Grafschafter Nachrichten
16.03.2018

Als „Bernd das Brot“ verkleidet im Biounterricht

Als „Bernd das Brot“ verkleidet im Biounterricht

Bunt verkleidet ging es für die Schüler während der Mottowoche an den Gymnasien in Nordhorn zu. Foto: Groote Punt

In der letzten Schulwoche vor den Abiturprüfungen zeigen sich die Schüler in Nordhorn noch einmal von ihrer verrückten Seite und gehen verkleidet in den Unterricht. Dafür haben sich die Jugendlichen eigene Mottos ausgedacht.

Nordhorn. „Bernd das Brot“ sitzt im Biounterricht, Fußballstar Ronaldo paukt Mathe und Hannah Montana probt im Musikzimmer. Bei den Mottowochen der Nordhorner Gymnasien geht es im Klassenzimmer schon mal etwas verrückt zu. Bereits seit einigen Jahren verkleidet sich die Abiturientia in den letzten Wochen vor den großen Abiturprüfungen. Jeden Tag ist ein anderes Motto dran. Die Schüler des Gymnasiums Nordhorn verkleideten sich am Montag mit Kostümen zum Thema „Horror“ und starteten damit in ihre Mottowoche. Darauf folgten „Geschlechtertausch“, „Zeitreise“, „Kindheitshelden“ und „Assi“.

Die Mottowoche des Evangelischen Gymnasiums war vor einer Woche. Vier der fünf Mottos waren an beiden Schulen identisch. Die Schüler des Evangelischen Gymnasiums haben sich aber ein weiteres, kreatives Thema überlegt: „abc - anything but clothes“. An diesem Tag bastelten sich die Schüler mit kleidungsuntypischen Stoffen, wie beispielsweise Zeitungspapier, Mülltüten und Luftballons, komplette Outfits.

Beide Abschlussjahrgänge ziehen ein positives Fazit der Mottowoche und beschreiben diese als „cool“, „lustig“ und „vielfältig“. „Vor allem für die Jüngsten der Schule ist die Mottowoche etwas ganz Besonderes“, erklärt Lea Marie (17), Schülerin des Evangelischen Gymnasiums. Schließlich bringen die Verkleidungen der „Großen“ auch Abwechslung in den Schulalltag der „Kleinen“.

Bei den Abstimmungen der Mottos vor ein paar Wochen konnten aber nicht alle Vorschläge berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass einige Schüler mit einzelnen Mottos nicht zufrieden sind und sich erst gar nicht verkleiden. Zum Beispiel hätten sich die Schüler des Gymnasiums Nordhorn die Themen „Schlafmütze“, „Oktoberfest“ oder „Berufe“ gewünscht.

Mittlerweile sind einige Mottos an den jeweiligen Schulen nicht mehr erlaubt. Konkret geht es in diesem Jahr um das Motto „Anonymous“ am Gymnasium Nordhorn. Der Abijahrgang 2017 hatte sich jeweils mit gleichen Anzug und dazu passenden Masken verkleidet, sodass die Schüler nicht mehr zu unterscheiden waren. „Dieses Motto wurde in diesem Jahr verboten, da die Lehrer die Schüler mit den Kostümen nicht erkennen können. Wir hätten uns das Motto gerne gewünscht“, erklärt eine Schülerin des Gymnasiums Nordhorn.

Abi und was dann?

Trotz der ganzen Freude, die die Mottowoche Jahr für Jahr mit sich bringt, ist es auch gleichzeitig die letzte gewöhnliche Schulwoche für die gesamte Abschlussklasse. Nach den Osterferien beginnt die Klausurenphase, in der alle mündlichen sowie schriftlichen Abiturprüfungen anstehen. Sobald die Prüfungen erfolgt sind und das Abitur bestanden ist, stellt sich den Schülern jedoch bereits die nächste Herausforderung. Sie müssen die vielleicht unbeliebteste Frage beantworten: Was machst du nach dem Abitur?

Für Viele ist die Frage sehr einfach zu beantworten. Zahlreiche Schüler haben bereits genaue Vorstellungen für ihre Zukunft. „Ich werde nach dem Abitur Work and Travel in Neuseeland machen. Also dort für ein Jahr arbeiten und durch das Land reisen. Danach möchte ich in Mainz Deutsch und Französisch auf Lehramt studieren“, berichtet Jannah (18), Schülerin am Gymnasium Nordhorn.

Viele ihrer Klassenkameraden haben ebenfalls vor, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen. Sei es für ein Work and Travel-Jahr oder als Au-Pair bei einer Gastfamilie auf Kinder aufzupassen.

Knapp die Hälfte der befragten Schüler am Gymnasium Nordhorn haben bereits einen Ausbildungsplatz. Insa (18) hat sich für eine Ausbildung beim Landkreis entschieden, Celina (18) hat bald eine Lehrstelle beim Amtsgericht. Fabienne (18) möchte Polizistin werden und Lina (18) versucht sich als Mediengestalterin bei den Grafschafter Nachrichten. Damit zeigen die Abiturienten, dass nicht alle, die das Abitur geschafft haben, auch direkt studieren wollen. Einige Schüler halten sich aber die Möglichkeit offen, nach der Ausbildung noch zu Studieren.

Die Schüler, die noch nicht studieren, eine Ausbildung machen oder ins Ausland gehen wollen, entscheiden sich dann häufig für ein Freiwilliges Soziales Jahr, das man beispielsweise beim Deutschen Roten Kreuz absolvieren kann. Bei einigen wenigen Schülern löst die Frage jedoch Panik aus, da sie noch keine genauen Pläne für die Zukunft haben.

Aber das Wichtigste, worauf sich nun alle Schüler der Gymnasien fokussieren müssen, ist das Bestehen der Abiturprüfungen. Denn nachdem die Schüler das Abitur nach zwölf Jahren endlich geschafft haben, gibt es immer noch genügend Zeit, sich zu überlegen, wie sie ihre Zukunft gestalten möchten.

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