21.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Bilder von ehemaligem KZ-Häftling in Gedenkstätte Esterwegen

Bildübergabe: Friedhelm Halldorn aus Lemförde (links) gibt die Bilder in die Hände von Dr. Sebastian Weitkamp und Dr. Andrea Kaltofen von der Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Gedenkstätte Esterwegen

Bildübergabe: Friedhelm Halldorn aus Lemförde (links) gibt die Bilder in die Hände von Dr. Sebastian Weitkamp und Dr. Andrea Kaltofen von der Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Gedenkstätte Esterwegen

Esterwegen Am vergangenen Mittwoch hat die Gedenkstätte Esterwegen aus privater Hand zwei Gemälde des Malers Adolf Bender übernommen, der Mitte der 1930er-Jahre Häftling der Konzentrationslager Börgermoor und Esterwegen gewesen war. Die Bilder, ein Ölgemälde und ein Aquarell, hat das Paar Viktoria Roloff und Friedhelm Halldorn gestiftet, „damit sie an einem Ort weiterexistieren können, der als Mahnmal gegen das Vergessen die Vergangenheit aufarbeitet“, wie die beiden mitteilten.

Der 1903 in Mainz geborene Adolf Bender besuchte die Kunst- und Gewerbeschule. Nach einer Demonstration gegen die französische Besetzung des Ruhrgebiets 1921 musste er Mainz verlassen und ging nach Frankfurt/Main, wo er unter anderem als Kinoplakatmaler arbeitete. Bender kämpfte schon früh gegen die Nationalsozialisten. 1933 musste er deshalb nach Frankreich zu seiner Schwester fliehen, kehrte jedoch kurze Zeit später nach Mainz zurück. Dort wurde er im Oktober 1933 verhaftet und im November in das KZ Börgermoor eingeliefert. Von April 1934 bis 1936 war er Häftling im KZ Esterwegen. Seit Sommer 1937 arbeitete er als Buchhändler auf einem Ausflugsschiff. Ab 1941 war er Soldat und kam 1945 für einige Monate in Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Krieg ließ er sich im saarländischen St. Wendel als freischaffender Künstler nieder. Seine während der KZ-Haft angefertigten Skizzen des Lageralltags bildeten in den 1960er- und 1970er-Jahren die Grundlage für seinen „Moorsoldaten-Zyklus“. 1985 initiierte er die Gründung des „Adolf-Bender-Zentrums, Verein zur Förderung demokratischer Traditionen“ in St. Wendel. Er starb am 2. April 1997.

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