Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
20.12.2017, 16:29 Uhr

Münzschatz aus Schapen wird kopiert

Wertvolle Gold- und Silbermünzen aus dem Schatzfund von Schapen liegen derzeit im Labor für Produktentwicklung an der Hochschule in Osnabrück. Die über 300 Jahre alten Geldstücke werden dort mit einem 3-D-Drucker reproduziert.

Münzschatz aus Schapen wird kopiert

Die Münzen des Schapener Schatzes wurden allesamt vor 1685 geprägt und stammen vor allem aus den Niederlanden. Sie wurden 1969 zufällig im südlichen Emsland entdeckt. Foto: Emslandmuseum

gn Lingen. Der Münzschatz von Schapen besteht aus 21 Gold- und 359 Silbermünzen, die größtenteils aus den Niederlanden stammen und allesamt vor 1685 geprägt wurden. Sie gehörten einem Schapener Kaufmann, der Handel mit den Niederlanden betrieb, einem sogenannten „Tödden“. Erst in jüngster Vergangenheit konnte durch Archivforschungen des Emslandmuseums der Name dieser längst ausgestorbenen Kaufmannsfamilie ermittelt werden. Es war die seit dem 17. Jahrhundert in Schapen ansässige Familie van Brandlecht. Ihr Münzschatz wurde 1969 durch Zufall entdeckt und kam damals durch Ankauf in das Emslandmuseum.

Museumspädagogin Angelika Konen war auf die von der Hochschule Osnabrück angewandte Technik aufmerksam geworden, als sie für ein Kinderprogramm nach Möglichkeiten zur Reproduktion von historischen Münzen Ausschau hielt. Prof. Thomas Derhake von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik stellte Helga Dünnebacke vom Heimatverein Schapen und Andreas Eiynck vom Emslandmuseum das neue Verfahren vor. Dreidimensionale Gegenstände lassen sich auf diese Weise detailgetreu und berührungsfrei abformen und beliebig reproduzieren. Außerdem ist es möglich, die Kopien in unterschiedlichen Größen herzustellen. Damit ergeben sich viele neue Einsatzmöglichkeiten.

Die Fachingenieure Michael Focks und Ulrich Bornhorst erläuterten die Funktionsweise des Scanners, der eine quasi dreidimensionale Vermessung der Oberfläche eines Objektes anfertigt. Mit den dabei gewonnenen Daten brennt der 3-D-Drucker aus einem Kunststoffpulver ein absolut getreues Abbild der Vorlage. Ähnlich wie bei einem Bildbearbeitungsprogramm lassen sich dabei Konturen verstärken und Tiefenschichten deutlicher ausprägen. Dieses Verfahren sei auch sehr preiswert, unterstrich Diplomingenieurin Stefanie Wibbeler von der Hochschule Osnabrück, denn die einzelnen Schritte seinen standardisiert und computergesteuert.

Dass der Teufel dabei im Detail steckt, zeigte sich bei der Vorführung einer besonders tief geprägten Goldmünze aus dem Schatzfund. Hier konnten die Kameras die tiefer liegenden Partien nicht vollständig erfassen. Doch keine Sorge: Auch hierzu hatten die Osnabrücker Produktentwickler das passende Computerprogramm.

Newsletter
Nichts verpassen! Newsletter abonnieren.
Lesermeinung
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare lesen und schreiben zu können.