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30.12.2019, 17:51 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Tote Kriegsgefangene erhalten ihre Namen zurück

Im Emsland sind im Zweiten Weltkrieg Zehntausende in den Lagern verstorbene Kriegsgefangene beigesetzt. Bislang waren die Namen der meisten Toten unbekannt, aber jetzt gibt es eine Möglichkeit, die Schicksale dieser Kriegsopfer zu erforschen.

Die Forschergruppe im Rathaus der Gemeinde Geeste: (von links) Siegfried Günther, Josef Westhuis, Heidrun Korn, Martin Koers, Hedwig Westhuis, Bernhard Kramer, Michael Bradtke, Manfred Rogin und Klaus Trentzsch. Außerdem gehören noch Veronika Peters und Hannelore Topphoff dazu. Foto: Gemeinde Geeste

Die Forschergruppe im Rathaus der Gemeinde Geeste: (von links) Siegfried Günther, Josef Westhuis, Heidrun Korn, Martin Koers, Hedwig Westhuis, Bernhard Kramer, Michael Bradtke, Manfred Rogin und Klaus Trentzsch. Außerdem gehören noch Veronika Peters und Hannelore Topphoff dazu. Foto: Gemeinde Geeste

Geeste Ein Forschungsprojekt soll neu zugängliche Informationsquellen nutzen. Zu einem ersten Erfahrungsaustausch kamen die ehrenamtlichen Projektmitarbeiter sowie Martin Koers, Archivar der Gemeinde Geeste und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Esterwegen, im Rathaus in Dalum zusammen.

Sowjetische Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs stellten die zweitgrößte Opfergruppe des Nationalsozialismus dar. Von geschätzten 5,7 Millionen gefangenen Rotarmisten verstarben rund drei Millionen Menschen in deutscher Kriegsgefangenschaft. In den Kriegsgefangenenlagern des Emslandes und der Grafschaft Bentheim und den zugehörigen Arbeitskommandos kamen mehr als 20.000 sowjetische Kriegsgefangene zwischen 1941 und 1945 um.

Angesichts dieser Zahlen ist es das Ziel des Projektes, zu vielen Kriegsgefangenen detaillierte Angaben zur Biografie, zur Gefangenschaft und zur letzten Ruhestätte zusammenzutragen. Vorrangige Quelle für diese Recherchen ist die Datenbank „OBD Memorial“, in der zahlreiche Dokumente digitalisiert vorliegen, darunter Personalkarten, zum Teil mit Fotos, Sterbefall-Anzeigen, Grablagenlisten, Verlustmeldungen und Krankenblätter von sowjetischen Kriegsgefangenen.

Diese umfangreichen Bestände ermöglichen es, „den Menschen ihren Namen, vielleicht sogar ihr Gesicht wiederzugeben“, sagte Koers, und freute sich, dass sich nach entsprechenden Aufrufen bereits Unterstützer für diese Aufarbeitung gefunden haben. Die Erfassung und Auswertung der genannten Dokumente wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Weitere ehrenamtliche Helfer, die das Archiv bei dieser Arbeit unterstützen möchten, können sich bei Martin Koers, Telefon 05937 69294, E-Mail: archiv@geeste.de, melden.

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