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07.11.2018, 17:25 Uhr

Stammzellenspender werben für DKMS-Typisierungsaktion

Ein 13-jähriger Junge aus Bad Bentheim ist an Blutkrebs erkrankt. Er wird eine Stammzellenspende benötigen. Vier Spieler des SV Bad Bentheim haben bereits gespendet und werben dafür, dass sich viele Grafschafter am 11. November registrieren lassen.

Stammzellenspender werben für DKMS-Typisierungsaktion

Stammzellenspender suchen Spender: Oliver Belt, Hendrik Buttler, Lars Somberg und Patrick Neise haben bereits Stammzellen gespendet und werben dafür, es ihnen gleichzutun. Foto: privat

Von Laura Fühner

Bad Bentheim An ihren Gesichtern kommt zurzeit niemand in Bad Bentheim vorbei: Oliver Belt, Hendrik Buttler, Lars Somberg und Patrick Neise haben mehr gemeinsam, als nur das Trikot der zweiten Fußballmannschaft des SV Bad Bentheim – sie alle haben bereits Stammzellen gespendet. Doch damit nicht genug. Zurzeit werben sie tatkräftig dafür, dass es ihnen viele Grafschafter gleichtun und sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Sie geben Interviews, erscheinen zum Fotoshooting und berichten in den sozialen Netzwerken über ihre Erfahrungen bei der Stammzellenspende.

„Jeder sollte sich registrieren lassen und somit helfen, die Kartei immer weiter zu vergrößern und mehr Menschen Hoffnung auf Leben zu schenken“, berichtet Oliver Belt vom erklärten Ziel. So wollen die Jungs auch einen betroffenen 13-jährigen Bad Bentheimer helfen. Er ist wieder an Blutkrebs erkrankt und wird eine Stammzellenspende benötigen. Um die Chancen für ihn zu erhöhen, einen passenden Spender zu finden, organisieren sein Fußballverein und die reformierte Kirche eine große Typisierungsaktion für Sonntag, 11. November, von 12 bis 17 Uhr am Sportgelände an der Gutenbergstraße in Bad Bentheim. Und dafür treten die Jungs gerne ein.

06.11.2018 DKMS-Typisierungsaktion am Sonntag in Bad Bentheim

„Es ist für eine gute Sache, es tut nicht weh. Ich empfehle jedem, sich registrieren zu lassen, da es kaum einfacher ist, einem Menschen das Leben zu retten“, erklärt Hendrik Buttler. Er hat vor etwa einem Jahr Stammzellen gespendet. Weder für ihn noch die drei anderen Spender stand es in Frage, für die Typisierungsaktion zu werben. „Ich würde direkt wieder spenden“, sagt Lars Somberg, der im Januar 2016 Stammzellen gespendet hat: „Als ich die Nachricht bekommen habe, dass ich ein möglicher Spender bin, war für mich im ersten Moment klar, dass ich das von Anfang bis Ende durchziehe. Ich habe selber jemanden in der Familie an Krebs verloren und wenn man so einer Familie dieses Leid ersparen kann, ist es das wert.“

Patrick Neise hat als erster in der Mannschaft Stammzellen gespendet: „Ich habe danach erfahren, dass die Stammzellenspende angeschlagen hat und der Mann auf dem Weg der Besserung ist. Es geht doch kaum einfacher, einem Menschen potenziell das Leben zu retten, als sich zweieinhalb Stunden auf einen Stuhl zu setzen und sich Stammzellen entnehmen zu lassen.“

Dass gleich vier Stammzellenspender in einer Mannschaft des SV Bad Bentheim spielen, ist ein enormer Zufall. Laut der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) grenze das „in dieser Häufigkeit fast schon an ein Wunder.“ Schließlich müssen Spender und Empfänger genetische Zwillinge sein. „Es ist noch nicht bei allen angekommen, wie wichtig solche Typisierungsaktionen sind. Die Spende war wirklich kein Problem und es wurde alles von der DKMS organisiert. Ich wurde zum Beispiel auch von der Arbeit freigestellt für die Spende“, berichtet Belt.

Alle vier hoffen, dass am Sonntag möglichst viele Grafschafter kommen und sich typisieren lassen. „Auch wer schon typisiert ist, kann helfen, indem er Geld spendet“, sagt Belt. Ein Typisierungsset kostet der DKMS etwa 35 Euro.

Um möglichst viele Spenden für die DKMS zu erzielen, laden die reformierte Kirche und der SV Bad Bentheim dazu ein, den Sonntagsausflug zum Sportplatz zu machen. Dort können sich die Besucher typisieren lassen, Geld spenden und sich über die Initiative „Flugkraft“ informieren. Kinder können sich schminken lassen oder beim Fußballroulette ihr Geschick unter Beweis stellen, während die Erwachsenen Bratwürste, Kuchen oder Getränke erwerben. Der Erlös geht an die DKMS. Geldspender erhalten außerdem bei dem Kunstschmied Florian Paul einen selbstgeschmiedeten Herznagel als Erinnerung.

Nicola Wenderoth arbeitet bei der DKMS. Sie beantwortet Fragen zur Typisierung.

Wer kommt als Spender in Frage?

Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilo wiegt, als Spender in Frage. Eine Registrierung ist bereits ab 17 Jahren möglich. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Rheuma, fast alle Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen steht am Aktionstag eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der DKMS vor Ort zur Verfügung.

Wie läuft die Registrierung am Aktionstag?

Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung erfolgt die Registrierung mit Wattestäbchen per Wangenschleimhautabstrich. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von 5 bis 10 Minuten. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können.

Die Aufnahme in die DKMS kostet 35 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?

Für die Bestimmung der Gewebemerkmale fallen inklusive Laborkosten, Material, Logistik und Personal, Kosten in Höhe von 35 Euro an. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Nach einer anfänglichen Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Krebshilfe ist die DKMS seit Ende 1994 für den Ausbau der Datei finanziell auf sich gestellt. Die Spenderneugewinnung wird seitdem über Privat- und Firmenspenden finanziert. Jeder Euro, der an die DKMS gespendet wird, trägt dazu bei, die Überlebenschancen für Patienten zu verbessern.

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