Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
21.01.2019, 12:34 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Blockade bei Brennelementefabrik in Lingen beendet

Seit 5.30 Uhr am Montag haben zwölf Atomkraftgegner die Zufahrt zur Lingener Brennelementefabrik ANF blockiert. Die Polizei löste die nicht angemeldete Demonstration kurz nach 10.30 auf und räumte die Blockade.

Mit einem Transparent mit der Aufschrift „Atomkraft ist Brand-Gefährlich“ demonstrieren Atomkraftgegner am Montagmorgen in Lingen. Foto: Schock

Mit einem Transparent mit der Aufschrift „Atomkraft ist Brand-Gefährlich“ demonstrieren Atomkraftgegner am Montagmorgen in Lingen. Foto: Schock

Lingen Begonnen hatte die Blockade von ANF einige Minuten später, als von den Aktivisten der Gruppe Contratom geplant: Bei der Anfahrt fuhren sie zunächst an der Abzweigung Richtung ANF vorbei. Doch dann hatten sie sich sehr schnell mit Tonnen und hohen dreibeinigen Metallgestellen vor einer Schranke der Fabrik postiert und die Zufahrtstraße gesperrt. Einige von ihnen hatten sich an den Gestellen hochgehangelt, andere setzten sich auf der Straße. Ihre Forderung: Die Stilllegung der Fabrik. Anlass war der 40. Jahrestag der Inbetriebnahme von ANF.

Die Informationspolitik der ANF und der Stadt Lingen habe beim Brand der Fabrik im Dezember gezeigt, wie wenig man sich im Fall von Unfällen, aber auch im ganz normalen Alltag auf Konzerne und Staat verlassen könne, heißt es in einer Presseerklärung. Der Staat, in diesem Fall die Stadt Lingen, schütze die Atomkonzerne.

Die Polizei war kurz nach Beginn der Aktion mit gut einem Dutzend Einsatzkräften vor Ort und forderte die Aktivisten mehrfach auf, die Sperrung abzubauen und den Platz zu verlassen. Die Beamten sprachen von einer unangemeldeten Spontandemo und bezeichnen sie als Nötigung. Danach begann die Polizei mit ersten Räumungsarbeiten am Boden: Eine brennende Tonne wurde mit einem Feuerlöscher gelöscht, Transparente werden entfernt und Personalien aufgenommen. An die Aktivisten auf den Metallgestellen in drei bis vier Metern Höhe kamen die Einsatzkräfte allerdings nicht heran. Um diese Atomkraftgegner von den Gestellen zu holen, forderte die Polizei ein Höheninterventionsteam aus Hannover an. Dieses traf gegen 10 Uhr in Lingen ein.

Unmittelbar nach dem Eintreffen der Spezialisten begann die Polizei damit, die Demonstranten einzeln wegzutragen. Danach holten Beamte des Höheninterventionsteams die beiden in den Gestellen hängenden Aktivisten herunter. „Widerstand leisteten sie dabei keinen. Nach anschließender Feststellung der Personalien erhielten die beiden Atomkraftgegner und ihre zehn Unterstützer einen Platzverweis, dem sie umgehend Folge leisteten. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und wegen Nötigungstatbeständen aufgenommen“, teilte die Polizei am Montag mit.

Mitarbeiter von ANF ließen die Aktivisten ungehindert zu Fuß die Blockade passieren. Unter ihnen war auch ANF-Werksleiter Andreas Hoff. „Natürlich haben die Atomkraftgegner ein Demonstrationsrecht, aber die Zufahrt zu blockieren, geht nicht“, erklärte Hoff am frühen Morgen. Daher werde die Polizei die Blockade auch räumen.

Obwohl die Blockade der ANF-Zufahrt nur fünf Stunden währte – frühere Aktionen dort dauerten teils erheblich länger – zeigte sich Aktivistin Cécile Lecomte zufrieden: „Wir haben ein Zeichen zum richtigen Zeitpunkt gesetzt. Die Brennelementefertigung darf nicht wieder beginnen.“ Die Aktivisten würden immer wieder kommen, solange ANF in Betrieb sei, kündigte die Atomkraftgegnerin an.

Bereits am Samstag demonstrierten rund 180 Menschen gegen Atomkraft und den sofortigen Ausstieg am Lingener Bahnhof. Die Forderung der Demonstranten, dass die nach dem Brand am 6. Dezember stillstehende Produktion bei ANF nicht wieder aufgenommen werden soll, wird sich wahrscheinlich nicht erfüllen. „Wir planen, die Produktion im Laufe dieser Woche wieder aufzunehmen“, erklärte Hoff.

Die Blockade wurde von der Polizei aufgelöst. Foto: Schock

Die Blockade wurde von der Polizei aufgelöst. Foto: Schock

Die Polizei hat Höhenretter angefordert, um die Blockade aufzulösen. Foto: Schock

Die Polizei hat Höhenretter angefordert, um die Blockade aufzulösen. Foto: Schock

Höhenretter der Polizei brachten die Demonstranten zum Boden. Foto: Schock

Höhenretter der Polizei brachten die Demonstranten zum Boden. Foto: Schock

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating