30.03.2021, 12:50 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Corona-Zuschüsse für Werbung: So bekommen Firmen Geld vom Staat

Außer-Haus-Verkauf: Geschäftsinhaber können sich die Kosten erstatten lassen, wenn sie etwa Angebote wie einen Lieferservice bewerben. Foto: dpa/Uwe Anspach

Außer-Haus-Verkauf: Geschäftsinhaber können sich die Kosten erstatten lassen, wenn sie etwa Angebote wie einen Lieferservice bewerben. Foto: dpa/Uwe Anspach

Von Corinna Clara Röttker

Die Corona-Krise trifft viele Unternehmen mit voller Wucht. Je länger die pandemiebedingte Durststrecke anhält, desto dünner wird ihr finanzielles Polster. Abhilfe schaffen soll die Überbrückungshilfe III des Bundes: In Schieflage geratene Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler können darüber einen Teil ihrer Kosten erstattet bekommen. Der Vorteil: Es handelt sich um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Das Programm knüpft an die Überbrückungshilfe II an, mit der die Bundesregierung Betroffene zuvor unterstützt hat. Nachdem es heftige Kritik an den kaum zu durchschauenden Förderbedingungen gab, besserte die Bundesregierung nach, verschlankte und vereinfachte das Programm, das dann als Überbrückungshilfe III bis Ende Juni 2021 verlängert wurde.

Marketing- und Werbekosten werden neu erstattet: Was viele dabei nicht wissen: Das Förderprogramm wurde zudem erweitert. So werden beispielsweise neu auch Kosten für das Marketing erstattet. Den zuständigen Bundesministerien zufolge sind Marketingund Werbekosten maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben im Jahre 2019 förderfähig. „Damit können nun auch Kosten geltend geÜberbrückungshilfe macht werden, die den Vertrieb ankurbeln. Dies können zum Beispiel Ausgaben für Werbeanzeigen in Printund Onlinemedien, Kommunikationskampagnen oder SEO-Optimierungen sein, aber auch Kosten für Flyer oder Maßnahmen im Bereich Social Media“, sagt Doreen Hotze von der Handelskammer Hamburg.

Unterstützt werden darüber hinaus und anders als zuvor auch Investitionen in die Digitalisierung eines Betriebs. Dazu zählen beispielsweise der Aufbau und die Erweiterung eines Online-Shops oder die Eintrittskosten bei einer großen Plattform. Hier sind einmalig bis zu 20 000 Euro förderfähig.

„Die meisten Unternehmen wissen nicht, welche Kosten förderfähig sind“, sagt Uwe Goebel. „Die Betriebsausgaben werden auf ein Minimum heruntergefahren. Und Marketingkosten sind in diesen Fällen meist die ersten Kosten, die vermieden werden, wodurch eine Erstattung wahrscheinlich nicht erwartet wird“, so der Steuerberater und Präsident der Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim.

Dabei können sich gerade in der Krise solche Ausgaben als hilfreich erweisen. „Es ist natürlich sinnvoll, vor allem jetzt auf neue Angebote wie zum Beispiel Außer-Haus-Verkauf hinzuweisen oder um einfach nur ein Lebenszeichen zu senden“, sagt Guido Langemann, Sprecher der Industrie- und Handelskammer in Niedersachsen.

Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen für die Überbrückungshilfe III erfüllen? Die Überbrückungshilfe III richtet sich an Unternehmen, Solo-Selbstständige sowie selbstständige Freiberufler mit einem jährlichen Umsatz bis zu 750 Millionen Euro, die ihren Sitz oder ihre Betriebsstätte im Inland haben und einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben, heißt es. Zudem müssen sie bereits vor dem 1. Mai 2020 am Markt tätig gewesen sein. Sind die Voraussetzungen erfüllt, können die Betriebe die Überbrückungshilfe III dann für den betreffenden Monat beantragen.

Nicht antragsberechtigt für die Monate November und Dezember sind den Angaben zufolge Unternehmen, die bereits Novemberhilfe oder Dezemberhilfe erhalten haben. Die Überbrückungshilfe III kann in solchen Fällen nur dann beantragt werden, wenn die Anträge auf November- und/oder Dezemberhilfe zuvor zurückgenommen wurden.

Wie viel Geld bekommen die Unternehmen? Die Überbrückungshilfe III kann für bis zu acht Monate – von November 2020 bis Juni 2021 – beantragt werden. Die Höhe richtet sich dabei nach den monatlichen Fixkosten sowie der Höhe des Umsatzrückganges. Maximal erhalten Betroffene 1,5 Millionen Euro pro Monat. Die Berechnung ist wie folgt:

  • 90 Prozent der monatlichen Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat
  • 60 Prozent der monatlichen Fixkosten bei Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent bis 70 Prozent Umsatzeinbruch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat
  • 40 Prozent der monatlichen Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent bis 50 Prozent Umsatzeinbruch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat

Wie können Unternehmen Überbrückungshilfe III beantragen? Laut Bundeswirtschaftsministerium erfolgt die Antragstellung „über prüfende Dritte“. Das heißt: Nur Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte können den Antrag stellen. Dies erfolgt über die Überbrückungshilfe-Plattform.

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