22.04.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Daniela Kösters verlässt 2021 Rathaus Emlichheim

Daniela Kösters stellt sich im kommenden Jahr nicht noch einmal als Bürgermeisterin der Samtgemeinde Emlichheim zur Wahl. Das hat die 51-Jährige am Mittwoch mitgeteilt. Sie führt vor allem persönliche Gründe wie den Wunsch nach mehr Privatleben an.

Seit November 2006 ist Daniela Kösters hauptamtliche Bürgermeisterin der Samtgemeinde Emlichheim. Foto: privat

Seit November 2006 ist Daniela Kösters hauptamtliche Bürgermeisterin der Samtgemeinde Emlichheim. Foto: privat

Von Andre Berends

Emlichheim Paukenschlag im Rathaus von Emlichheim: Daniela Kösters, seit 2006 hauptamtliche Bürgermeisterin der Samtgemeinde Emlichheim, gibt ihr Amt mit Ablauf dieser Wahlperiode zum 31. Oktober 2021 auf. Das teilte die 51-Jährige am Mittwoch mit. Sie wolle sich im kommenden Jahr nicht noch einmal zur Direktwahl stellen und führt vor allem persönliche Gründe für diese Entscheidung an, die sie „schweren Herzens“ getroffen habe.

Kösters war 2006 als Kandidatin des Grafschafter Bürgerforums (GBF) zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters angetreten und wurde seinerzeit zur Nachfolgerin von Hildebrand Stegemann (CDU) gewählt. Kurze Zeit später trennte Kösters sich vom GBF und führt ihr Amt seitdem parteilos. 2014 kandidierte sie für eine zweite Amtszeit und wurde – als einzig angetretene Bewerberin – mit großer Mehrheit der Stimmen wiedergewählt.

„Vertrauensbeweis aus der Politik“

„Seit mehreren Monaten habe ich intensiv darüber nachgedacht, ob ich mich zum dritten Mal einer Wahl stellen soll“, teilt Kösters nun in einem Schreiben mit, das auf der Homepage der Samtgemeinde abrufbar ist. In den vergangenen Wochen hätten ihr mehrere Parteien Unterstützung für eine weitere Kandidatur signalisiert. „Für diesen Vertrauensbeweis, der auch eine Anerkennung meiner bisherigen Arbeit darstellt, bin ich sehr dankbar“, sagt Kösters. Das Verhältnis zu allen politischen Gremien und auch innerhalb der Verwaltung sei „sehr gut und vertrauensvoll“. Die Zusammenarbeit empfinde sie als „überaus angenehm und freundlich, vor allem ist sie immer sach- und zielorientiert“.

Dennoch habe sie sich gegen die erneute Kandidatur entschieden. „Letztlich sind sehr persönliche Gründe ausschlaggebend für meine Entscheidung, die ich gemeinsam mit meinem Mann getroffen habe“, berichtet Kösters. Ein Grund sei die bisherige lange Amtszeit: „Nächstes Jahr werden es 15 Jahre sein, das ist für ein Wahlamt eine sehr lange Zeit. Auch wenn ich keine Amtsmüdigkeit verspüre und noch viel Freude am Gestalten habe, sind in einer Demokratie Wechsel gewollte Normalität. Das Bürgermeisteramt ist kein Amt auf Lebenszeit und das Wahlrecht gilt aus gutem Grund für beide Seiten.“

Neue berufliche Perspektive

Ein wichtiger Entscheidungsfaktor sei auch die gesetzliche Verkürzung der Amtszeit von früher acht auf nur noch fünf Jahre. „Mit dann 53 bin ich in einem Alter, in dem sich realistisch gesehen deutlich bessere berufliche Perspektiven bieten als mit Ende 50, also nach einer weiteren Amtszeit“, sagt Kösters und betont: „Meine Unabhängigkeit in diesem Amt war mir immer sehr wichtig und ich möchte in fünf Jahren nicht davon abhängig sein, bis zum Rentenalter wiedergewählt werden zu müssen.“ Nun sei der richtige Zeitpunkt für neue Ziele und Perspektiven.

Die Samtgemeindebürgermeisterin verhehlt nicht, dass sie nach bald 15 Jahren merke, dass ihr Amt „mehr und mehr Kraft kostet“. Sie verspüre mit ihrer Familie den Wunsch nach mehr Normalität und Privatleben. „Ich hänge nicht an der ersten Reihe“, betont sie im GN-Gespräch. Völlig ins Private zurückziehen werde sie sich allerdings nicht. Es gebe eine berufliche Perspektive für die Zeit nach Ablauf der Amtszeit. Zur neuen Tätigkeit könne sie derzeit noch nicht viel sagen. Eine Rückkehr in den Anwaltsberuf schloss die 51-Jährige aber aus. Vielmehr werde sie sich Themen widmen, die sie auch als Rathaus-Chefin schon beschäftigt haben: der Entwicklung des ländlichen Raums.

Überraschte Gesichter im Rathaus

Den Mitarbeitern im Rathaus und den politischen Gremien hat Kösters ihren Abschied bereits mitgeteilt und stets die gleiche Reaktion erhalten: überraschte Gesichter. Als erstes habe sie Ansgar Duling informiert, ihren Stellvertreter und Ersten Samtgemeinderat – und zugleich engsten Mitarbeiter. Auch ihn habe ihre Entscheidung kalt erwischt, sagt sie. Seine vom Samtgemeinderat festgelegte Amtszeit läuft noch bis 2023.

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