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2022-06-mlueken
Martin Lüken,
Sportredakteur
31.01.2020, 09:21 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Polizei verstärkt Ermittlungen gegen Automatensprenger

Seit geraumer Zeit beschäftigen Sprengungen von Geldautomaten die Polizei in ganz Deutschland – vor allem aber auch in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland. Nun setzt die Polizeidirektion Osnabrück eine Ermittlungsgruppe ein.

Bei den Sprengungen wird oft hoher Schaden angerichtet, so wie hier in Meppen im Jahr 2016. auch Anwohner können gefährdet sein. Archivfoto: dpa

© picture alliance / dpa

Bei den Sprengungen wird oft hoher Schaden angerichtet, so wie hier in Meppen im Jahr 2016. auch Anwohner können gefährdet sein. Archivfoto: dpa

Osnabrück/Nordhorn/Lingen Sprengungen von Geldautomaten beschäftigen seit geraumer Zeit Justiz- und Polizeibehörden in ganz Deutschland und darüber hinaus. Auch im Dreiländereck Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ist das Thema aktuell wieder präsent. „In den Monaten November, Dezember 2019 und Januar 2020 waren es allein im Emsland sieben versuchte beziehungsweise vollende Taten“, berichtete ein Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück am Freitagmorgen. Zuletzt schlugen die Täter im emsländischen Aschendorf und Wippingen zu.

Jetzt reagiert die Polizeidirektion Osnabrück und setzt einen weiteren Schwerpunkt bei ihrer Kriminalitätsbekämpfung: Neben einer dauerhaften Ermittlungsgruppe in den Bereichen Wohnungseinbruchdiebstahl und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, wie falsche Polizeibeamte, werden nun auch bei den Geldautomatensprengungen die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück und den regionalen Polizeiinspektionen von der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück durch den Einsatz einer Ermittlungsgruppe geführt.

Grenzüberschreitende Tatzusammenhänge erkennen

Ziel ist es, die Taten mit einem überregionalen Ansatz zu analysieren, die weiteren Ermittlungen zu konzentrieren und mögliche grenzüberschreitende Tatzusammenhänge festzustellen. „Die Tätergruppierung ist nach unseren Informationen gut organisiert und agiert meist aus den Niederlanden heraus. Wir erhoffen uns, durch unsere sehr guten und engen Verbindungen zu den niederländischen und nordrhein-westfälischen Polizeibehörden den Tätern auf die Schliche zu kommen“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, Marco Ellermann.

Die Vorgehensweise der Täter ist fast immer gleich. Sie versuchen Geldautomaten von Kreditinstituten zur Explosion zu bringen und das Bargeld zu erbeuten. Meist flüchten sie mit einem hochmotorisierten Fahrzeug. Aufgrund der Detonation und der Druckwelle entsteht oftmals ein nicht unerheblicher Sach- und Gebäudeschaden. „Auch Bewohner und Anwohner sind gefährdet“, betont die Polizei. Seit 2015 verzeichnete die Polizeidirektion Osnabrück, deren Zuständigkeit vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln reicht, 63 Sprengungen von Geldautomaten. Hierbei entstanden Sach- und Gebäudeschäden in Höhe von mehr als vier Millionen Euro. „Der Großteil der Taten lag dabei im Emsland und in der Grafschaft Bentheim“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

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