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10.12.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

NS-Zeit bleibt Forschungsschwerpunkt

Die Erforschung der regionalen Geschichte während der NS-Zeit ist ein Arbeitsschwerpunkt der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte.

Das Strafgefangenenlager IV Walchum kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1935. Im Band 26 der „Emsländischen Geschichte“ steht unter anderem ein Beitrag von Vera Wollschläger, die die dortige Tötung eines Gefangenen im Jahr 1942 untersuchte. Foto: Archiv Aktionskomitee DIZ Emslandlager

Das Strafgefangenenlager IV Walchum kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1935. Im Band 26 der „Emsländischen Geschichte“ steht unter anderem ein Beitrag von Vera Wollschläger, die die dortige Tötung eines Gefangenen im Jahr 1942 untersuchte. Foto: Archiv Aktionskomitee DIZ Emslandlager

Haselünne Vera Wollschläger aus Sustrum-Moor hatte in ihrer Examensarbeit die Tötung eines Gefangenen im Emslandlager IV Walchum 1942 untersucht. Neben den Umständen des gewaltsamen Todes beschreibt sie in ihrem Beitrag auch, wieso diese Tat als eine der ganz wenigen schon im NS-Staat vor Gericht kam.

Zwei weitere Artikel schildern nach Aussage der Studiengesellschaft die Zeit des Ersten Weltkriegs in der Grafschaft Bentheim und der benachbarten niederländischen Region Twente, spielten doch der Schmuggel, der Handel mit dem Nachbarn, die Textilindustrie oder die Flucht von Kriegsgefangenen beiderseits der Grenze eine wichtige Rolle.

Der Meppener Historiker und Journalist Manfred Fickers erinnert an einen weithin vergessenen kriegerischen Konflikt. So hatten im Emsland das letzte Mal vor dem Zweiten Weltkrieg in den Jahren nach der Französischen Revolution Kampfhandlungen stattgefunden. Im Ersten und Zweiten Koalitionskrieg versuchten hannoversch-britischen Truppen zusammen mit Verbänden verbündeter deutscher Staaten letztlich vergeblich, die Truppen des revolutionären Frankreichs an der Ems aufzuhalten. Truppen durchfluteten Lingen und Meppen und die Plünderungen und Zerstörungen warfen die Region um viele Jahre zurück.

Die Zentrumspartei war im Emsland bis in die 1950er Jahre die führende Partei; die Region bildete während der Weimarer Republik auf Reichsebene eine Hochburg der katholischen Partei. Dr. Helmut Lensing beschäftigt sich im neuen Band der „Blauen Reihe“ mit der regionalen Organisation der katholischen Partei.

Museumsleiter Walter Krone stellt das jüngste Museum des Landkreises vor, das großräumige Landwirtschaftsmaschinen-Museum der Firma Krone in Spelle. Er präsentiert darin mit vielen Fotos fachkundig eine Reihe von Exponaten – ein Muss für Fans alter Landwirtschaftsmaschinen.

Naturfreunde dürften zudem an dem Beitrag von Helmut Lensing und dem Harener Naturfotographen Erhard Nerger vom NABU Emsland-Mitte über den Eisvogel im Emsland und in der Grafschaft Bentheim Gefallen finden. Darüber hinaus sind im neuen Band niederdeutsche Gedichte der bekannten Lyriker Karl Sauvagerd und Carl van der Linde sowie ausführliche Lebensläufe.

Das 422-seitige Buch ist für 25 Euro im Buchhandel erhältlich. Unter kontakt@emslandgeschichte.de kann es zudem bestellt oder die Reihe verbilligt abonniert werden.

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