Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
20.06.2019, 17:51 Uhr

Wintershall bohrt wieder in Emlichheim

Vier neue Bohrungen beginnt das Unternehmen Wintershall in diesem Jahr in Emlichheim. Die eigentlichen Bohrungen sollen voraussichtlich im September beginnen. In der kommenden Woche – ab Montag, 24. Juni, – fängt das Unternehmen mit den Vorbereitungen an.

Wintershall bohrt wieder in Emlichheim

Nach weiteren Erdölvorkommen in Emlichheim suchte die Firma Wintershall im Mai 2018 mit einer Seismik — und wurde fündig. Nun beginnen die Vorbereitungen für vier neue Bohrungen. Archivfoto: Berends

Emlichheim „Es werden auf den Plätzen, wo gebohrt werden soll, Standrohre im Untergrund installiert“, informierte Wintershall in einer Pressemitteilung. Alle Bohrungen werden nah an der Grenze zu den Niederlanden durchgeführt, westlich der Ossestraße.

Insgesamt werden vier Standrohre gerammt, wobei für jedes, laut Unternehmen, voraussichtlich drei Tage benötigt werden. Das erste Standrohr wird auf dem Bohrplatz für die beiden Bohrungen „EM 192“ und EM „522“ installiert. Danach folgen die Standrohre für die Bohrungen „EM 190“ und „EM 526“. „Der damit verbundene, zeitweise auftretende Lärm bewegt sich unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Mögliche Lärmbeeinträchtigungen werden minimiert, da die Arbeiten ausschließlich tagsüber und unter der Woche stattfinden“, verspricht René Wagner, zuständiger Projektmanager. Die Arbeiten sollen nach rund 15 Tagen abgeschlossen sein. „Die Standrohre dienen dem Schutz des Grundwassers und werden daher bis in eine Tiefe von 90 Metern in den Boden gerammt“, erläuterte Wagner.

Außerdem wird Wintershall drei neue Bohrplätze bauen. In der kommenden Woche wird mit dem Bau des Doppel-Bohrplatzes für die Bohrungen „EM 192“ und „EM 522“ begonnen. Die Bauarbeiten sollen etwa 50 Tage dauern. Danach folgt der Bau zwei weiterer Bohrplätze für die Bohrungen „EM 190“ und die „EM 526“.

Die neuen Bohrungen in Emlichheim sollen die Erdöllagerstätte im Bentheimer Sandstein in einer Tiefe von 800 bis 900 Metern erschließen. Zwei der vier Bohrungen dienen der Förderung von Erdöl, über die anderen beiden Bohrungen wird heißer Dampf in die Lagerstätte injiziert. Wintershall fördert seit 75 Jahren Erdöl in Emlichheim. „Ziel der neuen Bohrungen ist es, die Produktion am Standort stabil zu halten“, bekräftigt das Unternehmen. „Wintershall teuft die Bohrungen nacheinander ab, sodass immer nur eine Bohranlage im Einsatz ist“, informierte Wagner. „Insgesamt sollen die Bohrarbeiten im Januar 2020 abgeschlossen sein.“

Bohrschäden

Die Firma Wintershall steht seit einigen Monaten auch wegen zweier Schadensfälle in Emlichheim in den Schlagzeilen. Im Herbst 2018 und im Frühjahr 2019 sind an zwei Bohrungen in den Emlichheimer Weusten Leckagen durch verrostete Rohre aufgetreten. Möglicherweise ist dabei in Tiefen zwischen 150 und 800 Metern umweltgefährdendes Lagerstättenwasser, das bei der Erdölförderung in natürlicher Form auftritt, ausgetreten. Wintershall untersucht die Schäden, mit am Tisch sitzen auch das Landesbergamt als Aufsichtsbehörde sowie der Landkreis Grafschaft Bentheim und die Samtgemeinde Emlichheim. Für Anfang Juli ist ein weiteres Treffen anberaumt. Bisherige Untersuchungen haben keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung des Bodens ergeben.

Lesermeinung
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare lesen und schreiben zu können.