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13.09.2019, 16:53 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

„Beier-Löö“ in Emlichheim suchen Verstärkung

Was ist Beiern? Diese Tradition pflegen zu Silvester und Neujahr noch zehn „Emlichheimer Kerls“. Sie sind der verbliebene „harte Kern“ einer kleiner werdenden Truppe und suchen Nachwuchs. Auf dem Herbstfest gehen die „Beier-Löö“ auf Nachwuchswerbung.

Beim Beiern aktiv sind (von links) Hans-Dieter Maathuis, Heinz Stegink und Gerd Koopsingraven.Foto: Lindschulte

Beim Beiern aktiv sind (von links) Hans-Dieter Maathuis, Heinz Stegink und Gerd Koopsingraven.Foto: Lindschulte

Emlichheim Am Sonnabend, 14. September, wird ausnahmsweise zu Werbezwecken zwischen 14 und 18 Uhr gebeiert. „Zuschauer sind ausdrücklich willkommen, um uns nicht nur über die Schulter zu schauen, sondern auch selber die Glocken im Kirchturm der reformierten Kirche erklingen zu lassen“, berichtet Hans-Dieter Maathuis, einer der verbliebenen „Urgesteine“ der Beier-Truppe.

„Wenn sie Freude und Verbundenheit an Traditionen, Geselligkeit und ein bisschen Klanggefühl haben, sind sie bei uns genau richtig“, beschreibt Maathuis das Anforderungsprofil für künftige Beier-Leute. Auch wenn die Mannschaft bislang männlich besetzt war, sind bei der Teamverstärkung auch Frauen willkommen. Ebenfalls schaut man nicht auf Konfessionen oder nationale Herkunft. „Uns sind alle willkommen, die uns beim Erhalt der Beiertradition, die in Emlichheim schon über 150 Jahre währt, unterstützen“, teilen die drei „Beier-Jungs“ mit.

Technik und Ablauf des Beierns

„Im Gegensatz zum normalen Läuten der Glocken, bei dem die Glocke in Bewegung gesetzt wird, bleibt die Glocke beim Beiern in ihrer Position hängen. Um die Klöppel der drei Glocken werden Taue gelegt und in Position gebracht. In abwechselnd schneller und langsamer Folge wird an den Tauen gezogen und die Klöppel schlagen in rhythmischer Bewegung gegen die Glocken“, erläutert Maathuis die Technik. Im Alter von 16 Jahren hatte er im Jahr 1982 mit dem Beiern begonnen und hat bis heute niemals gefehlt.

Auf eine längere Dienstzeit kann Heinz Stegink zurückblicken. Sein erster Einsatz war 1964 und nur am jüngsten Silvester musste er einmal aussetzen. Ein Jahr nach Stegink wurde Gerd Koopsingraven Mitglied der Beier-Truppe und hat bis heute kein einziges Mal gefehlt. „Neben uns dreien wirken noch sieben weitere ,Beier-Löö‘ mit. Aber nicht jeder kann in jedem Jahr teilnehmen und muss dann absagen. Dann kann es für die Leute im Turm und unten in der Kirche schon anstrengend werden, da die Leute sich nicht abwechseln können“, berichten die Drei.

Das Beiern beginnt am Silvestertag um 17 Uhr und bis 19 Uhr werden die Klöppel geschlagen. Dann setzt eine zweistündige Pause ein. Die nächste Beierrunde ist von 21 bis 24 Uhr und geht um 0 Uhr in das Einläuten des neuen Jahres über.

Dann setzt eine Pause ein und von 4 Uhr bis 8 Uhr ist die letzte Beierrunde. Im Anschluss treffen sich die „Beier-Löö“ zum gemeinsamen Frühstück und stärken sich für den Rundgang zum Bürgermeister, zu den beiden stellvertretenden Bürgermeistern und zur Gemeindedirektorin. Gegen Mittag genießt die Truppe ein Abschlussessen.

Zudem gibt es zwei Erinnerungstafeln im Turm der Kirche. Auf diesen Tafeln sind die Namen der „Beier-Löö“ zum Jahrhundertwechsel 1899/1900 und zum Jahrtausendwechsel 1999/2000 verewigt.

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