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04.02.2019, 16:44 Uhr

Gedenkstätte Esterwegen will Schüler ansprechen

Rund 24.400 Besucher haben im Jahr 2018 die Gedenkstätte Esterwegen besichtigt. „Damit bleiben die Besucherzahlen auf hohem Niveau stabil“, sagte Landrat Reinhard Winter, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen.

Gedenkstätte Esterwegen will Schüler ansprechen

Die Gedenkstätte Esterwegen verbucht konstant hohe Besucherzahlen und bietet neue Veranstaltungen an. Foto: Gerd Schade

Esterwegen Unter den Besuchern befanden sich 8094 Schüler und Jugendliche, heißt in einer Pressemitteilung der Gedenkstätte. „Vorrangigstes Ziel ist es, insbesondere junge Menschen für einen Besuch in der Gedenkstätte zu gewinnen, um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu fördern“, betonte Winter. Dies sei auch im vergangenen Jahr erfolgreich gelungen. Insgesamt 351 Schulklassen aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden besuchten die Gedenkstätte.

Auch weiterhin wird das Angebot der Gedenkstätte durch Veranstaltungen und Sonderausstellungen ergänzt. Noch bis Ende März wird in der Gedenkstätte die eigene Sonderausstellung „Mit den Augen der Täter – Ein Fotoalbum über das Konzentrationslager Esterwegen 1935“ zu sehen sein. In ihr werden Fotografien gezeigt, die im Oktober 1935 durch das „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ unter Joseph Goebbels für Propagandazwecke in Auftrag gegeben wurden. Einige Aufnahmen fanden in der Nachkriegszeit Eingang in Bücher und Filme, so auch das Bild vom berühmten Häftling des KZ Esterwegen und Nobelpreisträger Carl von Ossietzky mit der Häftlingsnummer „562“. Die Ausstellung bildet nun erstmalig das erhaltene Album als historisches Zeitzeugnis ab und bricht zugleich die geplante Wirkung der Bilder. Aussagen ehemaliger Häftlinge, recherchierte Häftlingsbiografien und Begleittexte erklären, was nicht auf den Fotos zu sehen ist: die Gewalt der SS-Wachmannschaften, die Quälereien bei der Zwangsarbeit und der Tod im Lager.

Anlässlich des 81. Todestages von Carl von Ossietzky findet am Sonntag, 28. April, um 15 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „‚Ich füge mich nicht, ich demonstriere […]‘ – Leben und Wirken von Carl von Ossietzky“ statt. Aufgezeigt werden die verschiedenen Bilder von und Interpretationen über Carl von Ossietzky, die nicht zuletzt eine wichtige Rolle im Namensgebungsstreit der Universität in Oldenburg gespielt haben.

Wegen des guten Verkaufserfolges wurde der im Herbst 2017 erschienene Ausstellungsbegleitband „Hölle im Moor. Die Emslandlager 1933–1945“ noch im gleichen Jahr in zweiter Auflage auf den Markt gebracht. „Dabei ist besonders erfreulich, dass das Buch trotz der Regionalität des Themas auch überregional positiv aufgenommen wurde“, sagte Winter. Für 2019 sei mit der Herausgabe einer dritten Auflage zu rechnen.

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