03.09.2020, 14:51 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Otto-Pankok-Museum zeigt Wettbewerbsentwürfe für Anbau

Der geplante Anbau soll dem Gedenken an das jüdische Leben in der Grafschaft Raum geben. Foto: privat

Der geplante Anbau soll dem Gedenken an das jüdische Leben in der Grafschaft Raum geben. Foto: privat

Gildehaus Das Otto-Pankok-Museum lädt alle Interessierten zum Besuch einer neuen Ausstellung. „Seit dieser Woche sind im mittleren Raum die acht Architektur-Entwürfe zu sehen, mit denen man in Landkreis und Stadt Ideen für den Anbau sammelt“, berichtet Ulrich Oettel, Vorsitzender des Otto-Pankok-Vereins. Eine Jury hat daraus drei Entwürfe prämiert (die GN berichteten) und einem Entwurf zusätzlich eine Anerkennung ausgesprochen. „Das heißt aber nicht, dass die anderen Entwürfe den prämierten in Kreativität und gestalterischer Fantasie nachstehen. Im Gegenteil. Die Prämierung bezog sich hauptsächlich auf die Klarheit des Entwurfes in Bezug auf das denkmalgeschützte Hauptgebäude und auf eine mögliche hohe Akzeptanz durch die Gildehauser Bevölkerung. Gerade diese laden Landkreis, Stadt und Otto-Pankok-Verein besonders ein“ betont Oettel.

Hilfe durch Spenden

Das Museum ist mittwochs von 15 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. „Natürlich ist es jedem freigestellt, die Arbeit des Museums mit einer Spende vor Ort zu unterstützen“, sagt Oettel und führt weiter aus: „Spenden werden vonnöten sein, denn nur einer der vorliegenden Entwürfe wäre mit den derzeit in den Haushalten von Landkreis und Stadt eingestellten Geldern realisierbar. Alle anderen gehen mit ihren Schätzungen für die Baukosten weit darüber hinaus.“ Der Verein geht laut Oettel davon aus, dass über Spenden, Sponsoring und Fördergelder ein entscheidender Beitrag zur Realisierung dieses Projekts geleistet werden muss. „In Zeiten der Krise und vielfältiger anderer Aufgaben übersteigt ein Baubudget von 1,2 Millionen Euro die Möglichkeiten von Landkreis und Stadt. Dies aber wären die ersten geschätzten Kosten für die Umsetzung der Ideen des Wettbewerbssiegers. Bei steigenden Belastungen der öffentlichen Haushalte durch andere Aufgaben könnte das ganze Projekt infrage gestellt sein“, weiß Oettel.

Raum für Gedenken und Erinnern

„In gemeinsamen Gesprächen wollen wir nun alles dafür tun, damit dem Erinnern und Gedenken an die Schicksale jüdischer Mitbürger auch in der Grafschaft neue Möglichkeiten eingeräumt werden, die besonders Schülern zugutekommen. Das Neu-Erstarken rechtsradikaler Kreise braucht klare Positionierung dagegen und sichtbare Zeichen einer wehrhaften Demokratie und einer starken Bürgergesellschaft. Darum geht es in dem Anbau – nicht um eine Erweiterung von Ausstellungsflächen für Schöngeister“, so Oettel. Für den Vereinsvorsitzenden ist auch eine Lösung denkbar, die Ideen aus den Entwürfen zu einem neuen, kleineren Entwurf zusammenführt und somit eher finanzierbar ist.

„Der Vorstand des Vereins ist dankbar, dass das Projekt vonseiten des Landkreises und der Stadt schon so weit mit vorangetrieben worden ist. Und darum ist nun ein Begutachten der Ideen durch alle Bürger an der Zeit“, sagt Oettel abschließend. Mit dem 4. Oktober schließt die Ausstellung.

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