01.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

EU unterstützt „Hyperloop“-Forschung mit 470.000 Euro

Das Forscherteam, das in Lathen ein Testzentrum für den Überschallzug Hyperloop aufbauen will, hat die nächste Förderzusage erhalten. Mit dem Geld soll nun eine Teststrecke gebaut werden. Details erklärte Professor Walter Neu in einem Pressegespräch.

„Hyperpod X“ heißt die Weiterentwicklung des Überschallzuges Hyperloop. Die Hochschule Emden-Leer und die Universität Oldenburg wollen den „Hyperpod X“ auf der Transrapid-Teststrecke in Lathen so weit verfeinern, bis er marktreif ist.Foto: HS Emden-Leer

„Hyperpod X“ heißt die Weiterentwicklung des Überschallzuges Hyperloop. Die Hochschule Emden-Leer und die Universität Oldenburg wollen den „Hyperpod X“ auf der Transrapid-Teststrecke in Lathen so weit verfeinern, bis er marktreif ist.Foto: HS Emden-Leer

Lathen/Emden Details, auch zu einem Bauantrag für Lathen, erklärte Professor Walter Neu vor einigen Tagen in einem Pressegespräch.

Wie berichtet, hatte das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) den Hochschulen Emden-Leer und Oldenburg eine Anschubfinanzierung in Höhe von 290.000 Euro bewilligt, mit dem zwei Mitarbeiter bezahlt werden können, die einen Antrag bei der EU vorbereiten sollen. Das Ziel ist, auf der früheren Teststrecke für den Transrapid in Lathen ein „European HyperLoop Technology Center“ (EUHyTec), also ein europaweites Hyperloop-Technologiezentrum, aufzubauen. Ein Hyperloop ist ein Zug, der in einem Tunnel, in dem idealisierte Luftbedingungen herrschen, über Magnetfelder schwebt und mit Geschwindigkeiten von um die 1000 Kilometern pro Stunde Ware transportieren soll. Möglich sein soll auch der Transport von Menschen, aber „nur“ mit mehreren 100 km/h. Das Gefährt, das die Hochschulen Emden-Leer und Oldenburg entwickelt hat, heißt „Hyperpod X“.

Jetzt haben die Hochschulen gleich die nächste Förderzusage erhalten: Die EU hat im Rahmen eines Forschungsprojektes, in dem es um Logistikanwendungen für den Hyperloop geht, dem Hyperpod X-Team ein Teilprojekt zugewiesen, das mit einem Budget von 470.000 Euro verbunden ist. „Das ist der drittgrößte Anteil an dem Gesamtprojekt, das insgesamt 7,6 Millionen Euro schwer ist. Das zeigt, welche großen Chancen wir mit unserer Entwicklung und unserer Idee haben“, sagt Walter Neu. Der Physiker hat das Hyperpod X-Projekt gemeinsam mit dem Professoren-Kollegen Thomas Schüning, einem Maschinenbau-Ingenieur, vorangetrieben.

Mit dem Geld von der EU soll nicht nur Personal und Technik bezahlt werden, sondern auch eine erste, etwa 500 Meter lange Teststrecke, die an der Hochschule in Emden entstehen wird. „Wir werden dort mit dem Hyperpod X den Warentransport in unterschiedlich großen Behältnissen, Geschwindigkeiten und Verpackungsmaterialien testen, allerdings nicht in einer Röhre, sondern unter freiem Himmel“, berichtet Neu. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten dann in Lathen weiterentwickelt werden.

Dort soll die gesamte 31,8 Kilometer lange Teststrecke genutzt werden, bekräftigte der Professor. „Wir stellen uns dort einen unendlichen Loop vor, also eine Art Endlosschleife. Solche Bedingungen, in denen auch das Verhalten der Hyperloops in Kurven getestet werden kann, gibt es bisher in ganz Europa nicht“, sagte Neu. Deshalb mache es Sinn, die gesamte Strecke in den Blick zu nehmen.

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