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05.11.2019, 10:57 Uhr

Feuerwehren üben, bis der Bus in Einzelteile zerlegt ist

Einen kompletten Bus hatten die Feuerwehren aus Bad Bentheim, Gildehaus und Assen am Sonnabend für eine Übung zur Verfügung. Acht Stunden lang spielten die Rettungskräfte verschiedene Szenarien durch, bis von dem Fahrzeug nicht mehr viel übrig war.

Feuerwehren üben, bis der Bus in Einzelteile zerlegt ist

Einen halb umgekippten Bus zu stabilisieren, war für die Feuerwehrleute eine Herausforderung. Fotos: Karsten Jennrich

Bad Bentheim Stadtbrandmeister Wilfried Baltruschat hatte für die Übung der Feuerwehren Bad Bentheim, Gildehaus und Assen, ein ungewöhnliches Übungsobjekt – einen kompletten Bus – ergattert. Und so ging es nach etwas Theorie für die Einsatzkräfte schnell zu den praktischen Übungen. Acht Stunden probten die Einsatzkräfte.

Feuerwehren üben, bis der Bus in Einzelteile zerlegt ist

Mit dem Kopf in der Frontscheibe steckte dieser „Verletzte“, den die Einsatzkräfte retteten.

Im Gegensatz zu Unfällen mit Pkw, zu denen die Feuerwehrleute oft ausrücken, sind Unfälle mit Bussen in der Grafschaft selten. „Doch stellen sie durch unter anderem die potenziell höhere Anzahl an Verletzen, größere Treibstoffmengen und den versteiften Fahrgastraum eine besondere Herausforderung dar“, führte Ansgar Schwietering, stellvertretender Gruppenführer der Feuerwehr Bad Bentheim, aus.

Die Übungen: Nach einem Zusammenstoß lag ein Fußgänger unter dem Bus. Der musste angehoben und gedreht werden können, um den „Verletzen“ zu befreien. „Wichtig war es sicherzustellen, dass die Person durch den Hebevorgang an der einen Seite, auf der anderen nicht wieder eingeklemmt wurde“, erläuterte Schwietering.

Als zweite Übung sollten im Bus transportierte Gegenstände Feuer gefangen haben. Ein verrauchter Innenraum mit zwei eingeschlossenen Personen erwartete die Einsatzkräfte. Sie schlugen die Heckscheibe ein, ließen den Rauch abziehen und löschten den Brand. Als Nächstes sollte der Bus gegen ein Hindernis gefahren sein. Aus den Sitzreihen und dem Fahrersitz mussten drei Personen gerettet werden – eine weitere wurde durch den Aufprall nach vorn geschleudert und steckte mit dem Kopf in der Frontscheibe.

Feuerwehren üben, bis der Bus in Einzelteile zerlegt ist

Alle Teilnehmer waren zufrieden mit den Übungen.

Als größere Aufgabe wurde der Bus dann seitlich auf zwei Autos gekippt als Nachstellung eines Unfalls. Zuerst musste der Bus stabilisiert werden. „Obwohl dieses für PKW-Unfälle zum normalen Übungsablauf gehört, stellte der Bus durch sein erhöhtes Eigengewicht eine besondere Herausforderung dar“, erklärte Schwietering. Und auch die Ausrüstung ist auf solche Fälle nicht ausgelegt – die Feuerwehrleute mussten daher neue Lösungen finden. Nach Abschluss der Sicherungsarbeiten zogen sie die beiden Autos zum Test unter dem Bus hervor: Wie erhofft verblieb der Bus in seiner Position. Später galt es im gleichen Szenario die Autofahrer zu befreien, und sich Zugang zum Bus zu verschaffen. Die ehrenamtlichen Retter mussten erfahren, dass in solchen Situationen viele erprobte Vorgehensweisen nicht möglich sind und alternative Techniken anwenden.

Zum Abschluss wurden durch die Feuerwehr in Bad Bentheim noch weitere Schnitttechniken am Bus erprobt. Dazu gehörten das Wegdrücken des Vorderwagens, um den Fahrer zu befreien, sowie das Schaffen und Erweitern von weiteren Zugangspunkten. Am Ende waren sich alle einig, dass sie nun für Einsätze mit Bussen besser vorbereitet sind – aber sich nun noch mehr als vorher wünschen, dass der Ernstfall nicht eintritt.

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