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18.09.2017, 18:31 Uhr

Hebamme aus der Grafschaft will Berufsstand retten

Beim Besuch der Bundeskanzlerin in Lingen war unter den Gästen auch eine junge Frau aus der Grafschaft. Lina Pauling setzt sich mit einer Petition für Hebammen ein.

Hebamme aus der Grafschaft will Berufsstand retten

Mit einem Plakat macht Lina Pauling in Lingen auf die Missstände der Hebammen aufmerksam. Foto: Julia Mausch

Von Julia Mausch

Lingen. Lina Pauling ist 21 Jahre alt und Hebammenschülerin. Die Grafschafterin liebt ihren Job, hat aber Angst um ihren Berufsstand. Am Mittwoch, als Bundeskanzlerin Angela Merkel in Lingen zu Besuch war, hatte sie einen Plan: Nah an die Politikerin heranzukommen, um sie auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Es war schon Nachmittag, als Lina Pauling sich auf dem Weg zum Lingener Marktplatz machte. In knapp zwei Stunden sollte die Bundeskanzlerin Angela Merkel dort bei einer Wahlkampfveranstaltung der CDU auftreten. Tausende Besucher waren zu Merkels Auftritt angekündigt, eine der Besucherinnen: Lina Pauling. Mit im Gepäck hatte die Hebammenschülerin des Borromäus-Hospitals in Leer ein Plakat: „Frau Merkel, Mütter brauchen Hebammen“, lautet die Botschaft auf dem roten Plakat. Stimmen, die die 21-Jährige zusammen mit ihren Mitschülern seit Juli im Rahmen einer Petition gesammelt hat.

Pauling und ihre Unterstützer haben eine Befürchtung: Bald wird es keine Hebammen mehr geben. Die Gründe: Schwierige Arbeitsbedingungen, geringe Vergütung und stark angestiegene berufliche Kosten. Zu denen unter anderem die hohen Beiträge für eine Haftpflichtversicherung zählen.

Pauling kennt sich in dem Thema aus. In der Hebammenschule hat sie sich mit Klassenkameraden mit dem Thema beschäftigt. „Wir fordern akzeptable Verdienstmöglichkeiten, eine Anhebung des Personalschlüssels und eine Reduktion der Beiträge zur Haftpflichtversicherung“, sagt die 21-Jährige.

97.000 Unterschriften hatte die Grafschafterin bis zu Merkels Auftritt in Lingen im Rahmen einer Online-Petition gesammelt. Die Unterschriftenliste wollte sie der Bundeskanzlerin überreichen. Ohne Erfolg. Merkel bemerkte sie nicht, dafür jemand anderes: Ein Vertreter der Kanzlerin. „Er hat mir zugesichert, die Liste der Kanzlerin zu überreichen. Mir wurde gesagt, dass ich vom Kanzleramt eine Antwort erhalte“, sagt Pauling. Das könne ein paar Wochen dauern.

Bis dahin abwarten? Nichts für Pauling. Sie sammelt weiterhin Stimmen. Allein von Mittwoch auf Donnerstag kamen 7000 weitere hinzu. Mittlerweile hat die Petition 113.000 Unterstützer. In den kommenden Tagen wollen die 21-Jährige und ihre Mitstreiter weitere Wahlkampfveranstaltungen besuchen, auch von Merkel.

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