06.02.2020, 11:42 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Erna de Vries zum letzten Mal in der Öffentlichkeit

Erna de Vries wird ein letztes Mal öffentlich auftreten. Sie berichtet von ihren schrecklichen Erlebnissen im Konzentrationslager. Veranstaltungsort ist am 12. Februar die evangelisch-altreformierte Kirche in Emlichheim. Beginn ist um 18 Uhr.

Erna de Vries ist inzwischen 96 Jahre alt. In Emlichheim war sie unter anderem im Jahr 2017 zu Gast (Foto), nun wird sie hier ihren letzten Auftritt in der Öffentlichkeit absolvieren.Archivfoto: Meppelink

Erna de Vries ist inzwischen 96 Jahre alt. In Emlichheim war sie unter anderem im Jahr 2017 zu Gast (Foto), nun wird sie hier ihren letzten Auftritt in der Öffentlichkeit absolvieren. Archivfoto: Meppelink

Emlichheim „Aufgrund des großen Interesses wird die Veranstaltung mit Erna de Vries am Mittwoch, 12. Februar, von der Aula des Schulzentrums in die evangelisch-altreformierte Kirche Emlichheim, Mühlenstraße 17, verlegt“, teilte die Verwaltung der Emlichheim Samtgemeinde gestern mit. „Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.“

Die 96-jährige Erna de Vries aus dem emsländischen Lathen ist eine der letzten Überlebenden des Holocaust. Sie wurde mit ihrer Mutter 1943 zunächst nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte zwei Konzentrationslager und den Todesmarsch. Ihre Mutter überlebte nicht. Über 20 Jahre erzählte de Vries vor allem an Schulen ihre Geschichte, damit das Unfassbare nie wieder passiert. In der Aula in Emlichheim war sie bereits zweimal mit ihrem bewegenden Vortrag zu Gast.

Auch in der kommenden Woche wollte sie ihre Geschichte zur Veranstaltungsreihe „75 Jahre Kriegsende“ der Samtgemeinde Emlichheim noch einmal selbst erzählen. „Doch mit Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand, der sich in den letzten Wochen leider verschlechtert hat, haben wir uns abgestimmt, dass sie ihren Zeitzeugenbericht nicht mehr selbst vortragen wird“, berichtete Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters, die regelmäßig Kontakt zu Erna de Vries hält. „Das wollen wir natürlich respektieren und ich freue mich sehr, dass Frau de Vries dennoch persönlich nach Emlichheim kommen wird.“

Begleitet wird sie von ihren Töchtern Ruth de Vries und Lea Mor aus Osnabrück. Statt des Vortrags wird die Filmdokumentation „Erna de Vries – Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“ gezeigt. Am Ende des Films wird de Vries – sofern es ihr möglich ist – persönlich Fragen beantworten. Auch ihre Töchter sind dazu bereit, denn es ist ihnen ein Anliegen, dass die Geschichte ihrer Mutter von „Zweitzeugen“ weitergetragen wird. „Die Samtgemeinde Emlichheim freut sich sehr, dass Erna de Vries noch einmal die Mühen einer Anreise auf sich nimmt und nach Emlichheim kommt. Sie wird zukünftig nicht mehr öffentlich auftreten“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Nähere Informationen: www.emlichheim.de

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