Grafschafter Nachrichten
09.01.2019

Atomkraftgegner laden zur Demo am 19. Januar in Lingen

Atomkraftgegner laden zur Demo am 19. Januar in Lingen

Ein Feuer in einem Labor der Brennelementefabrik ANF in Lingen löste Anfang Dezember einen Großeinsatz der Feuerwehren aus. Archivfoto: Hille

„40 Jahre sind genug: Brennelementefabrik Lingen stilllegen!“, fordern mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen aus der Region. Sie laden zu einer Demonstration am 19. Januar in Lingen ein.

Lingen Mehrere regionale Anti-Atomkraft-Initiativen sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), Robin Wood und die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW rufen für Samstag, 19. Januar, unter dem Motto „40 Jahre sind genug – Brennelementefabrik Lingen stilllegen!“ zu einer Demonstration in Lingen auf. Anlass sind der 40. Jahrestag der Inbetriebnahme der bundesweit einzigen Brennelementefab-rik direkt am 19. Januar sowie der gravierende Brand in der Brennelementefabrik Anfang Dezember. Auftakt der Demo ist eine Kundgebung um 13 Uhr am Bahnhof Lingen, es folgt ein Demozug durch die Innenstadt zum Alten Rathaus auf dem Marktplatz.

„Die Brennelementefabrik Lingen hat mit 40 Jahren Laufzeit ihre Altersgrenze erreicht. Zudem gibt es bald in Deutschland durch die Abschaltung der restlichen Atomkraftwerke keinen Bedarf mehr für neue Brennelemente. Zudem ist der Export für Pannenreaktoren wie Tihange und Doel in Belgien oder Fessenheim und Cattenom in Frankreich unverantwortlich. Wir fordern deshalb von der niedersächsischen Landesregierung sowie von der Bundesregierung, die Atomanlage nach dem brisanten Brand nicht wieder in Betrieb gehen zu lassen und so den Atomausstieg auch bei der Versorgung der Atomkraftwerke einzuleiten,“ fordert Christina Burchert vom Arbeitskreis Umwelt Schüttorf.

Die Initiativen und Verbände sind zudem sehr unzufrieden mit dem bisherigen Stand der Aufklärung zum Brand in der Brennelementefabrik. Vor Weihnachten hatte es innerhalb weniger Tage mehrere unterschiedliche Versionen zum Ablauf des Störfalls gegeben. „Welche davon zutrifft, lässt sich für die Öffentlichkeit kaum noch nachvollziehen, wenn alle paar Tage wieder eine neue Version geliefert wird“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Insbesondere ungeklärt seien die Fragen, warum sich in dem betroffenen Labor überhaupt brennbares Material befand. In einem Hochsicherheitsbereich müsste dies eigentlich verboten sein. Ebenfalls ungeklärt seien die genaue Menge des Urans in dem betroffenen Verdampfer und der genaue Verbleib des Urans. Auch wurde bislang weder von der Betreiberin Framatome noch von der niedersächsischen Atomaufsicht die Frage beantwortet, in welcher Weise eventuell fahrlässiges Handeln zu dem Brand geführt habe. Aus diesem Grund hatten Atomkraftgegner vor Weihnachten die Staatsanwaltschaft Osnabrück per Strafanzeige eingeschaltet. Die Initiativen und Verbände planen nun, sich mit einem ausführlichen Fragenkatalog direkt an die Atomaufsicht in Hannover zu wenden, um mehr Transparenz und Verlässlichkeit in die Aufklärung zu bringen.

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