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01.08.2019, 18:04 Uhr

Bohrloch-Leck weiterhin Thema für Emlichheimer Politik

Das Ausmaß bei den ausgetretenen Mengen von Lagerstättenwasser einerseits und andererseits der immens lange Zeitraum des unbemerkten Austritts von Lagerstättenwasser sorgt auch beim Grafschafter Bürgerforum (GBF) in Emlichheim für Entsetzen.

Bohrloch-Leck weiterhin Thema für Emlichheimer Politik

Der Austritt von großen Mengen Lagerstättenwassers an einem Öl-Bohrloch im Raum Emlichheim beschäftigt nach wie vor die Öffentlichkeit. Jetzt hat das Grafschafter Bürgerforum vom Land gefordert, einen unabhängigen Gutachter mit der Untersuchung des Vorfalls zu beauftragen. Foto: Gerold Meppelink

Emlichheim Für das GBF tauchen viele Fragen und Ungereimtheiten auf, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Tatsache, dass Lagerstättenwasser über mehrere Jahre hinweg, immerhin von 2014 bis 2018, vollkommen unbemerkt austreten konnte, ist für die Gruppierung absolut nicht nachvollziehbar und „ein echter Hammer“ meinte Hermann Borghorst vom GBF: „Offenbar gibt es keine Sicherungssysteme oder diese werden nicht aktiv eingesetzt oder ignoriert.“ Das GBF möchte wissen, wie ein jahrelanger massiver Wasseraustritt unbemerkt bleiben kann.

Beim Grafschafter Bürgerforum gibt man sich auch nicht mehr mit der Aussage, dass nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr für Bürger besteht, zufrieden. „Das reicht uns nicht mehr aus“, meint Thomas Oppel. An der Aussage störe der Zusatz „derzeitiger Kenntnisstand“, denn der bedeute nichts anderes, als dass man eine Gefährdung immer noch nicht vollends ausschließen könne. Die Vertreter des Bürgerforums: „Seit Monaten warten wir auf eine Klärung. Wir verlassen uns da aber nicht mehr auf die Wintershall Dea. Wir fordern die Landesregierung auf, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, der die Vorgänge um diese Umweltkatastrophe schnellstens aufklärt und bei der hoffentlich vollständigen Sanierung des verseuchten Bereiches voll mit eingebunden wird.“

Gespannt sei das Bürgerforum auch darauf, wie die Wintershall Dea, das LBEG und auch die Landesregierung in Zukunft sicherstellen wollen, dass die Risiken für die Umwelt durch den Betrieb von Bohrungen zukünftig auf null reduziert werden. Bis dahin sollten alle Einpressbohrungen bis zur vollständigen Klärung des Sachverhalts stillgelegt werden und „erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn ein hundert Prozent sicherer Betrieb gewährleistet ist. Das ist das Mindeste, was die Bürger erwarten dürfen.“

Ebenso ist man beim Grafschafter Bürgerforum enttäuscht über die erneut schlechte Kommunikation seitens der Wintershall Dea. Bereits im März sei das Unternehmen mit mangelnder Transparenz negativ aufgefallen. Nach der GBF-Kritik an der fehlenden Kommunikation habe die Konzernzentrale das Grafschafter Bürger Forum direkt kontaktiert. „Man hat uns eine Besserung gelobt“, so Jörg Preukschat. „Das haben wir zunächst positiv bewertet“, meinte er weiter. Zwischenzeitlich wurde das Grafschafter Bürger Forum auch zweimal mit Zwischenstandsberichten direkt von der Wintershall Dea informiert. „Über die nun neue Situation hat uns das Unternehmen allerdings dann nicht mehr informiert. Wir haben aus der Zeitung von diesem Umstand erfahren müssen.“ Mittlerweile habe die Samtgemeindebürgermeistern Daniela Kösters die Fraktionen im Samtgemeinderat, also auch das GBF, mit aktuellen Informationen versorgt.

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