Grafschafter Nachrichten
24.08.2020

Albert Stegemann zu Besuch beim Christophorus-Werk in Lingen

Albert Stegemann zu Besuch beim Christophorus-Werk in Lingen

Gegenseitiger Austausch (von links): CDU-Politiker Albert Stegemann, Christophorus-Werk-Geschäftsführer Georg Kruse und sein Stellvertreter Stefan Kerk. Foto: privat

Lingen Zu einem Austausch über den aktuellen Stand der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) haben sich kürzlich der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann und die Geschäftsführung des Christophorus-Werkes im neuen Wohnhaus für Menschen mit Behinderung im Lingener Emsauenpark getroffen. „Es handelt sich hier um ein gänzlich neues Wohnmodell, das dem Denkansatz des BTHG folgt“, erklärt Georg Kruse, Geschäftsführer des Christophorus-Werkes, beim Rundgang durch das Gebäude. Durch die neuen Regelungen des BTHG hat sich Kruse zufolge für Menschen mit Behinderung vieles verändert. „Ziel ist die Stärkung der Selbstbestimmung eines jeden einzelnen“, so Kruse.

Die Appartements im Langschmidtsweg werden laut Kruse von der Aloys-und-Brigitte-Coppenrath-Stiftung an Menschen mit Behinderung vermietet. „Je nach Bedarf können sie individuelle Assistenzleistungen des Christophorus-Werkes in Anspruch nehmen, Fachkräfte sind zu jeder Zeit vor Ort. So können Menschen mit umfangreichem Unterstützungsbedarf, die früher nur in Wohnheimen eine bedarfsdeckende Betreuung erhalten haben, hier vergleichsweise selbstständig leben. Und hier im ‚Quartier Emsauenpark‘ leben sie inklusiv in der Nachbarschaft mit Menschen ohne Behinderung. Das ist meiner Meinung nach das Konzept der Zukunft“, erläutert Kruse.

„Die Zusammenarbeit mit der Politik funktioniert gut. Doch die zwei großen Ziele des BTHG zu vereinbaren, nämlich individuelle Leistungen zu erbringen und gleichzeitig eine Kostendynamik zu verhindern, erfordert einen hohen Verwaltungsaufwand“, sagt Stefan Kerk, stellvertretender Geschäftsführer des Christophorus-Werkes. „Zu viel wird für das System ausgegeben, ohne dass tatsächlich Leistung ankommt“, bestätigt Kruse und ergänzt: „Die Menschen mit Behinderung haben Erwartungen an das Christophorus-Werk als Leistungserbringer. Doch diese Leistungen müssen refinanziert werden.“ Stegemann will diese Kritik mitnehmen, sieht aber auch Fortschritte: „Positive Entwicklungen werden zunächst oft nicht gesehen, da Veränderungen erst einmal viel Aufwand bedeuten. Doch ich sehe bereits jetzt eine deutlich höhere Präzision bei der individuellen Unterstützung der Menschen mit Behinderung“.

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