29.01.2020, 16:54 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Grüne: Landeskontrollen reichen bei Ölförderung nicht aus

Die wollten sich bei Wintershall DEA in Emlichheim selbst ein Bild über die Ölförderung machen: die grüne Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, Meta Janssen-Kucz, und die Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin, Imke Byl.

Ortstermin auf dem Bohrplatz der Wintershall Dea in Emlichheim (von links): die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz, Johann Weng (Mitglied des Grünen Kreisvorstands), Friedhild Füser (Grüne Kreisvorsitzende), Elisabeth Bergner (Grünen-Fraktion Neuenhaus), Horst Prei (Betriebsleiter der Wintershall Dea Emlichheim), Holger Gosink (Grüne Gruppe Emlichheim), die Grünen-Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin Imke Byl sowie Erich Gülzow (Grüne Gruppe Emlichheim).Foto: Wosniok

Ortstermin auf dem Bohrplatz der Wintershall Dea in Emlichheim (von links): die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz, Johann Weng (Mitglied des Grünen Kreisvorstands), Friedhild Füser (Grüne Kreisvorsitzende), Elisabeth Bergner (Grünen-Fraktion Neuenhaus), Horst Prei (Betriebsleiter der Wintershall Dea Emlichheim), Holger Gosink (Grüne Gruppe Emlichheim), die Grünen-Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin Imke Byl sowie Erich Gülzow (Grüne Gruppe Emlichheim).Foto: Wosniok

Emlichheim An der Bohrung „Emlichheim 132“ sind über Jahre unbemerkt große Mengen an Lagerstättenwasser im Untergrund ausgelaufen. Nun wollten sich die grüne Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, Meta Janssen-Kucz, und die Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin, Imke Byl, ein Bild vor Ort machen. Wintershall Dea informierte bei einem Besuch des Bohrplatzes über die bisherigen Untersuchungsergebnisse und die geplanten Sanierungsmaßnahmen. Begleitet wurden die Abgeordneten von Mitgliedern des Grünen-Kreisverbandes und Emlichheims Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters.

Imke Byl, Umwelt-Expertin der Landtags-Grünen, stellt fest, dass die Sicherheitsvorkehrungen versagt hätten: „Es handelt es sich um den größten Schaden in der Geschichte der niedersächsischen Ölförderung. Bei diesem Umweltskandal haben gleich mehrere Sicherheitsbarrieren versagt. Trotz auffälliger Druckmessungen wurde über Jahre nicht reagiert. Die Aufsicht war offensichtlich völlig unzureichend, die stichprobenartigen Kontrollen des Landes reichen nicht aus.“ Nach Angaben von Wintershall Dea wird die Sanierung des verschmutzten Grundwassers mehrere Jahre dauern. Das Lagerstättenwasser soll abgepumpt werden.

Meta Janssen-Kucz, Vizepräsidentin des Landtags, kritisiert, dass aus dem Schadensfall bislang nicht die nötigen Konsequenzen gezogen würden. Das Landesbergamt habe für die von Wintershall beantragten neuen Förder- und Einpressbohrungen auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet. „Die Leckage in Emlichheim zeigt, dass es erhebliche Risiken für Wasser und Gesundheit bei der Öl- und Gasförderung gibt. Trotzdem verzichtet das Land weiter darauf, diese Risiken im Genehmigungsverfahren systematisch abzuprüfen.“ Die Grünen kritisieren zudem, dass SPD und CDU die grüne Forderung nach einem absoluten Bohrverbot in Wasserschutzgebieten ablehnen.

Eine mangelnde Transparenz bezüglich der Messergebnisse von Wintershall Dea bemängelt Erich Gülzow, grünes Mitglied aus Emlichheim. Sämtliche gewonnenen Daten müssten der Öffentlichkeit vollständig, verständlich und zeitnah zugänglich gemacht werden. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Claudia Middelberg, erwartet vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und der Wintershall Dea, dass der Schaden ohne Verzögerungen und in alle Richtungen abgegrenzt und saniert wird.

Holger Gosink von den Grünen Emlichheim und Friedhild Füser, grüne Kreisvorsitzende, plädieren zudem für eine Sensibilisierung bezüglich der Gesundheitsgefahren durch Störfälle bei den Öl- und Gasförderungen. Eine vollständige Meldung aller Krebserkrankungen an das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) sei für die Region Emlichheim unbedingt zu beherzigen. Dieses könne durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu mehr gesundheitlicher Sicherheit für künftige Generationen in der Region verhelfen.

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