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01.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Corona in der Grafschaft

Die wesentlichen Informationen im Überblick - hier kostenfrei zugänglich, auch ohne GN-Abo.

Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus. Foto:NIAID-RML/AP/dpa

Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Coronavirus. Foto:NIAID-RML/AP/dpa

Von Steffen Burkert

Infizierte

Die Entwicklung der Infektionen mit dem Coronavirus (Wikipedia) ist auch in der Grafschaft sehr dynamisch, die Zahlen ändern sich laufend. Über den aktuellen Stand informiert die Kreisverwaltung hier und das Robert-Koch-Institut in interaktiven Grafiken hier.

Maßnahmen

Die Grafschafter Kreisverwaltung hält die Bevölkerung über aktuelle Maßnahmen hier auf der Internetseite des Landkreises auf dem Laufenden. Städte und Gemeinden in der Grafschaft informieren auf den Seiten der Stadt Nordhorn, der Stadt Bad Bentheim, der Samtgemeinde Schüttorf, der Samtgemeinde Neuenhaus, der Samtgemeinde Uelsen, der Samtgemeinde Emlichheim und der Gemeinde Wietmarschen. Über landes- und bundesweite Maßnahmen informieren die niedersächsische Landesregierung hier und die Bundesregierung hier. Grundlegende Informationen gibt es auch hier bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie hier beim Bundesministerium für Gesundheit. Arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus beantwortet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hier.

Medizinische Versorgung

Die Euregio-Klinik in Nordhorn informiert hier über den aktuellen Stand für Patienten und Besucher. Die Hausärztliche Bereitschaftsdienstpraxis bzw. der Wochenendnotdienst ist unter der einheitlichen Telefonnummer 116117 zu erreichen. Einen Überblick über Notfalldienste finden Sie hier.

Sicherheit

Aufgrund der aktuell besonderen Lage bittet die Polizei im Emsland und der Grafschaft Bentheim darum, Anzeigen nach Möglichkeit nur noch telefonisch oder online zu erstatten. Die Bürger werden darum gebeten, die bekannten Rufnummern der örtlichen Dienststellen und das Onlineportal der Polizei Niedersachsen zu nutzen. Für Notfälle ist ausschließlich die Rufnummer 110 (medizinisch 112) zu nutzen.

Bürger- und Sorgentelefon

Der Landkreis hat ein Bürgertelefon zum Coronavirus eingerichtet. Es ist täglich (auch am Wochenende) von 8 bis 17 Uhr unter der Rufnummer 05921 963333 zu erreichen. Zusätzlich hat die Kreisverwaltung ein Sorgentelefon eingerichtet, das unter der Nummer 05921 96-3330 ebenfalls täglich, auch an den Wochenenden, von 8 bis 17 Uhr erreichbar ist. Besetzt ist das Telefon mit Psychologen und Sozialpädagogen, die für Sorgen und Nöte ein offenes Ohr haben.

Häusliche Quarantäne und „social distancing“

Bei der durch das Gesundheitsamt angeordneten Häuslichen Quarantäne handelt es sich laut Kreisverwaltung „um eine der einscheidendsten Maßnahmen“ zur Unterbrechung von Infektionsketten. „Wir wollen damit ganz klar eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern. Es ist das wichtigste Instrument, mit dem wir verhindern möchten, dass die Kapazitäten der Euregio-Klinik überschritten werden“, so Amtsarzt Dr. Gerd Vogelsang.

Die häusliche Quarantäne wird durch das Gesundheitsamt des Landkreises mit schriftlichem Bescheid verfügt. Die Basis dafür ist Paragraph 30 des Infektionsschutzgesetzes. Die Quarantänesituation ist eine Schutzmaßnahme, dennoch kann sie auch eine Belastung darstellen. Sie schließt erkrankte oder potenziell erkrankte Personen vom sozialen Leben aus. Das Familienleben läuft nur noch reduziert ab.

„Mit zunehmendem Verlauf der Quarantäne droht die Gefahr des Grübelns: die Gedanken kreisen um die Krankheit, um ihre Auswirkungen und um das körperliche Befinden“, erläutert Dr. Gerd Vogelsang. „Daher ist es wichtig, auf sein psychisches Wohlbefinden zu achten.“ Der Amtsarzt weist darauf hin, dass manche Menschen ebenso unter dem „social distancing“, dem täglichen Abstandhalten in Coronazeiten, leiden.

Das sind Tipps und Hinweise des Landkreises Grafschaft Bentheim:

  • Vorbeugenden Hygiene-Maßnahmen wie Husten- und Nies-Etikette auch in der Quarantäne beachten, besonders, wenn mehrere Personen in Ihrem Haushalt leben.
  • Schaffen einer Tagesstruktur und Ziele setzen. Die Ziele sollten unter den gegebenen Umständen realistisch sein. Wie kann die Zeit gefüllt werden?
  • In Kontakt bleiben mit Familie und Freunden, z.B. über Telefon und soziale Medien.
  • Freunde oder Nachbarn darum bitten, einzukaufen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund spazieren zu gehen. Betroffene können sich auch an das Bürgertelefon des Landkreises wenden (05921/96-3333), das entsprechende Angebote vermitteln kann.
  • Im Falle des Gefühls von Niedergeschlagenheit, sollte nicht gezögert werden, sich frühzeitig telefonisch Hilfe und Unterstützung zu suchen. Familie oder das weitere soziale Umfeld können dafür ein wichtiger Rückhalt sein. Das Sorgentelefon des Landkreises kann ebenfalls eine Anlaufstelle sein (05921/96-3330).
  • Körperlich aktiv bleiben: Auch auf begrenztem Raum kann Sport betrieben werden, z.B. durch Übungen auf einem Stuhl oder auf dem Boden. Hierzu gibt es im Internet viele Hinweise und Anregungen.
  • Mental aktiv bleiben: z.B. durch Lesen, Schreiben, (Denk-)Spiele usw.
  • Akzeptieren der Gefühle: Unfreiwillig in häuslicher Quarantäne zu sein, kann verschiedene emotionale Reaktionen hervorrufen. Das sind normale Reaktionen auf die unnormale Situation.
  • Kritisch sein: Es sind viele Falschinformationen im Umlauf. Vertrauenswürdige Quellen ist z.B. die Webseite des Robert-Koch-Instituts. Auch das Bundesgesundheitsministerium, die Landesministerien und der Landkreis stellen gesicherte Informationen bereit. Seriöse Ansprechperson ist natürlich immer auch der/die Hausarzt/ Hausärztin.
  • Bewahren einer positiven Grundhaltung und die Orientierung an Werten, die Halt geben (z.B. Familie, soziales Netz, Glaube).

Das Gesundheitsamt des Landkreises entscheidet über die Beendigung der Quarantäne. Es ist kein sogenannter Negativtest erforderlich, auch können beispielsweise Arbeitgeber nicht auf einer „Gesundschreibung“ bestehen. Das soziale Leben kann wieder aufgenommen werden, jedoch – und das ist wichtig – unter Beachtung aller bestehenden Vorgaben zu Hygieneverhalten und Kontaktbeschränkung.

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