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02.06.2020, 14:52 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Kritik an Wiederinbetriebnahme von Lingener Kernkraftwerk

Atomkraftgegner haben die Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerkes Emsland des Energiekonzerns RWE nach der Revision 2020 scharf kritisiert.

Mit einer Mahnwache am Kreisverkehr Rheiner, Schüttorfer, Emdener Straße im Lingener Ortsteil Darme wurde gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes nach der Revision demonstriert. Foto: privat

Mit einer Mahnwache am Kreisverkehr Rheiner, Schüttorfer, Emdener Straße im Lingener Ortsteil Darme wurde gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes nach der Revision demonstriert. Foto: privat

Lingen Das Kraftwerk in Lingen wurde nach einer mehrwöchigen Revision am Pfingstsonntag wieder hochgefahren. Während der Revision waren laut Betreiber drei meldepflichtige Ereignisse verzeichnet. Alle drei wurden gemäß den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (Normal) bzw. auf der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) der Stufe 0 – keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung - zugeordnet. Laut einer Pressemitteilung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) stieg damit „die Zahl der Pannen und Störfälle in dem AKW nahe der niederländischen Grenze auf über 160 seit der Inbetriebnahme 1988“.

Am vergangenen Freitag hatten der Elternverein Restrisiko Emsland und das Bündnis AgiEL (AtomkraftgegnerInnen im Emsland) mit einer Mahnwache am Kreisverkehr Rheiner, Schüttorfer, Emdener Straße im Lingener Ortsteil Darme gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes nach der Revision demonstriert. „Es ist unglaublich, dass der AKW-Betreiber RWE auch noch ausgerechnet an einem Feiertag das AKW wieder in Betrieb nimmt und damit der besorgten Bevölkerung die Feiertagsruhe raubt“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz in der Pressemitteilung.

Die Atomkraftgegner sprechen sich für eine sofortige Stilllegung des Kernkraftwerkes Emsland aus, dessen dauerhafte Abschaltung Ende 2022 vorgesehen ist. Die verbrauchten Brennstäbe würden in Lingen gelagert - die Atomkraftgegner vermuten dauerhaft. Auch den über 2022 hinaus erlaubten Betrieb der Brennelementefabrik in Lingen kritisieren sie.

„Der hochradioaktive Müll aus Lingen wird zum Zeitpunkt der Stilllegung des Atomkraftwerks Ende 2022 nicht plötzlich zu strahlen aufhören! Er wird die Welt noch Jahrmillionen belasten“, wird Femke Gödeker vom Bündnis AgiEL in einer weiteren Pressemitteilung, die von AgiEL und Elternverein versandt wurde. Gerd Otten vom Elternverein ergänzt: „Ob es irgendwann eine Lösung gibt, ist völlig ungewiss. Das ist RWE aber offenbar egal, die produzieren jetzt weiter. Verantwortung sieht anders aus!“

Auch die Brennelementefabrik von Framatome in Lingen trage wesentlich zur Produktion von Atommüll bei. Die Fabrik solle nach aktuellem Stand auch nach 2022 in Lingen weiterproduzieren, um ausländische Atomkraftwerke mit Brennelementen zu beliefern. Einen Fokus legten die Demonstranten auf „die Gefahren durch altersbedingte Schäden an dem über 30 Jahre alten Atomkraftwerk“. Bereits bei der letzten Überprüfung seien Risse in den „für die Sicherheit der Anlage hochsensiblen Heizrohren“ entdeckt worden. Dass diese sich ausgeweitet hätten, lesen die Atomkraftgegner aus der jüngsten RWE-Pressemitteilung zur Wiederinbetriebnahme heraus. Ein Bruch eines solchen Heizrohres im laufenden Betrieb kann laut den Atomkraftgegnern katastrophale Folgen haben, bis hin zur massiven Freisetzung von Radioaktivität.

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