28.04.2020, 11:34 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Meppen ergreift Maßnahmen gegen Eichenprozessionsspinner

Kombinierte Abwehr: Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners setzt die Stadt Meppen an stark frequentierten Standorten im Stadtgebiet neben dem Absaugen erstmals auf ein Biozid. Als ergänzende Maßnahme hat die Stadt Nistkästen installiert.

Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt Meppen hängen Meisen-Nistkästen für die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet auf.Foto: privat

Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Stadt Meppen hängen Meisen-Nistkästen für die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet auf.Foto: privat

Meppen In den vergangenen Jahren hat sich der Eichenprozessionsspinner (EPS) in ganz Deutschland und so auch in Meppen verstärkt ausgebreitet. Bisher erfolgte die Bekämpfung durch das Absaugen der Nester. Durch den Klimawandel und die damit einhergehende Temperatursteigerung konnte sich der EPS dennoch immer weiter verteilen. Waren es im Jahr 2018 etwa 320 befallene Standorte im Stadtgebiet, zählte der Baubetriebshof 2019 beinahe 450 Befälle. Mit der steigenden Zahl der befallenen Bäume häufen sich die gesundheitlichen Beschwerden, zum Beispiel allergische Reaktionen wie Ausschlag, Juckreiz oder Atembeschwerden, aufgrund der Brennhaare der Raupen. Emslandweite Beratungen führten nun zu dem Ergebnis, dass zur Bekämpfung des EPS vereinzelt auch Biozid verwendet werden soll. „Wir setzen das Biozid keinesfalls leichtfertig ein“, so Bürgermeister Knurbein. „Es wird ausschließlich an stark frequentierten Standorten verwendet.“

Biozid verhindert Häutung

Der Einsatz von Biozid gilt mit einer Erfolgsquote von über 90 Prozent als die wirksamste Methode zur Bekämpfung des EPS. Das Biozid wird von einer Fachfirma durch eine Spritzapplikation auf die Eichenbäume aufgebracht. Die Bekämpfung muss während der ersten beiden Larvenstadien erfolgen, also je nach Witterung zwischen Mitte/Ende April und Mitte/Ende Mai, damit die Häutung verhindert kann und die Raupe bereits im Larvenstadium verendet. Das Biozid ist also ein sogenannter „Häutungshemmer“. Nach rund sieben Tagen sind die Larven dann abgestorben. „Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität. Bei dem Biozid ‚Neem Protect‘ handelt es sich um ein von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zugelassenes Biozid zur Bekämpfung von EPS, das für Mensch und Tier ungefährlich ist“, erklärt Bürgermeister Knurbein. Selbstverständlich werden wir darüber hinaus auch die klassischen Methoden zur Bekämpfung des EPS im gesamten Stadtgebiet anwenden.“

Meisen als Fressfeinde

Der städtische Baubetriebshof hat bereits insgesamt 20 Nistkästen in der Feininger Straße und der Noldestraße aufgehängt. Sie sollen Meisen als Nisthilfe dienen. Nach neuesten Untersuchungen zählen diese nämlich zu den natürlichen Fressfeinden des EPS und sollen helfen, den Befall zu minimieren. Die Vögel fressen die Raupen bereits im jungen Entwicklungsstadium. Optimalerweise werden die Kästen – wenn möglich – mit dem Flugloch in östlicher oder südöstlicher Richtung angebracht. So sind sie vor der Hauptwetterseite (Westen) beziehungsweise aus südlicher Richtung, der Himmelsrichtung mit der stärksten Sonneneinstrahlung, geschützt. Die Befestigung der Nistkästen mithilfe eines Alunagels verhindert spätere Baumschäden durch mögliche Pilzinfektionen.

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