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22.05.2020, 13:13 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Landkreis Emsland: „Versorgung mit Schutzgütern gesichert“

Auch wenn die Corona-Maßnahmen langsam gelockert werden, behalten die Hygiene- und Abstandsregeln ihre Gültigkeit, und der Bedarf an Schutzkleidung bleibt hoch. Wo kommen Einmalhandschuhe, Schutzbrillen und Schutzanzüge für das Emsland her?

Der Krisenstab hat Anfang März seine Arbeit aufgenommen und seither knapp 250.000 Mund-Nase-Masken verteilt. Symbolfoto: dpa

Der Krisenstab hat Anfang März seine Arbeit aufgenommen und seither knapp 250.000 Mund-Nase-Masken verteilt. Symbolfoto: dpa

Meppen Der Landkreis Emsland unterstützt Einrichtungen des Gesundheitswesens und alle kritischen Infrastrukturen bei der Versorgung mit Schutzgütern, wenn deren Beschaffungsmöglichkeiten wegen der Krisensituation weggebrochen sind. „Noch immer sind Verfügbarkeiten begrenzt, die Versorgungslage ist teilweise angespannt. Behördliche Anfragen und Bedarfe können dennoch sichergestellt werden“, heißt es aus dem Meppener Kreishaus. Ein Team im Krisenstab ermittelt regelmäßig den Bedarf, unter anderem bei Krankenhäusern, Rettungsdiensten, in der Altenpflege und bei Ärzten. Aber auch Schulen gehören zu den bis zu 600 „Kunden“ des Versorgungsteams. So wurden rund 12.000 kleinere für Grundschulkinder geeignete Mehrwegmasken an die Jahrgänge der Klassen 1 bis 3 ausgegeben. Für Schüler ab der vierten Klasse wurden etwa 80.000 Mehrwegmasken abgerufen.

Schnelle Hilfe

Bei einem Ausbruchsgeschehen können im Notfall binnen weniger Stunden Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen mit den benötigten Materialien versorgt werden. So geschehen kurz vor Ostern, als eine Klinik mit allen angeschlossenen Gesundheitseinrichtungen Schutzgüter für die Versorgung über die Feiertage anforderte. Auch am Wochenende ist das Team im Einsatz. Kurzfristiger Bedarf beispielsweise von Ärzten im Notdienst wird mit „Carepaketen“ erfüllt, die Schutzanzüge, Desinfektionsmittel und Schutzbrillen enthalten.

Aus dem gesamten Bundesgebiet werden die Materialien, die im Emsland gebraucht werden, beschafft. „Da unterstützt das Technische Hilfswerk auch von Fall zu Fall als ,Kurierdienst‘ und holt die Güter in die Region. Das Material ist nicht mehr ganz so knapp wie am Anfang der Krise. Die Beschaffung ist aber nach wie vor aufwendig, denn es ist eine genaue Recherche notwendig“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. Gerade auch, weil schwarze Schafe unter den weltweiten Anbietern seien, müsse jeder Kontakt sehr genau geprüft werden. Qualität, Preis und gewisse Standards müssten bei der Ware erfüllt werden. Besonders freut sich Burgdorf über die zahlreichen Sachspenden von Masken und Schutzanzügen von Unternehmen, Vereinen und Verbänden: „Ich danke herzlich für diese Hilfe, die zur richtigen Zeit kam und Engpässe vermeiden half“, so Burgdorf.

Bewachte Lagerhaltung

Insgesamt hat der Landkreis Emsland seit Arbeitsaufnahme des Krisenstabs am 6. März über 59.300 Schutzoveralls und -kittel, rund 249.600 Mund-Nase-Masken, mehr als 68.260 Atemschutzmasken und rund 18.000 Liter Desinfektionsmittel an Einrichtungen des Gesundheitsbereichs und kritische Infrastrukturen verteilt. Dieses Material lagerte wie alle anderen Schutzgüter auch unter anderem in einem gut bewachten Gebäude auf dem Gelände der wehrtechnischen Dienststelle in Meppen, das die Bundeswehr dem Landkreis Emsland zur Verfügung gestellt hat. In den ersten Wochen der Coronakrise habe sich das Team insbesondere um den Aufbau einer Logistik kümmern müssen. „Was ist in den Kartons, die geliefert wurden?“, „Wo kommt das hin?“, „Wo liegt was?“ – Diese Fragen galt es zu klären. „Wir haben keine Roboter und Barcode-Scanner wie manche Internetriesen“, erläutert das Team. Die habe es letztlich aber auch nicht gebraucht, um die kreisweite Verteilung von Schutzgütern erfolgreich umzusetzen. Gesundheitseinrichtungen können sich bei Fragen und weiteren Anmeldungen von Notbedarfen an den Landkreis Emsland per E-Mail-Adresse an notbedarfe@emsland.de wenden.

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