroffen sind.“

In akribischer Arbeit erstellten die Jugendlichen Karten, auf denen die laut Boukamp „relativ hohe“ Wachstumsdichte des Jakobskreuzkrauts auf Grevener Gebiet zu sehen ist. Das Kraut wächst gerade auf großen Wiesen beziehungsweise auf Baugrundstücken – „dort wuchert es regelrecht“, berichtet der 19-Jährige von seinen Untersuchungen. Zurück zur eigentlichen Forschung, galt es für ihn und seine Freundin nun zu untersuchen, ob die Stoffe wirklich über die Bienen in den Honig gelangen. Deshalb nutzten sie eine sogenannte Pollenfalle, um die Pollen dann später ausgiebig unter dem Mikroskop untersuchen zu können.

Unterstützung fanden die beiden Forscher im Veterinärsinstitut, wo sie ihre verschiedenen Proben genauer auf die Toxizität des Krauts untersuchen konnten. „Ein Honig hatte eine relativ hohe Konzentration, aber nicht in dem Maße, dass er hätte vernichtet werden müssen“, sagt Boukamp.

Als Ergebnis erstellen er und Kirchner eine weitere Karte, und zwar eine, welche den Imkern helfen soll zu entscheiden, wo sie ihre Bienen ansiedeln können.

Für Jonas Boukamp und Jessica Kirchner geht es mit „Jugend forscht“ nicht weiter. Da beide nun keine Schüler mehr sind, sondern Studenten – Boukamp studiert Engineering technischer Systeme auf dem Campus Lingen und Kirchner Biowissenschaften in Münster – erfüllen sie nicht mehr die Teilnahmekriterien.

Doch der junge Forscher ist sich sicher: „Es werden privat bestimmt noch irgendwelche Projekte folgen – auch aus Spaß am Wettbewerb.“

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