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15.10.2018, 14:05 Uhr

74 Schüler lernen in Lingen auch in den Herbstferien

Lernen in den Herbstferien: für manche Schüler unvorstellbar. 47 Teilnehmer aus emsländischen und 27 von Gymnasien aus der Grafschaft jedoch haben eine Woche lang genau dies getan. Sie haben an der 16. Schülerakademie teilgenommen.

74 Schüler lernen in Lingen auch in den Herbstferien

„Was Politik aus Serien lernen kann“, war das Thema eines der Workshops. Bei einem Spiel konnte sich das Publikum beteiligen. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen 47 Teilnehmer aus emsländischen und 27 von Gymnasien aus der Grafschaft haben in ihren Herbstferien eine Woche lang freiwillig gelernt. Sie haben an der 16. Schülerakademie teilgenommen. Die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten haben die Jugendlichen nun im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus vorgestellt.

Sie wurden zu Poetry-Slammern, Analysten und Erfindern, Diskutanten und Experten für die fernöstliche Kultur: Die Teilnehmer der Schülerakademie waren, trotz der Herbstferien, wissbegierig. Bereits zum 16. Mal hat die Veranstaltung des LWH in Kooperation mit Förderern, darunter beispielsweise die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim sowie der Wirtschaftsverband Emsland, stattgefunden. „Ihr habt das LWH eine Woche lang mit Leben gefüllt“, richtete sich Michael Brendel, Leiter der Schülerakademie, an die Teilnehmer im Publikum. Schon vor den Darbietungen der Schüler zeigte er sich beeindruckt von deren Einsatzbereitschaft.

„ausgeprägte Kreativität“

Dem schloss sich Manfred Rojahn von der Niedersächsischen Direktionsvereinigung an. Er habe einige Tage der Akademie erlebt und sprach von einer „ausgeprägten Kreativität der Teilnehmer“. Auch seien sie harmonisch in ihrer Zusammenarbeit miteinander umgegangen. „Leistungsstärkere Schüler werden oft zu selten berücksichtigt“, merkte Rojahn an, weshalb er das Konzept der Akademie als wichtig empfindet. „Es war fast so, als ob die Schüler darauf gewartet hätten, mehr gefordert zu werden.“

Die Kreativität der Schüler wurde bei der Abschlussveranstaltung im LWH deutlich. „Was Politik aus Serien lernen kann“: vor allem in Zeiten von Online-Portalen für Filme und Serien ein zeitgemäßes Thema. Die Jugendlichen bedienten sich insbesondere an der Netflix-Serie „House of Cards“, die sie als „sehr realitätsnah empfinden“. Wie wenig fiktiv sie wirklich ist, bewies ein Spiel, an dem sich das Publikum beteiligte. Es galt, spitzfindige Zitate des Serien-Präsidenten von ebenso konfliktbehafteten Aussagen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu unterscheiden. Dies sorgte nicht nur für Gelächter, sondern auch für Verblüffung.

Ebenfalls angelehnt an Problemthemen waren die Texte des Workshops Slam-Poetry: Aufgeteilt in drei Akte, boten die Jugendlichen Texte, die unter anderem von Sexismus, Homophobie und dem Wandel im Alltag handelten. Dafür ernteten die jungen Poeten großen Applaus, brachten sie ihre Gesellschaftskritik doch klar auf den Punkt. Andere wiederum wurden zu Konstrukteuren. Sie entwickelten die Idee des Smarthomes weiter, also dem durch Technik vereinfachten Leben in den eigenen vier Wänden. Nicht nur das: Auch für die Gartenpflege präsentierten sie clevere Innovationen wie zum Beispiel eine Anlage zur Fütterung der Fische im Teich.

Themen wie Schwangerschaftsabbruch

Die Schüler des Seminars „Ethik in der Medizin“ scheuten sich nicht vor brisanten Themen wie Schwangerschaftsabbruch und aktive Sterbehilfe; andere beschäftigten sich in einer inszenierten Gerichtsverhandlung mit der „Einführung in das Strafrecht“. Die letzte Akademiegruppe „Japan Now!“ erlernte binnen einer Woche sogar, einfache Dialoge auf Japanisch zu führen, und brachte bei einem fernöstlichen Lied das Publikum sogar zum Mitsingen. Begleitet wurden sie dabei von Brendel am Klavier.

Redner der Abschlussveranstaltung waren neben Rojahn auch Maria Borgmann vom Wirtschaftsverband Emsland, Martin Gerenkamp vom Landkreis Emsland, Uwe Fietzek vom Landkreis Grafschaft Bentheim sowie Staatssekretärin Gaby Willamowius vom Kultusministerium. „Ich bin tief beeindruckt“, sagte sie und schloss sich ihren Vorrednern an. Willamowius appellierte an die Schüler, neugierig zu bleiben und mutig zu sein, denn „es ist wichtig zu erkennen, dass es nach der Schule eine Bandbreite an Möglichkeiten gibt“.

Maria Borgmann ging einen Schritt weiter: „Hier sitzen die Fach- und Führungskräfte, vielleicht sogar die Politiker von morgen.“

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