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06.12.2017, 16:08 Uhr

Mann stirbt nach Schlägerei in Haren

Der Mann, der vor wenigen Tagen in Haren grundlos zusammengeschlagen wurde, ist tot. Gegen den Hauptverdächtigen liegt nun ein Haftbefehl vor. Er sitzt in Haft

Mann stirbt nach Schlägerei in Haren

Der Hauptbeschuldigte ist in Untersuchungshaft genommen worden. Symbolfoto: Jürgen Lüken

gn Haren/Osnabrück. In der Nacht auf Freitag kam es in einem Bistro in Haren zu einem körperlichen Angriff auf einen Bistrobesucher, der hierdurch lebensbedrohlich verletzt wurde. Der 40-jährige Mann erlag nun in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Krankenhaus seinen Verletzungen, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit.

Die polizeilichen Ermittlungen richten sich gegen zwei 24- und 47-jährige polnische Beschuldigte. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen wurde jedenfalls einer der beiden stark alkoholisierten Beschuldigten durch den Wirt aufgefordert, das Bistro zu verlassen. Im weiteren Verlauf soll der ältere Beschuldigte das an der Theke sitzende Opfer angesprochen haben, wobei er seinen Arm auf die Schulter des Opfers gelegt haben soll. Der jüngere Beschuldigte soll dann hinzugekommen und dem Opfer unvermittelt mehrere Schläge in das Gesicht versetzt haben, wodurch das Opfer von seinem Barhocker zu Boden fiel und dort bewusstlos liegen blieb. Die beiden Beschuldigten sollen daraufhin das Bistro verlassen haben. Das Opfer musste noch im Bistro reanimiert werden und wurde in lebensbedrohlichem Gesundheitszustand in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Zunächst aus Gewahrsam entlassen

Die beiden Beschuldigten konnten kurze Zeit später ermittelt werden. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurden sie zunächst nach Feststellung der Personalien und einer ersten Beschuldigtenvernehmung wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Beide Beschuldigte sind strafrechtlich bislang nicht Erscheinung getreten, bereits längere Zeit in Deutschland wohnhaft und beruflich tätig.

Nach dem tragischen Tod des Opfers war das Tatgeschehen durch die Staatsanwaltschaft rechtlich neu zu beurteilen. Es besteht nunmehr der Verdacht einer Körperverletzung mit Todesfolge, für welche das Gesetz eine Strafandrohung von nicht unter drei Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. Dieser im Vergleich zur ursprünglich in Rede stehenden vorsätzlichen Körperverletzung beziehungsweise gefährlichen Körperverletzung deutlich erhöhte Strafrahmen und die damit verbundene Straferwartung haben auch Auswirkungen auf die Beurteilung einer möglichen Fluchtgefahr als Haftgrund.

Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurde daher der 24-jährige Beschuldigte, der dem Opfer die Schläge in das Gesicht versetzt haben soll, am Mittwochmorgen in Gewahrsam genommen und dem Haftrichter des Amtsgerichts Meppen vorgeführt, der gegen ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft anordnete.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion des Leichnams angeordnet.

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